Big Point gegen Uedesheim

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Die Breisgau Beasts konnten in der Skaterhockey-Bundesliga erstmals gegen die Uedesheim Chiefs punkten, nach einem tollen Spiel trennte man sich vom Tabellenführer mit 9:9 (1:2, 5:3, 4:5).

Es hatte sich gegen Heilbronn, Düsseldorf und zeitweise auch im Pokal gegen Bissendorf angedeutet. Die Breisgau Beasts haben, allen Abstiegssorgen zum Trotz, den Abstand zu den Spitzenteams in Deutschland verkürzt. Die Uedesheim Chiefs waren gewarnt, im Hinspiel konnte man nur knapp gewinnen und so waren die Gäste zwar favorisiert aber chancenlos gingen die Freiburger nicht ins Spiel.

Der Beginn der Partie, die leider nicht die gewohnt hohe Zuschauerzahl aufweisen konnte, verlief allerdings so wie es meistens war in den Matches gegen Topteams der Liga. Nach dem fast schon üblichen Abtasten ließen die Gäste den Ball schön durch ihre eigenen Reihen laufen Benny Handrich mit schönem Zuspiel für Mörsch der eiskalt zum 0:1 versenkte.

Gleich darauf die Beasts aber in Überzahl, doch außer einem Lattentreffer kam nichts Zählbares heraus. Im Gegenteil: Schreiber versuchte es mit einem Fernschuss und überraschte Markus Selinger, der zu Beginn das Tor hütete und seine Sache insgesamt sehr gut machte.

Wie das Spiel sich entwickeln sollte, zeigte Benjamin Stehle nur 20 Sekunden später als er Chiefs-Goalie Mannheim über die Fanghand hinweg ins Kreuzeck überwinden konnte.

Nun passierte erst einmal nicht mehr viel, die Partie verflachte etwas, Aufregung kam nur bei zwei Strafen gegen Ralf Lux auf, die beiden Unterzahlsituationen überstanden die Beasts auch dank Selinger schadlos. Andy Mauderer hätte noch für den Ausgleich sorgen können doch er scheiterte mit einem Alleingang am Pfosten. So ging es mit 1:2 in die erste Pause.

Aus dieser kamen die Gäste mit etwas mehr Elan, der neue Trainer Peter Schrills schien ihnen gehörig eingeschenkt zu haben, empört über die doch zahlreichen individuellen Fehler.

Muhs traf auf Vorarbeit von Klerings zum 3:1 für die Gäste (23.). Noch vor Jahresfrist wären die Beasts nun wohl untergegangen, doch sie blieben im Spiel. Michael Sedlak traf mit einem schönen Handgelenkschuss ins lange Eck (26.), damit nicht genug, Thorsten Sonner überlistete Martin Mannheim mit einem Rückhandschlenzer und sorgte für den Ausgleich, die Halle stand Kopf, überhaupt war das Publikum am Samstag der sechste Mann, die Chiefs zeigten sich beeindruckt ob der Lautstärke der leider kleinen Kulisse.

Weiter ging es munter hin und her, das Spiel hatte offensiv wirklich Spitzenniveau und vor allem ging es fair zur Sache, was den Unparteiischen leider entgangen sein musste. Wieder einmal konnten die Referees mit dem Niveau der Akteure nicht mithalten und sorgten dafür, dass eine völlig harmlose Partie langsam aber sicher nickelig und ruppiger wurde. Willkürlich wurden nun Strafen verhängt ohne eine Mannschaft wirklich zu benachteiligen, doch somit war der Spielfluss gestört und durch die ständigen Powerplays gab es natürlich auf der Anzeigetafel einige Bewegung. Eine 2:3-Unterzahl gab es dann auch in der 28. Minute. Zuerst traf Nationalspieler Patrick Komor zum 3:4 aus Freiburger Sicht und bei 3 gegen 4 Spielern war es Joosten, der Selinger überwinden konnte.

Die Beasts wechselten nun wie abgesprochen den Keeper, Christoph Mathis bekam auch gleich viel Arbeit, hielt seine Farben aber weiter im Spiel und so konnte Dominik Wilnauer mit viel Kraft das 4:5 per Shorthander erzielen, in eigener Überzahl waren die Chiefs zu weit aufgerückt. Die Beasts weiterhin in Unterzahl, was Andy Mauderer nicht davon abhielt einen weiteren Nadelstich zu setzen, Vorlage vom starken Sedlak, wieder Shorthander, 5:5 (36.).

