Bitte Niederlage gegen Europas Titelträger

Kinderknecht-Festspiele in der JahnhalleKinderknecht-Festspiele in der Jahnhalle
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So einfach war es wohl schon lange nicht mehr, den HC Köln-West zu schlagen. Dieses Fazit müssen die Breisgau Beasts aus dem Spiel am Samstagabend in der 1. Skaterhockey-Bundesliga Süd ziehen. Mit 3:6 (1:5, 1:0, 1:1) gingen die Rheinländer als Sieger vom Platz.

Drei Schüsse kamen in den ersten drei Minuten auf das Beasts-Gehäuse. Zum Entsetzen der Besucher auf den spärlich besetzten Rängen waren alle hinter Goalie Müller eingeschlagen. Der Keeper wirkte nervös und sah bei allen drei Treffern alles andere als gut aus. Die gesamte Mannschaft erholte sich nur langsam von diesem Schock. Erinnerungen an frühere Pleiten mit mehr als zehn Gegentreffern wurden wach. Doch nach und nach fingen sich die Hausherren. Christoph Mathis schaffte den Anschluss schon in der vierten Minute doch im Powerplay traf Heller zur erneuten Drei-Tore-Führung. Zum ungünstigsten Zeitpunkt traf Max Bankewitz dann 20 Sekunden vor dem Ende des Auftaktdrittels sogar zum 5:1. Doch die Freiburger waren schon in der Schlussphase des Drittels aufgewacht, machten gehörig Druck auf die nun sehr passiv spielenden Kölner.

Im Mittelabschnitt folgte dann mit dem 2:5 durch Mauderers Shorthander sogleich die endgültige „Wiederauferstehung“ der Beasts, besonders Müller schien es nun wissen zu wollen und hielt, was zu halten war und so überstand man auch die Unterzahlsituation. Vorne zauberten die Mannen von Uwe Bührer nun phasenweise, erspielten sich reihenweise Großchancen, doch sie kamen am überragenden Torhüter Paul Bankewitz nicht vorbei, und wenn der Ball es am Keeper vorbei geschafft hatte, stand der Pfosten im Weg, oder ein Verteidiger bekam noch ein Bein oder einen Schläger dazwischen. Die Gäste hätten sich in dieser Phase nicht beschweren dürfen, wenn die Beasts zwei oder drei Treffer erzielt hätten, doch es sollte in diesem Drittel kein Treffer mehr fallen.

Dramatik pur dann im letzten Drittel: Freiburg rannte wie besessen auf das Kölner Tor an, die Zuschauer hatten mehr als ein Mal den Torschrei auf den Lippen. Patschull, Godenschwegen, Mathis hatten noch die dicksten Möglichkeiten, alle Szenen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Auf der Gegenseite blieben die Kölner brandgefährlich, doch nun scheiterten sie ebenfalls an einem Torwart, der zu seiner Form zurückgefunden hatte. Speziell die Situation nach Patschulls Fünf-Minuten-Strafe dokumentiert, wie heiß die Beasts waren, diesem Spiel die verdiente Wendung zu geben. Nach einer Minute Unterzahl musste auch noch Daniel Ketter in die Kühlbox, nun war es um die Freiburger geschehen, dachten wohl alle. Nur nicht die Akteure auf der Fläche, erst Godenschwegen und Stehle, Dischinger und Robert, dann Kinderknecht und Mauderer spielten zusammen mit Müller ein starkes Penaltykilling. Zwei gegen Vier, das ist gegen Köln ein sicherer Gegentreffer, normalerweise, denn auch diese Phase überstanden die tapfer kämpfenden Beasts und es kam noch besser: Alex Kinderknecht traf mit einem abgefälschten Schuss sogar zum 3:5 (52.). Doch als die Beasts gerade wieder komplett waren, versetzte ihnen Kemmerling den Gnadenstoß (54.).

Nun bleibt den Beasts nur, sich an den guten 53 Minuten zu orientieren und die Scharte auszuwetzen. Gelegenheit dazu haben sie bereits am kommenden Wochenende, dann sogar zweimal. Zuerst geht es am Freitag bei den Düsseldorf Rams um den Einzug ins Pokal-Achtelfinale und am Sonntag geht es im Derby gegen die Badgers Spaichingen, die am Sonntag überraschend einen Punkt gegen die Kölner geholt haben. Die Beasts haben also keinen Grund, den bisher sieglosen Gast zu unterschätzen. Spielbeginn am Sonntag ist um 17 Uhr in der Jahnhalle in Freiburg-Zähringen.