Zwei Siege für die Grizzlys – Direkte Play-off-Qualifikation in Reichweite

Ein Spiel - zwei NiederlagenEin Spiel - zwei Niederlagen
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Zwei Siege konnten die Bad Nauheim Grizzlys am vergangenen Wochenende in der IHD-Inlinehockey-Bundesliga einfahren: am Samstag landete man einen relativ lockeren 19:8-Erfolg in Braunschweig, während die Kurstädter einen Tag später mehr Mühe als erwartet beim knappen 6:5-Heimsieg gegen Baunatal hatten.

Dabei war man mit einigen Personalsorgen in Richtung Norddeutschland gefahren, nachdem man zunächst über keinen Torhüter sowie nur acht Feldspieler verfügte. David-Lee Paton, der derzeit in seiner Heimatstadt Iserlohn weilt, erklärte sich aber kurzfristig bereit einzuspringen, so dass er in Kassel zum Team stieß. Zudem nahm man mit Mark Ziegler den Torhüter der Landesliga-Mannschaft mit, während sich Trainer Markus Jehner ebenfalls umzog, um ebenfalls aufzulaufen. Die Gastgeber zeigten wie schon zuletzt im Heimspiel gegen Baunatal Auflösungserscheinungen. Zunächst standen nur acht Akteure zur Verfügung, später dezimierte man sich mit Disziplinarstrafen selber, so dass die Kurstädter relativ leichtes Spiel hatten. Von Beginn an dominierte man die Hausherren, so dass es nach 30 Spielminuten bereits 8:1 für die Grizzlys stand. Paton musste dabei maximal zehn Distanzschüsse halten, was ihm keinerlei Probleme bereitete.

Ab dem dritten Viertel kam dann der Backup-Goalie zum Einsatz, und plötzlich schien der Aus-Schalter bei den Gästen betätigt worden zu sein. Es war keine Konzentration mehr vorhanden, während jeder Schuss der Vipers im Netz landete. So stand es nach wenigen Minuten 8:6, was Markus Jehner veranlasste, wieder Paton zwischen die Pfosten zu stellen. Mit ihm bekam man das Geschehen wieder in den Griff und konnte nach drei Vierteln auf 12:6 davonziehen. Im letzten Abschnitt musste bei den Gastgebern ein Feldspieler ins Tor, nachdem der Stamm-Goalie die Brocken hingeworfen hatte und sich vorzeitig umzog. Dies nutzten die Grizzlys zu einer wahren Torflut, so dass das Resultat auch in dieser Höhe kein Zufall mehr war. "Braunschweig war sehr schwach, was wir konsequent genutzt haben. Lediglich im dritten Abschnitt waren wir zu unkonzentriert, aber trotzdem bestand nie richtige Gefahr", resümierte Markus Jehner diese Auswärtspartie.

Anders sah die Lage beim Heimspiel am Sonntag gegen Baunatal aus, die von der Tabelle her nicht viel besser dastehen, als die Braunschweiger. Zudem reisten die Gäste lediglich mit einem Minikader von zwei Blöcken an, während die Gastgeber entgegen des Vortags-Matches zumindest wieder auf zehn Feldspieler plus zwei Torhüter (Fröhlich und Guryca) zurückgreifen konnten. Die Nordhessen spielten von der ersten Minute an clever und warteten konsequent auf ihre Chancen. Bad Nauheim war zwar erwartungsgemäß die spielbestimmende Mannschaft, allerdings verzettelte man sich häufig in zu komplizierten Aktionen. Zudem hielt Gäste-Torhüter Möller, der die Partie durchspielte, alles, was auf sein Gehäuse kam. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Pinguine frecher und kamen in der 8.Minute durch den starken André Haaf zu einem Pfostenschuss. In der 10.Minute war es wieder Haaf, der nach einem Break durch war, doch Reto Fröhlich hielt seinen Schlenzer. Die Baunataler Führung deutete sich aber an, und in der 13.Minute war es nach einem Onetimer durch Inselmann soweit: es stand 0:1 für die Gäste.

