Beasts holen den Zweitligatitel

Kinderknecht-Festspiele in der JahnhalleKinderknecht-Festspiele in der Jahnhalle
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Nachdem die Freiburger Skaterhockeycracks es im letzten Saisonviertel noch einmal ganz schön spannend gemacht hatten und in Bernhardswald und Zweibrücken vier Punkte liegen liessen, waren die Breisgau Beasts im letzten Saisonspiel bei den Attinger Wölfen zum Siegen verdammt.

Viel Arbeit für beide Torhüter sollte es an diesem Tag in der extrem kleinen Sporthalle geben, soviel stand schon vor dem Spiel fest. Gerade einmal 25 Meter Platz zwischen den beiden Goalies machten ein Spiel, wie es die Beasts gewohnt waren, undenkbar. Im Training hatte man aber schon einmal versucht sich an die Bedingungen zu gewöhnen, indem man in der heimischen Jahnhalle einfach die Fläche verkleinerte.

Dies zahlte sich gleich zu Beginn aus, noch in der ersten Minute konnte Benny Stehle, der sich jetzt auch offiziell Zweitliga-Topscorer nennen darf, auf Zuspiel von Luis Dischinger zum 1:0 für die Beasts einnetzen. Doch im Grunde hatten beide Teams ständig Torgelegenheiten, es ging munter hin und her, beide Torhüter, der junge Herzog auf Attinger und Dirk Müller auf Freiburger Seite hatten alle Hände voll zu tun und lieferten sich über die ganze Partie ein starkes Duell auf Augenhöhe.

Beim 2:0 für die Beasts durch Torben Godenschwegen, nach feiner Vorarbeit von Andy Mauderer war allerdings auch Keeper Herzog machtlos, zu gut war dieses Tor herausgespielt.

Auch den dritten Treffer besorgten die Beasts, allerdings ins falsche Tor. Stehle wollte vor dem eigenen Tor den Ball nach vorne schlagen traf dabei aber nur seinen Gegenspieler und am völlig verdutzten Müller vorbei ins eigene Tor. Ein Treffer der Marke kurios, der sicher nur in einer solchen Halle fällt. Weiter ging die wilde Fahrt mit einem Unterzahlspiel für die Beasts welches Daniel Skrtel im dritten Nachschuss nutzen konnte. Thomas Raidl nutzte dann einen Stellungsfehler der Beasts mit einem schönen Schuss ins linke untere Eck, 16 Minuten waren gespielt und die Titelträume der Gäste drohten zu platzen. Die Wölfe machten nun noch weiter Druck, scheiterten aber entweder an Müller oder am Pfosten.

Im zweiten Drittel rückten dann die Torhüter noch weiter in den Mittelpunkt, es entwickelte sich ein Spiel mit echtem Endspielcharakter. Atting ließ einige Großchancen liegen, was Andy Mauderer mit dem Ausgleichstreffer bestrafte (35.) zwei Minuten später stellte Godenschwegen in Überzahl auf 4:3 für die Beasts. Stehle hatte mit einem schönen Querpass die Vorarbeit geleistet. Nun hatten die Beasts den Fisch, bzw Wolf am Haken, aber nun versäumten sie es, die nötigen Tore zu erzielen. Herzog wuchs über sich hinaus, die Beasts trafen aber sogar am geschlagenen Goalie vorbei, nicht.

Die Rache folgte kurz vor Drittelende, Lux hatte Maier einschussbereit zu Fall gebracht, den fälligen Penalty verwandelte Alzinger souverän, und wieder war das Spiel völlig offen. Doch die Schiedsrichter verhängten trotz des verwandelten Penaltys noch ein Strafe gegen Lux, so dass die Beasts das Drittel in Unterzahl überstehen mussten, dies aber auch mit vereinten Kräften schafften. In der Drittelpause sahen die Referees den Fehler ein und annulierten die Strafe gegen Lux, nicht auszudenken, was bei einem Gegentor passiert wäre.

So ging es im Schlussdrittel quasi bei Null los und genau so weiter wie zuvor, rauf und runter, viele Schüsse, toll für die Zuschauer, schlecht für die Herzen der Coaches auf beiden Seiten. Als Stehle dann erneut von der eigenen Torlinie den jungen Torwart zu seinem einzigen Fehler zwang, schien der Knoten geplatzt. Eine Unterzahl überstand man noch schadlos und in einer doppelten Überzahl konnte Mauderer nach einer tollen Kombination über Lux und Stehle auf 6:4 erhöhen. (49.)

Doch Atting steckte keineswegs auf, suchte sein Heil in der Offensive, durfte auch noch zwei Mal im Powerplay agieren, scheiterte aber am glänzend aufgelegten Müller, der im Schlussabschnitt keinen Treffer mehr zuliess. Sven Gerig sorgte dann drei Minuten vor Schluss für den 7:4-Endstand.

Mit der Schlusssirene brachen dann alle Dämme und die neuen Meister der 2. Bundesliga Süd feierten ihren Erfolg ausgelassen. Die Beasts sind damit nach nur einem Jahr wieder berechtigt, in der 1. Bundesliga zu spielen. Das Saisonfazit muss zwangsläufig positiv ausfallen, man verlor nur zwei Spiele, gewann beide Partien gegen den direkten Konkurrenten Spaichingen, man konnte einige Spieler aus dem Nachwuchs in die erste Mannschaft einbauen und am Ende die verdiente Meisterschaft feiern. Benjamin Stehle landet mit 37 Toren und 24 Assists an der Spitze der Torjäger-und Scorerliste, in der Fairplay-Wertung landete man anders als in den Vorjahren nicht am Ende sondern im Mittelfeld der Tabelle.

Wenn der Kater der Aufstigesfeier verflogen ist, muss man sich allerdings fragen, wohin die Reise der Beasts nun gehen soll. Will man den jungen Spielern weiterhin die Möglichkeit bieten, sich im Herrenbereich weiter zu entwickeln, kommt die 1. Liga sicher ein Jahr zu früh, die Verantwortlichen stehen daher vor einer schwierigen Aufgabe, denn wer weiß, ob man in einem weiteren Jahr zweiter Liga noch einmal den Aufstieg schaffen würde.