Inline-Hockey – eine nette Abwechslung

Inlinehockey-WM: USA ist Weltmeister - Deutschland verpasst Bronze knappInlinehockey-WM: USA ist Weltmeister - Deutschland verpasst Bronze knapp
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Vier Monate sind eine verdammt lange Zeit. So lange dauert für den wahren Eishockeyfan die Leidenszeit vom letzten Playoff-Bully in der DEL bis zum Beginn der Vorbereitungsspiele im August. Grillfeste und Badespäße kommen bei dem derzeitigen Wetter auch nicht unbedingt als adäquater Ersatz in Frage. Was tun?



Als Ausgleich bietet sich da die Inline-Hockey-WM an, die zurzeit in Bad Tölz stattfindet. Zwar sind die Regeln anders als im Eishockey, aber wenigstens kennt man die meisten Spieler aus dem letzten Winter: Leo Conti steht im Tor des deutschen Teams, während Thomas Greilinger als bekanntester Feldspieler auf vier Rollen über den Plastikbelag fegt.



Beim gestrigen Auftaktspiel zeigte das Team von Coach Georg Holzmann gegen die favorisierten Finnen eine ansprechende, gleichwertige Leistung. Zwar verlor man am Ende unglücklich mit 3:5, doch die ca. 2000 Zuschauer waren mit der Begegnung sehr zufrieden. Beide Torhüter zeigten herausragende Leistungen und verhinderten mit blitzschnellen Reflexen eine höhere Torausbeute.



So gut das Spiel war, so schlecht war leider die Organisation. Statt bei einer Weltmeisterschaft glaubte man sich eher bei einem Dorfsportfest zu befinden. Journalisten aus aller Herren Länder irrten auf der Suche nach Pressekarten ziellos umher. Zuschauer wurden nach der Pause nicht mehr in die Halle gelassen, weil den Ordnern die Auslasskarten ausgegangen waren. Auch die neuerbaute Mehrzweckhalle in Bad Tölz zeigte in aller Deutlichkeit, dass sie wohl nur für einen einzigen Zweck gebaut worden ist: zum Eishockey im Winter. Mangels entsprechender Lüftung herrschten in der Halle geradezu tropische Temperaturen, was nicht nur den Zuschauern, sondern besonders auch den Spielern mit ihren schweren Ausrüstungen sehr zusetzte. Vielleicht kommt ja im Laufe des Turniers, das noch bis zum kommenden Samstag dauert, jemand auf die glorreiche Idee, zur Lüftung kurzzeitig die Türen zu öffnen!



Trotz aller organisatorischen Mängel, die hoffentlich bald abgestellt werden, kann man dem Eishockeyfan in Südbayern einen Besuch der Inline-WM nur empfehlen. Er hat hier die Möglichkeit, einige seiner Lieblinge auch im Sommer bei einem rasanten Spiel zu bewundern. Als „Ersatzdroge“ bis zum August taugt Inline-Hockey allemal. (an)

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