Im zweiten Abschnitt dasselbe Bild: Nauheim stürmte, Baunatal konterte. In der 17.Minute hatte Lattemann den zweiten Treffer auf dem Schläger, aber Fröhlich hielt erneut glänzend. Dann folgte aber eine Drangphase der Hausherren, die sich nicht in dieser Form vorführen lassen wollten. Zunächst trafen Gosdeck und Beran lediglich den Pfosten, in der 26.Minute konnten die gut 100 Grizzlys-Fans endlich den ersten Treffer markiert von Kapitän Carsten Gosdeck zum 1:1 bejubeln. Der Knoten schien geplatzt, und erneut war es Gosdeck, der die Grizzlys in der 29.Minute in Front brachte. Eine Unaufmerksamkeit sorgte in der letzten Spielminute des zweiten Viertels aber für den 2:2-Halbzeitstand durch Baunatals Inselmann, wodurch das Match weiterhin offen blieb.

Der dritte Abschnitt gehörte zwar vollends den Gastgebern, sie machten aber einfach zu wenig aus den sich bietenden Chancen. Zwar traf Gosdeck zunächst zum 3:2, sowohl er als auch Martin Flemming hätten deutlich erhöhen können, wäre der Pfosten nicht im Wege gewesen. Zumindest Bernhard Naulin traf zum 4:2 nach 40 Spielminuten, aber auch dies brachte noch keine Vorentscheidung. Die Gäste ließen weder spielerisch noch konditionell nach und kamen durch Haaf in der 41.Minute zum 4:3-Anschlusstreffer, dem Nauheims Simon in der 45.Minute den 5:3-Pausenstand folgen ließ.

Spätestens nach dem 5:4 durch Haaf in der 47.Minute war klar, dass es nochmal ein ganz heißer Tanz werden würde in dieser Partie. Baunatal drückte, während Bad Nauheim eine Überzahl in der 50.Minute durch Gosdeck zum 6:4 verwertete. Die Pinguine blieben aber bissig, und erneut war es André Haaf, der in der 52.Minute nochmals den Anschluss herstellte. Die Gäste probierten in den Schlussminuten noch einmal alles und nahmen sogar ihren Torhüter vom Feld, doch die Grizzyls brachten das Ergebnis über die Zeit. Einen negativen Höhepunkt gab es dennoch, als Nauheims Stanislav Beran exakt zehn Sekunden vor dem Ende eine Matchstrafe erhielt, nachdem er seinen Gegenspieler durch ein Beinstellen in die Bande zwang. Somit wird der Angreifer mit der Rückennummer 41 am kommenden Samstag im Rückspiel auf jeden Fall fehlen.

"Das war ein Arbeitssieg. Baunatal liegt uns irgendwie nicht, wir haben letztes Jahr schon arge Probleme gegen sie gehabt. Umso mehr bin ich froh, dass wir das Spiel gewonnen haben", sagte Coach Markus Jehner nach dem Schlusspfiff. Durch diesen Erfolg ist das Team bis auf einen Zähler bei einem Spiel weniger auf die Assenheim Patriots und die punktgleichen Düsseldorfer herangekommen, so dass man die direkte Qualifikation für das Halbfinale selber in der Hand hat.

Passau und Erding zu Gast in Düsseldorf
Zwei Heimspiele für die Gladiators

Am Samstag finden im Eisstadion an der Brehmstraße die nächsten Heimspiele der Düsseldorf Gladiators in der Saison 2016 der Deutschen Inlinehockey-Liga (DIHL) statt....

Inlinehockey-Nationaltrainer und Eishockey-Pionier
Christian Müller: Vom Eigentor bis zum Nationaltrainer des Iran

Und wieder schallt dieses eine Wort durch die Halle. „Dobare!“, ruft Christian Müller. Ob das so korrekt geschrieben ist? Oder auch ausgesprochen? Da ist sich der 32...

Stiller Eishockey Center
Schlittschuhlaufen auf Berlins erster Synthetik-Eisfläche

Ende April 2016 wurde im Berliner-Stadtbezirk Treptow-Köpenick die erste Synthetik-Eisfläche Berlins offiziell eröffnet. Bis dahin war es ein langer und oft beschwer...

Auftakt in die IIHF-Inlinehockey-WM
Niederlagen gegen die USA und Kanada

Die DEB-Auswahl ist mit zwei Niederlagen in die IIHF-Inlinehockey-WM 2015 in Finnland gestartet. ...

DIHL-Finale: Erding bleibt Meister
IC Königsbrunn ist deutscher Inlinehockey-Vizemeister

Der IC Königsbrunn konnte am Freitagabend den Rückstand aus dem Hinspiel nicht aufholen. Erding bleibt nach einem 7:4-Erfolg neuer und alter Deutscher Inlinehockey-M...