Chiefs gehen leer ausUedesheim Chiefs

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Dabei sah am Anfang alles noch ganz ordentlich aus. Im wie erwartet sehr körperbetonten Spiel hatten die Uedesheimer zunächst Vorteile, die sich nach Toren von Raphael Scheu (7.) und Kreuzmann (14.) auch auf der Anzeigetafel bemerkbar machten. Weitere gute Gelegenheiten ließ man verstreichen, hinten hielt Olli Derigs seine Kiste zunächst sauber.

Im zweiten Drittel drehte sich dann das Blatt. Leichtsinnige Uedesheimer Fehler bescherten den Rockets immer wieder gute Kontergelegenheiten. Wegener (25.) und Nieberle (28. / ÜZ) glichen die Partie aus, Pietsch brachte Essen erstmals in Führung (3:2 / 33.). Dann spielte den Chiefs eine Matchstrafe gegen Hüsken in die Karten, Kreuzmann drehte das Spiel zugunsten der Neusser (35. / 36.). Mit einer knappen 4:3 Führung für Uedesheim wurden letztmals die Seiten getauscht.

Als Marco Hellwig dann nach nur 30 Sekunden im Schlussdrittel das 4:6 erzielte, sah es eigentlich ganz gut aus mit den angestrebten drei Punkten. Schneider verkürzte zwar schnell auf 5:6 (43.), danach passierte vor den Toren erst mal wenig. Erst zehn Minuten vor dem Ende waren es die Gastgeber, die das Spiel per Doppelschlag erneut drehten (Pietsch, 51. / Dreyer, 52.).

Es folgte die spielentscheidende Szene, als Kreuzmann nach einem Bandencheck gegen Nieberle das Feld verlassen musste. „Das kann man so geben“, meinte auch Chiefs-Coach Marcel Mörsch nach dem Spiel. „So was darf einem so erfahrenen Spieler nicht passieren.“ Stöckhardt (54.) und Ex-Chief Nimako (57.) entschieden die Partie in Überzahl endgültig. Mörsch war nach der Partie zwar mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden, nicht aber mit der Disziplin: „Sicher bin ich enttäuscht, wir waren ja gut im Spiel und saßen in den Pausen mit der Führung im Rücken in der Kabine. Wir haben vor dem Spiel extra angesprochen das die Strafzeiten das Spiel entscheiden könnten, genauso ist es gekommen. Das darf nicht sein.“

Die Chance auf den zweiten Dreier machten am Sonntag die Highlander aus Lüdenscheid zunichte, die vier Sekunden vor der Schlusssirene den Siegtreffer im „ChiefsGarden“ erzielten und mit einem 3:4 ihrerseits die Punkte mit ins Bergische nahmen.

Von Beginn an entwickelte sich ein temporeiches Spiel. Beiden Teams konnte man das jeweilige Spiel am Vortag nicht anmerken. Die Chiefs nahmen das Heft des Handelns schnell in die Hand, aber Lüdenscheid gewann viele Bälle und konterte stets gefährlich. Nachdem beide Teams jeweils zwei Überzahlspiele ungenutzt ließen schlugen die Highlander erstmals zu – in Unterzahl! Svejda fing die Kugel ab und ließ Derigs mit einem platzierten Flachschuss keine Chance (0:1 / 13.). Uedesheim hatte seinerseits eine ganze Reihe guter Chancen, scheiterte aber immer wieder an Highlander-Goalie Mohr, der zu großer Form auflief. Dazu traf Marco Hellwig nur die Latte, aber auf der anderen Seite vergab auch Ortwein freistehend die Chance zum 0:2. Also wechselten die Teams mit dem knappen 0:1 die Seiten.

Der Spielverlauf änderte sich nicht. Die Chiefs rannten an, Lüdenscheid konterte. Und die Keeper standen im Rampenlicht. Sowohl Jonas Mohr als auch Olli Derigs zeigten sich in Hochform und hielten das Spiel weiter offen. In Überzahl fand Lücke dann die freie Stelle im Uedesheimer Tor und erhöhte auf 0:2 (33.). Die Moral der Chiefs war aber noch lange nicht gebrochen. Weiter gab man Gas und wurde in der 35. Minute endlich belohnt. Raphael Scheu fälschte einen Schuss von Mike Höfgen unhaltbar zum 1:2 ab. So ging es dann ins letzte Drittel.

Zunächst hielt Derigs die Chiefs in Unterzahl mehrfach im Rennen, danach scheiterte quasi die ganze Mannschaft der Chiefs an Mohr. Die Schüsse waren nicht schlecht, der Goalie war einfach unglaublich. Marco Hellwig traf in Unterzahl zunächst den Pfosten, den Nachschuss kratzte Mohr mit der Rolle aus der Luft. Elzner rettet kurz darauf für seinen schon geschlagenen Torsteher auf der Linie.

Nachdem Hellwig die Latte getroffen hatte, war es Macrel Patejdl, der in der 52. Minute den überfälligen Ausgleich herstellte. Svejda fand wenig später bei einem Break seinen Meister in Derigs, auf der anderen Seite war es Patejdl, der freistehend nicht an Mohr vorbei kam. Eine umstrittene Strafzeit nutzten die Gäste in der 58. Minute zur erneuten Führung. Ex-Chief Robert Eefting bezwang Derigs mit einem Schuss durch Freund und Feind und stellte auf 2:3. Mörsch nahm daraufhin Derigs aus dem Tor und ging volles Risiko. Scheu scheiterte zunächst mal wieder an Mohr. 25 Sekunden vor dem Ende war es dann Hellwig, der die Kugel vielumjubelt zum 3:3 in die Maschen beförderte.

Was dann passierte, beschreibt Mörsch so: „Vielleicht haben die Jungs an Krefeld gedacht, wo wir so noch den Sieg geholt haben. Wir rennen mit drei Mann nach vorne und verlieren den Ball. Sowas lässt sich ein Svejda natürlich nicht entgehen.“ Vier Sekunden vor Ultimo fiel dem Tschechen die Kugel auf die Kelle, er traf ins leere Tor und wurde so zum Matchwinner. „Wir haben das Spiel spätestens ab dem 2. Drittel kontrolliert. Aber der Ball wollte nicht rein. Mohr hat überragend gehalten. Mehr kann man zu diesem Spiel nicht sagen“, war Mörsch nach nervenaufreibenden 60 Minuten enttäuscht. „Wir müssen jetzt einfach alle Spiele gewinnen um die Play-offs noch zu erreichen. Das haben die Jungs drin, ich traue es ihnen zu.“

Nächsten Sonntag ist das abgeschlagene Schlusslicht der Tabelle, die Bremerhaven Whales, zu Gast im Uedesheim. Spielbeginn ist dann bereits um 14 Uhr.