Inlinehockey-WM: Deutschland unterliegt Gastgeber Tschechien

Thomas Ower stand ab dem dritten Viertel im deutschen Tor. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)Thomas Ower stand ab dem dritten Viertel im deutschen Tor. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
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Das erste Viertel begannen beide Mannschaften zurückhaltend. Einen ersten Schreckmoment gab es für die Deutschen aber bereits in der ersten Minute, denn Torwart Jochen Vollmer wurde von zwei Spielern zu Fall gebracht und hatte einige Minuten Probleme. Kurz darauf kam Deutschland zu einem Überzahlspiel, in dem Eduard Lewandowski die erste Gelegenheit hatte.

Die Tschechen hatten erst nach knapp vier Minuten die Gelegenheit Vollmer zu testen. Wenig später musste Florian Engel auf die Strafbank, aber wirklich gefährlich wurde das Heimteam nicht. Sämtliche Schüsse verpassten das deutsche Gehäuse. Pech hatte die Deutschen unmittelbar nach dem überstandenen Unterzahlspiel, denn Tschechiens Torwart Roman Handl ließ einen Puck durchrutschen, aber die Scheibe prallte vom Pfosten zurück ins Feld. Bis dato war es eine ausgeglichene Partie ehe Vollmer in der zehnten Minute die Scheibe zum ersten Mal aus den Maschen holen musste. In einer kurzen Druckphase kamen die Tschechen erst doppelt zum Schuss ehe Stürmer Petr Tenkrat nach einem Pass von hinter dem Tor traf. Bis zur ersten Pause blieb Tschechien überlegen aber ohne weitere Großchance.

Deutschland kam mit Macht aus der kurzen Unterbrechung und scheiterte durch Lewandowski binnen 20 Sekunden drei Mal am tschechischen Goalie. Die Gastgeber antworteten mit zwei guten Möglichkeiten die Vollmer zunichtemachte. Wenig später traf Greilinger mit einem seiner satten Handgelenkschüsse nur das Lattenkreuz. Besser machte es dann Pavel Strybek der einen Abpraller ins leere Tor einschieben konnte. Die Deutschen hatten nun große Mühe den Schock des zweiten Treffers zu verdauen, so dass Tschechien zu diversen Chancen kam. Vollmer musste mehrmals waghalsig sein ganzes Können aufbieten. In der 22. Minute hatte Deutschland eine weitere gute Möglichkeit durch Patrick Seifert, der aber, wie zuvor Greilinger, am Metall scheiterte. Fast im direkten Gegenzug nutzten die Gastgeber ein Missverständnis der deutschen Abwehr an der Mittellinie zum 3:0 Halbzeitstand.

Mit Beginn des dritten Viertels wechselte Trainer Holzmann den Torwart und Thomas Ower folgte auf Vollmer. In den ersten Minuten nach Wiederanpfiff präsentierte sich ein ausgeglichenes Spiel. Beide Teams kamen durchaus zu Gelegenheiten, die aber keinesfalls gefährlich waren. Dann aber platzierte Vozdecky einen Schuss unhaltbar für Ower im deutschen Tor und erhöhte auf 4:0. Dies sollte der Auftakt für ein wenig erfreuliche Minuten sein, auch wenn eine Minute später Stefan Ortolf per abgefälschten Schuss nur das Außennetz traf. Ein Zusammenprall in der tschechischen Hälfte leitete in Minute 33 den fünften Treffer ein. Zwei Deutsche kamen zu Fall und die Gastgeber nutzten den Zwei-Gegen-Null Konter eiskalt aus. Wenige Sekunden nach dem Gegentor hatte Greilinger mit seinem zweiten Metalltreffer erneut Pech. Man merkte den Tschechen zu diesem Zeitpunkt an, wie der öffentliche Druck, dass erste Spiel gewinnen zu müssen, immer mehr abnahm. Dementsprechend leicht tat sich der ehemalige NHL-Spieler Rachunek beim 6:0 per Direktschuss. Nun brachen ein wenig die Dämme, denn nur 90 Sekunden später erhöhte das Team von Headcoach Petr Hemsky in Überzahl auf 7:0. Noch vor der Pause zappelte die Scheibe ein weiteres Mal im deutschen Kasten, ehe die Sirene Deutschland erst einmal erlöste.

Wie groß die Verunsicherung nun auf Seiten der Deutschen war zeigte sich 79 Sekunden nach Wiederanpfiff, denn die Tschechen trafen per Konter bei eigener Unterzahl. Zur Krönung erhöhte sich das Ergebnis Pfosten gegen Greilinger zwei weitere Male zu Gunsten der Metallstange. In den folgenden Minuten verflachte das Match zusehends. Während sich das Heimteam an einigen Kunststücken versuchte, konnte Deutschland nicht mehr konsequent zusetzen. Immerhin war es zwei Minuten vor dem Spielende Thomas Greilinger vorbehalten nach Zuspiel von Daniel Menge und Henrik Hölscher den Ehrentreffer zu erzielen. Dies war zugleich das letzte Tor des Tages.

Bereits am Montag trifft Deutschland auf Schweden und damit auf den dreimaligen Weltmeister der letzten vier Jahre. Die Schweden unterlagen am Sonntag dem skandinavischen Rivalen aus Finnland deutlich mit 4:10 und stehen somit unter Druck. Spielbeginn in der CEZ-Arena in Pardubice ist um 16 Uhr.

Trainer Georg Holzmann: „Ich habe noch keine derart starke und gut besetzte tschechische Mannschaft gesehen. Wir haben natürlich zahlreiche Fehler gemacht und es vor allem am Tempo mangeln lassen, aber wir konnten uns als Mannschaft nicht vorbereiten. Erst heute sind die letzten Spieler zum Team gestoßen und da ist es schwer in Form zu kommen. Aber nun gilt es das Spiel abzuhaken und morgen gegen Schweden wieder anzugreifen.“

Kapitän Thomas Greilinger: „Die Tschechen waren uns letztendlich deutlich überlegen und haben verdient gewonnen. Natürlich hatten wir ein wenig Pech mit den vielen Pfostentreffern. Aber leider konnten wir uns kaum vorbereiten, da müssen für die Zukunft Verbesserung hinbekommen. Für morgen müssen wir uns sicherlich in vielen Bereichen steigern, denn Schweden ist trotz der deutlichen Niederlage weiter mein Topfavorit.“

Tore: Greilinger – Broz 2, Tenkrat, Strycek,  Vozdecky, Mojzis, Rachunek, Kames, Polansky. Strafen: Deutschland 6, Tschechien 3. Zuschauer 2000.


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