Chaotischen Auftakt in Sieg umgemünzt

Hotdogs besiegen KollnauHotdogs besiegen Kollnau
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Eine Tatsache brachte das samstägliche Spiel zwischen den VT Zweibrücken Snipers und den Hotdogs hervor: Waren es zu Erstligazeiten der Bräunlinger noch allzu oft die Spieler um Kapitän Philipp Rosenstihl, die es immerzu „schafften“, aussichtsreichste Führungen nicht über 60 Minuten verteidigen zu können, so scheinen die Bregtäler dieses Spiel wie einst noch die Kölns und Augsburgs eine Spieletage höher, nun mit ihren Gegnern in der 2. Bundesliga Süd treiben zu können. Die Hunde sind mit dem Sieg bei den Rheinland-Pfälzern endgültig in der 2. Skaterhockey-Bundesliga angekommen und wissen auch (endlich wieder), wie man Erfolg erzwingen kann. Zudem steht man nach dem 8:7-Sieg jetzt mit 30:15 Toren und acht Punkten auf Platz zwei in der Tabelle.

Zum Auftakt der Partie präsentierte sich das Team von Coach Michael Rosenstihl allerdings alles andere als souverän und legte ungewollt den Grundstein für eine über drei Drittel brandheiße Begegnung mit besten Aussichten für das gastgebende Tabellenschlusslicht, durchaus für einen Überraschungscoup sorgen zu können. Bräunlingens Torhüter Markus Wehrle, der in Zweibrücken zu seinem ersten Saisoneinsatz zwischen den Pfosten der Dogs kam, wurde trotz guter Leistung bis zur siebten Minute drei Mal erwischt. Bräunlingen startete komplett konfus in die Partie und nahezu blitzartig lag man schon mit 0:3 in Rückstand. Eine zwingend nötige Auszeit der Trainer Rosenstihl und Fritschi unterbrach dann jedoch den bisherigen Sturmlauf der putzmunteren Gastgeber. Bräunlingens Spielführer Philipp Rosenstihl sorgte in der elften Minute für die erste Antwort seines Team und brachte dieses auf 1:3 zurück in die Partie. Doch Zweibrücken hatte weiter das Heft in der Hand, spielte seinen Heimvorteil im Startdrittel nahezu optimal aus und lag bis dato völlig verdient vorne. Der Lohn: In der 19. Minute konnten die Snipers mit dem 4:1 eine erneute Drei-Tore-Führung herstellen.

Bräunlingens Übungsleiter Michael Rosenstihl und sein Assistent Patrick Fritschi mussten nach diesem katastrophalen Auftakt irgendwie reagieren. Trotz ordentlicher Vorstellung=2 0nahmen sie Markus Wehrle aus dem Tor und brachten zum zweiten Abschnitt ihre Nr.1, Dominik Müller. Ob es an diesem Wechsel lag, bleibt dahin gestellt, jedenfalls trat das Team nun ganz anders auf und spielte wieder das Skaterhockey, zu welchem es imstande ist. Jetzt wirbelte die Angriffsmaschinerie der Dogs vor dem Gehäuse der Hausherren und schlug gnadenlos zu: Philipp Butkus (Assist Thomas Hutmacher/23.), Philipp Rosenstihl (Assist Markus Narr/24.), Philipp Butkus (27.) und Stefan Ziegler (31.) drehten den Spielverlauf des ersten Abschnittes auf den Kopf und innerhalb elf Minuten führten die Hotdogs plötzlich mit 5:4. Zu einem derartigen Comeback wäre das Team noch im Vorjahr sicher nicht imstande gewesen und ein Beweis für die immer mehr steigende Moral und das wachsende Selbstbewusstsein. Es sollte aber ein Krimi bleiben, denn in den Schlussminuten des zweiten Drittels fanden die Hausherren zurück in die Partie. Zweibrückens Topscorer, Waldemar Detterer, war in der 38. und 40. Minute zwei Mal goldrichtig zur Stelle und konnte sein Team, zu diesem Zeitpunkt und dem jüngsten Spielverlauf nach dann doch recht überaschend, erneut mit 6:5 in Führung bringen.

Trotz des ärgerlichen, erneuten Rückstandes Sekunden vor der zweiten Unterbrechung, war Bräunlingen dank der guten Vorstellung nun bereit für einen heißen Schlussspurt. In der 48. Minute schlug Stefan Ziegler, diesmal einer der stärksten, wenn nicht der stärkste Bräunlinger, zum zweiten Male zu und sorgte fC3r das 6:6 nach Pass von Philipp Rosenstihl. Zweibrückens Antwort kam in der 53. Minute, als Detterer seinen Hattrick komplettierte und den inzwischen schon etliche Male geprüften und heiß geschossenen Dominik Müller zum 7:6 bezwingen konnte. Doch Bräunlingen hatte sich im Spielverlauf aus dem Schlamassel der ersten 20 Minuten freigekämpft und glaubte weiter eisern an den Sieg - das Erfolgsrezept! Als Zweibrücken in der 57. Minute alles klar machen wollte, erreichte ein Pass von Stefan Ziegler Wirbelwind Markus Narr, der sich die Chance nicht nehmen ließ, Zweibrückens Goalie Teucke sehenswert umkurvte und zum 7:7 einschob. Der Frust der Hausherren über den erneuten Ausgleich war nun offensichtlich, denn Narr wurde kurz nach seinem Treffer äußerst unsanft von den Beinen geholt, was Bräunlingen eine weitere der etlichen Überzahlgelegenheiten in diesem Spiel einbrachte. Cool und abgeklärt wurde diese Situation aufgezogen und Stefan Ziegler war es in der 59. Minute, der seinem Team durch seinen dritten Treffer den Gamewinner einbrachte. Die VTZ Snipers versuchten in den letzten Sekunden nun noch einmal alles, doch Müller lenkte den letzten Angriff mit dem Unterarm an den Außenpfosten und hielt den vierten Sieg im vierten Rundenspiel fest.