Bräunlingen entscheidet Abstiegskrimi für sich

Hotdogs besiegen KollnauHotdogs besiegen Kollnau
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Das gestrige Spiel zwischen den Hotdogs Bräunlingen und den Dragons Heilbronn hielt, was es im Voraus versprach: Es war bis zur letzten Sekunde ein Abstiegsgipfel auf Biegen und Brechen, den die Dogs letztlich mit 3:1 (1:1, 0:0, 2:0) zu ihren Gunsten entscheiden konnten.

Die mit Spannung erwartete Begegnung hatte viele Highlights. Beide Mannschaften gingen hochkonzentriert in die Partie und schon in der zweiten Minute ergaben sich erste Gelegenheiten auf beiden Seiten. Gut für die beiden Schlussleute, Rene Werner auf Seiten der Gäste und Dominik Müller im Kasten der Hotdogs. Denn diese Partie wurde mit zunehmender Dauer auch immer mehr zu einem Duell der beiden Maskenmänner, die ihren Vorderleuten mit teils überragenden Paraden die Siegchancen wahrten. In der siebten Minute dann eine weitere Schlüsselszene im Spiel, Bräunlingens Kapitän Philipp Rosenstihl sah Gelb, durfte daraufhin für zehn Minuten das Sünderbänkchen drücken. Es gelang dem Team von Coach Jens Hahn aber, diese Zeit unbeschadet zu überbrücken und immer mehr Angriffe auf das Gästegehäuse aufzubauen. Mit Erfolg: In der zehnten Minute war es soweit, der erste Nadelstich war den Hausherren vergönnt: Markus Narr, gestern ein ständiger Unruheherd vor dem Heilbronner Tor, tankte sich durch und überwand Rene Werner zum 1:0 für Bräunlingen. Und die Hotdogs wollten mehr: Martin Lange, gestern mit der beste Mann auf dem Feld und mit zahlreichen Tempovorstößen ein Leader für seine Farben, sollte zwar diesmal nicht treffen, brachte als Verteidiger eingesetzt aber etliche Angriffswellen in Fahrt. Doch fünf Sekunden vor Drittelende glich Alexander Weiss für Heilbronn aus.

Auch im zweiten Abschnitt blieb das Spiel weiterhin hochinteressant. Die zahlreichen Bräunlinger Fans spürten nun immer deutlicher, dass ihre Mannschaft ihnen heute endlich wieder einmal zu Hause eine Freude bereiten wollte. Die Dogs rackerten nach Leibeskräften, warfen sich in Schüsse der Gäste und unterstützten ihren Goalie, der mit einigen Big Saves die erforderliche Souveränität in solch einem Entscheidungsspiel auf sein Team ausstrahlen konnte. In diesem Abschnitt fiel der derzeit in bestechender Form befindliche Stürmer Stefan Ziegler mit einem Cut am linken Arm aus und musste im Krankenhaus mit fünf Stichen genäht werden.

Dass Ziegler im letzten Abschnitt schon wieder bei seiner Mannschaft war und das Team auf der Bank moralisch unterstützte, zeugt zum Einem von seinem immer größer werdenden Führungspotenzial und war zum anderen ein weiterer Beweis für den Zusammenhalt des Teams. In diesem Drittel fiel dann auch die von allen Fans so inniglich ersehnte Entscheidung zugunsten ihrer Jungs. Bräunlingen war weiter leicht feldüberlegen, Heilbronn verlegte sich aufs Konterspiel, das aber permanent gefährlich blieb. Goalie Müller hielt weiter, was auf ihn kam und in der 55. Minute war es dann endlich soweit: Es war ausgerechnet einer, den eigentlich keiner so richtig auf der Rechnung hatte, dem aber der letztliche Gamewinner vergönnt war. Rookie Daniel Moritz, der sein erstes Bundesligaspiel bestritt und schon in den vorangegangenen Dritteln kämpferisch sehr positiv in Erscheinung getreten war, stand nach einem Schuss seines Sturmpartners Thomas Hutmacher goldrichtig und verwertete den Nachschuss zur großen Freude aller zum umjubelten 2:1. Moritz musste lange auf diesen Moment hinarbeiten, doch mit seinem ersten Bundesligator gleich im ersten Spiel erwischte der 18-jährige einen Start nach Maß in der ersten Mannschaft. Heilbronn war nun angeschlagen, dieser Treffer brachte die Dragons sichtlich aus ihrem Konzept. Sebastian Schmid, gestern als Verteidiger eingesetzt und ebenfalls mit einer ganz starken Partie (in der 59. Minute warf er sich in einen Schuss der Gäste und vereitelte damit eine weitere, hundertprozentige Torchance) erkannte dies in der 56. Minute schneller als alle um ihn herum und netzte zur letztlichen Entscheidung nach Zuspiel von Andreas Demitter zum 3:1 ein – die Halle kochte.

Mit Andreas Demitter wären wir beim tragischen Held des gestrigen Krimis angekommen: In der 59. Minute erwischte es den Offensiv-Verteidiger schlimm und er musste mit Verdacht auf einen Oberschenkelbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Eine Untersuchung ergab zum Glück die Entwarnung: Demitter erlitt eine schwere Prellung, gebrochen ist jedoch nichts.

Nach dem Shakehands mit den Gästen feierten die Hotdogs mit ihren Fans, als hätten sie soeben eine Meisterschaft errungen. Tatsache ist zumindest, dass es jetzt schon mit dem Teufel zugehen müsste, wenn Bräunlingen noch auf dem letzten Tabellenplatz landen würde. Das Erreichen der Play-downs scheint geschafft, für Heilbronn sieht es düster aus. Wollen die Dragons doch noch an Bräunlingen vorbeiziehen, so müssen sie in ihren drei noch ausstehenden Partien gegen Langenfeld, Schwabmünchen und Kollnau immer Punkte holen und mindestens fünf Zähler gesamt erreichen. Und Bräunlingen dürfte natürlich selber keine weiteren Punkte im Restprogramm mehr holen.