Die Gäste waren nun endgültig nicht mehr Herr der Lage, versuchten mit einem Torwartwechsel für Ruhe zu sorgen, was nur kurz gelang, denn statt eine unübersichtliche Situation sofort abzupfeifen, sorgten die Schiedsrichter dafür, dass Wilnauer und Klerings aneinander gerieten, welche sich dann fünf Minuten abkühlen durften. Jetzt war das Spiel endgültig nicht mehr in der Hand der Herren in Schwarz, die mit ihrem Auftreten für Unmut auf beiden Seiten sorgten.

Zwischen vielen Diskussionen und Unterbrechungen durften teilweise auch die Spieler noch einmal ihr Können zeigen und so traf Sedlak in Überzahl am noch nicht im Spiel angekommenen Oliver Derigs vorbei zur 6:5 Führung (39.), mit der es dann auch in die Pause ging.

Die Beasts zeigten wohl ihr bestes Spiel der Saison und so bleibt es unverständlich, warum man nicht um einen Playoffplatz kämpft, sondern um den Klassenerhalt.

Die ersten Minuten des Schlussdrittels blieben zuerst ruhig doch als Stehle in Überzahl zum 7:5 getroffen hatte (46.), nahmen die Referees das Spiel wieder in ihre Hände.

Die Gäste durften von nun an erst einmal Powerplay trainieren und taten dies auch sehr manierlich. Mörsch traf per Handgelenkschuss direkt ins Kreuzeck zum 7:6 (47.)

Eine völlig fragwürdige Strafe gegen Michael Sedlak sorgte dann für die endgültige Überhitzung der Gemüter, Stehle hatte mittlerweile gelb gesehen, und auch Sedlak, der seine zwei Minuten nicht akzeptieren wollte, durfte dann erst mit Gelb und dann mit Gelb-Rot nicht mehr am Spielgeschehen teilnehmen. Es bleibt festzuhalten, weder Stehle noch Sedlak dürfen sich über die Karten beschweren, doch der Grund für ihre Reaktionen war mehr als verständlich. Allerdings hätten die Spieler in dieser Phase einfach einen kühlen Kopf bewahren müssen, denn dann wäre Uedesheim wohl nicht mehr ins Spiel zurückgekommen.

Pikant: Ein klares Tor von Sebastian Muhs, der gestern mehr mit Diskussionen als mit Spielwitz auffiel, wurde nicht gegeben, da das Tor verschoben war. Klare Fehlentscheidung, wohl auch dem schlechten Gewissen und der aufgeheizten Atmosphäre geschuldet.

So blieb es also spannend und hektisch. Freiburg weiter ständig in Unterzahl, bei 2 gegen 4 nahezu machtlos gegen die gut aufspielenden Gäste, nun durfte Muhs jubeln, der Ausgleich war hergestellt.

Weiter ging die wilde Fahrt, dem 8:7 durch Andy Mauderer, erneut in Unterzahl, nutzte einen der vielen Fehler im Aufbauspiel der Chiefs in der 51. Minute ließ Komor den erneuten Ausgleich folgen. (52.) Und es kam noch schlimmer, Klerings traf - natürlich in Überzahl – zum 9:8. Die Beasts-Anhänger ahnten das Schlimmste, doch Dominik Wilnauer krönte seine gute Leistung in der 56. Minute mit dem 9:9. Zum Schluss durften die Beasts sogar noch einmal in Überzahl agieren und hatten mehrmals die Chance zum Siegtreffer, doch scheiterten sie entweder am starken Derigs oder an ungenauen Pässen. Einen Konter über Mörsch konnte Mathis hingegen noch vereiteln. Und so blieb es am Ende beim Remis in einem Spiel, das nichts für schwache Nerven gewesen war. Die Beasts haben unter dem Strich zwar einen Punkt verschenkt, doch wenn man vor der Partie gesagt hätte man holt ein Unentschieden, Coach Bührer hätte sicherlich unterschrieben. „Dieser Punkt wird für uns noch viel wert sein“, war er sich sicher, im Kampf gegen den Abstieg ein deutliches Zeichen in Richtung Konkurrenz gesetzt zu haben. Auch Gästetrainer Schrills hatte einen Gegner gesehen, der „nicht so gespielt hat wie ein Tabellenvorletzter“.