Chiefs kommen ins Rollen

Chiefs kommen ins RollenChiefs kommen ins Rollen
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Benni Meschke und Max Rejhon waren wieder dabei und Coach Wolfgang Hellwig konnte mit drei starken Reihen ins Spiel gehen. Auch die Sauerländer waren mit allen Starspielern angereist, hatten in den Anfangsminuten aber große Probleme mit dem Druck der Chiefs. Die spielten hinten taktisch diszipliniert und kamen vorne schnell und kreativ zu vielen Abschlüssen.

Der starke Comebacker Rejhon markierte die 1:0 Führung (5.), Robert Linke (8.) und David Frerix (9.) erhöhten per Doppelschlag auf 3:0. Weitere Treffer waren in dieser Phase möglich, aber Gäste-Keeper Sirringhaus verhinderte Schlimmeres aus Sicht der Samurais. Ab Minute 10 begann dann die Zeit, in der die Chiefs immer mal wieder nach unnötigen Aktionen auf die Strafbank wanderten. Und was die Samurais bei gleicher Spieleranzahl nicht schafften, holten sie im Powerplay nach. Zwei Mal traf Plate in Überzahl (12. / 17.), und weil Linke, Dennis Nimako und Christoph Clemens kurz vor dem Ende des Drittels mit guten Chancen scheiterten, ging es nur mit einer knappen 3:2 Führung in die erste Pause.

Kurz nach Wiederbeginn machte es Nimako dann besser und traf zum 4:2 (22.). Doch die Chiefs machten das Spiel durch weitere Strafzeiten immer wieder spannend. Zunächst nutzte Robert Eefting eine eigene Unterzahl, um Sirringhaus per Bauerntrick zu überwinden (5:2 / 26.), aber Wichern nutzt die Überzahl dann auch noch und traf zum 5:3 (26.). In der Folge verpassten es die Chiefs, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Chance und Chance bot sich und wurde vergeben, Iserlohn hatte bis auf einige Fernschüsse kaum was zu bieten. Rejhon, Linke und Sebastian Schreiber vergaben die besten aller Möglichkeiten in dieser Phase. Was Coach Hellwig bereits vor dem Spiel prophezeit hatte, nämlich das die Chemie im Duo Linke / Marco Hellwig immer besser passt, zeigte sich gestern über 60 Minuten, besonders aber in der Endphase des zweiten Drittels. Die beiden kombinierten sich durch die Verteidigung der Iserlohner, kurz vor dem Abschluss wurde Hellwig dann von den Beinen geholt. Clemens trat zum fälligen Penalty an und traf zum 6:3 (37.). Zwei Wechsel später zauberten Linke und Hellwig erneut, wieder kam der Zuckerpass von Linke durch, dieses Mal konnte Hellwig auch abschliessen und es stand 7:3 nach 40 Minuten.

Im Sack waren die Punkte allerdings noch lange nicht, denn so langsam wurde die Partie jetzt auch ruppiger und auf den Strafbänken herrschte teilweise reger Betrieb. Peters traf – na klar – in Überzahl zum 7:4 (41.), aber Hellwig antwortete prompt mit dem 8:4 (42.). Als beide Teams einen Spieler auf der Strafbank sitzen hatten, wirbelten erneut Hellwig und Linke. Zunächst rettete Sirringhaus spektakulär gegen den Ex-Kaarster, kurz darauf war der Ex-Schwabmünchener zur Stelle und sorgte mit dem 9:4 für die vermeintliche Vorentscheidung (46.). Doch Iserlohn ließ weiterhin nicht locker und traf in Person von Peters zum fünften Mal an diesem Tag in Überzahl zum 9:5 (47.). Die Partie war nun phasenweise vogelwild, beide Teams spielten mit offenem Visier und die Chiefs verloren in einigen Situationen besonders in der Defensive ihre taktische Vorgabe. Mal stürmten alle Mann mit nach vorne, im Gegenzug sah sich Olli Derigs dann auf einmal drei gegnerischen Angreifern gegenüber. Zwei Mal rettete in dieser Phase auch der Pfosten für Derigs, der sich das Glück des Tüchtigen aber auch in dieser Partie redlich verdient hatte.

Der Iserlohner Linke machte es in Minute 52 noch mal ein wenig spannend und traf in Überzahl zum 9:6. Die Chiefs zeigten sich von dem Treffer allerdings kaum beeindruckt und fighteten bis zum Schluss. Weitere Treffer waren möglich, Eefting sorgte für das letzte Uedesheimer Tor (56.). In der Schlussminute traf Linke mit dem sage und schreibe siebten (!!!) Überzahltor für den Endstand von 10:7, der absolut in Ordnung geht und eher noch schmeichelhaft für die damit noch immer sieglosen Sauerländer ist.

„Iserlohn hatte heute bei 4 gegen 4 nicht den Hauch einer Chance gegen uns“, resümierte Wolfgang Hellwig nach dem Spiel. „Wir kommen so langsam ins Rollen. Die Jungs verstehen sich gut auf dem Platz und so langsam kommen auch die Verletzten zurück. Wir sind jetzt vielleicht bei 80 Prozent, aber werden die 100 Prozent bald erreichen. Ich denke die Liga wird so langsam hellhörig wenn sie Uedesheim hört.“ Allerdings war Hellwig wie erwartet nicht einverstanden mit den vielen Strafzeiten. „Das darf nicht sein, aber ich kann nicht nur den Jungs den Vorwurf machen. Das passiert im Spiel und einige Entscheidungen sind heute alles andere als glücklich gewesen. Das geht so nicht. Ich hoffe das die Schiedsrichter langsam mal anfangen, auch mal was für uns zu pfeifen.“ Am besten beginnen die Unparteiischen schon am kommenden Samstag damit, wenn die Chiefs um 18 Uhr zum Lokalderby in Kaarst auflaufen werden.