Am Ende fehlte die Kraft

Am Ende fehlte die KraftAm Ende fehlte die Kraft
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Das war nicht das klassische Spiel zwischen einem Titelaspiranten und dem Schlusslicht der Tabelle. Das lag nicht daran, dass Duisburg schlecht spielte, sondern die Adler waren ein unangenehmerer Gegner als erwartet.

Dennoch fing das Spiel wie gewohnt aus Kaarster Sicht an. Nach 76 Sekunden führte der Gastgeber mit 1:0. Auf Zuspiel von Fabian Lenz hob Assistent Patrick Schmitz frei vor dem Tor den Ball hoch in den Winkel. Kaarst schüttelte diesen frühen Rückstand ab und versuchte Druck auf das Duisburger Tor auszuüben. Erfolg hatte dabei bereits nach drei Minuten Roy Lindner, der einen Pass von Pascal Mackenstein um den Torhüter herum verwandelte. 1:1. Danach entwickelte sich ein munteres Spiel auf beiden Seiten und die jeweiligen Torhüter hatten genügend Gründe sich auszuzeichnen. Nach 9 Minuten legte Dominik Müller zum 2:1 auf. Er hatte einen Pass entscheidend verlängert. Duisburg versuchte nachzulegen, aber dagegen hatte heute die Abwehr der Adler etwas und besonders der neue Keeper Justin Schrörs, der einen guten Einstand bot. Er brachte Ruhe in die Hintermannschaft und ließ auch bei zahlreichen Kontern nichts anbrennen. Ab der 16. Minute wurde es für Kaarst brenzliger. In diesem sehr fairen Spiel musste ein Eagle auf die Strafbank. Duisburg baute sein System ruhig und gekonnt auf und alle Heimfans warteten nur auf das 3:1. Das fiel aber nicht, im Gegenteil. Luca Linde fing vorne gekonnt einen Querpass ab, lief leicht vom letzten Verteidiger bedrängt auf den Torhüter zu und legte den Ball gekonnt über die Schoner von Duisburgs René Hippler. 2:2 und dass in Unterzahl. Ein seltenes Erlebnis für die Heimmannschaft. Keine zwölf Sekunden später erwischte Duisburgs Kapitän Sebastian Schneider vom Mittelkreis die Kaarster Abwehr auf dem falschen Fuß. Sein halbhoher Schlenzer fand überraschend den Weg über die Torlinie. 3:2 und so ging es in die erste Pause.

Die ersten Minuten im zweiten Abschnitt begannen wieder sehr dynamisch und die Torschüsse flogen im Sekundentakt auf die beiden Torhüter zu. Kombiniert wurde auch und dass meist auf Kaarster Seite. Das Erfolgsduo im Entendress Paul Fiedler und Dominik Müller kombinierte in der 25. Minute erfolgreich und brachten ihr Team mit 4:2 in Führung. War`s das für Kaarst? Zogen jetzt die Ducks ihr Spiel auf? Nein, denn jetzt begannen die stärksten Abschnitte der Gelb-Schwarzen, angefeuert von ihrem 50-köpfigen Anhang.  

Todsichere Chancen wurden nicht verwandelt, teils aus der Hektik heraus teils auch wegen des Könnens von René Hippler. In der 35. Minute war er allerdings machtlos. Christoph Glaubach wagte sich nach vorne und passte auf Neuzugang Benjamin Hanke, der den Ball ruhig zum 4:3 verwandelte. Die Adler drehten auf und erhöhten die Angriffsaktivitäten. Kaum war der Schock auf Gastgeberseite verdaut, legten die Eagles nach. In der 36. Minute brachte Christian Perlitz den lautstarken Kaarster Fanblock zum Kochen. Auf Vorlage seines Sturmpartners Thimo Dietrich schaffte er den 4:4-Ausgleichstreffer. In den letzten vier Minuten hatten die Adler so viele Einschussmöglichkeiten, dass sie in einem normalen Spiel für 10 Tore gereicht. Es gab alleine eine Zeitsequenz von 5 Sekunden, in denen es vor dem Tor der Duisburger lichterloh brannte und die Eagles mindestens fünf Mal hintereinander am Torhüter scheiterten. Hippler hielt in diesen Momenten die Hausherren im Spiel. So ging es nach einem sehr engagierten Drittel in die letzte Pause.

Zurück kam ein entschlosseneres Team in Schwarz-Weiß, das von Anfang an mehr Druck auf den Kaarster Kasten ausübte. Sie wollten sich das Heft nicht mehr so aus der Hand nehmen lassen, wie kurz zuvor. So engten sie die Adler in ihrer Hälfte ein, aber nach wie vor hatten sie viel Glück, Geschick und einen guten Keeper. In der 45. Minute musste der heutige zweite Adler auf die Strafbank und nach 19 Sekunden lag der Abpraller eines Fernschusses im Tor der Kaarster. Erneut hatte der heute dreimalige Torschütze den letzten Kontakt und reagierte am schnellsten. 5:4 und noch über 15 Minuten waren zu spielen. Kaarst tat alles für eine Ergebniskorrektur, aber sie waren im Angriff nicht mehr so präzise wie in den ersten 40 Minuten. Die Kräfte schwanden bei dem ein oder anderen Spieler und das Spiel Mann gegen Mann litt. Coach Jan Opial reagierte und brachte frische Kräfte ins Spiel. Leider waren die Entlastungsangriffe nunmehr dennoch schwächer und selbst wenn die Adler sich durchgetankt hatten, stand da immer noch René Hippler im Weg. Duisburg hatte auch noch genügend Chancen den sechsten Treffer zu landen, scheiterte aber auch hier am Kaarster Torhüter. Eine Minute vor Schluss zog ein Duisburger Verteidiger den Ball über die Bande. Die Schiedsrichter legten dies regelgerecht mit einer Strafzeit aus. In den letzten zwei Minuten darf der Ball nicht absichtlich über die Bande geschossen werden. Kaarst nahm eine Auszeit und besprach die Überzahlsituation, weil man natürlich bei diesem Spielstand in einem günstigen Moment auch noch den Torhüter herausnehmen wollte.

Kaarst eroberte oft den ersten Ball nach dem Bully, zog mehrfach auf das Tor ab, blieb hängen oder Hippler hielt. Die verbleibenden drei Duisburger Spieler konnten den Ball auch nicht ins leere Kaarster Tor unterbringen, aber sie hangelten sich erfolgreich über die Zeit. So stand es am Ende etwas unglücklich 5:4 für Duisburg, was man vor dem Spiel nicht so erwartet hätte.