Grizzlys scheiden erneut im Halbfinale aus

Ein Spiel - zwei NiederlagenEin Spiel - zwei Niederlagen
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Es hat erneut nicht sollen sein: im dritten Anlauf in Folge unterliegen die Bad Nauheim Grizzlys im Play-off-Halbfinale der IHD-Inlinehockey-Bundesliga. Nach Kaufungen in den vergangenen beiden Jahren waren es diesmal die Rhein Rollers aus Düsseldorf, gegen die man nach tollem Kampf letztendlich den Kürzeren zog. Einem lockeren 19:12-Heimsieg im Hinspiel am Samstagabend folgte am Sonntagmittag eine 10:12-Niederlage in der Rückpartie, und auch das 15-minütige dritte Match musste man mit 2:3 abgeben.

Der deutliche Heimsieg am Samstagabend wurde durch die Tatsache relativiert, dass die Rheinländer lediglich mit acht Feldspielern antraten, von denen unter anderem der etatmäßige Torhüter Carsten Solbach einen darstellte. Dennoch machten die Düsseldorfer den Kurstädtern, die ohne Schmitt (beruflich verhindert), Ketter (im Training in Freiburg), Beran und Saßmannshausen (beide gesperrt) aufliefen, das Leben vor allem im ersten Abschnitt schwer. Immer wieder konterten sie von hinten heraus und glichen die frühe Führung von Willkom (1.) durch den Neu-Weidener Priebsch (2.) postwendend aus. Hendle brachte die Gäste in der siebten Minute sogar auf 2:1 in Front, ehe Barta, Flemming und Gerbig einen Gang höher schalteten und ein 4:2 für die Wetterauer herausspielen konnten. Österreich nutzte kurz vor der ersten Pause aber noch einmal die Chance und ließ das Ergebnis nach dem ersten Viertel enger ausschauen, als es von den Spielanteilen her war.

Besser machten es da die Gastgeber im zweiten Durchgang, als sie die zahlreichen Torchancen konsequent in Treffer ummünzten: Barta, Gerbig (2) und Keßler, der im dritten Block eine tolle Leistung im Zusammenspiel mit Haskins und Sasek ablieferte, ließen ihr Team bei einem Gegentreffer von Österreich auf 8:4 nach 22 Spielminuten davonziehen. Wohl ob des klaren Spielstandes vernachlässigte man aber immer mehr die Defensivarbeit, was in der Folgezeit zu regelmäßigen Gegentoren führte. Fischbach war somit beim 8:5 für die DEG zur Stelle, Gerbig sorgte mit zwei weiteren Toren jedoch für eine deutliche 10:5-Halbzeitführung für die Grizzlys.

Als ob dies bereits eine Vorentscheidung zu sein schien, gingen beide Teams in die zweite Hälfte. Offensive war Trumpf, die Abwehr blieb auf beiden Seiten völlig vernachlässigt. Somit entwickelte sich ein torreiches Spiel, in dem die Gäste in der 36.Minute durch Büssinger mit einem umstrittenen Treffer nach einem Pfostenschuss auf 10:6 verkürzten. Hin und her wog das Geschehen, so dass Treffer auf beiden Seiten fielen. Barta zum 11:6 (36.), Perlitz in Unterzahl (38.), Pipp (41.), abermals Perlitz (42.), Barta (43.) sowie Hendle besorgten ein 13:9 nach 45 Spielminuten.

Vier Tore bedeuten nicht die Welt im Inlinehockey, so dass die Gastgeber sich nach einer Ansprache von Trainer Marcus Jehner noch einmal auf ihre Qualitäten besannen und nun hinten wieder besser standen, während die Offensive konsequent in Tore mündete. Zwar verkürzte Priebsch noch einmal auf 13:10, Sasek, Willkom, Flemming und Naulin ließen ihre Farben aber auf 17:10 nach 51 Minuten davon ziehen. Dies war natürlich die Entscheidung, so dass die weiteren Treffer (Haskins und Barta für Nauheim, Büssinger und Perlitz für Düsseldorf) nur noch statistischen Wert hatten.

12:10 und 3:2-Niederlagen in Spielen Nummer zwei und drei

Auch in den Rückspielen hinterließen die ohne Paton, Flemming, Gerbig und Simon angetretenen Gäste insgesamt den besseren Eindruck. "Es zeigte sich aber das Manko, das sich schon die ganze Saison über hingezogen hatte: man nutzte einfach nicht die sich bietenden Torchancen", sagte ein enttäuschter Inlinehockey-Abteilungsleiter Oliver Meuer nach dem Schlusspfiff. Vor allem in der ersten Partie hatte man gute Möglichkeiten, den erstmaligen Finaleinzug nach dem deutlichen 19:12-Heimsieg von gestern Abend vorzeitig klar zu machen. Zur Halbzeit stand es 7:6 für die Gastgeber, die wie erwartet komplett antreten konnten und ihre Konter-Qualitäten das ein um das andere Mal ausspielten. "Dies war heute einfach der Unterschied, denn Düsseldorf agierte sehr clever", analysierte Meuer das Spielgeschehen der ersten 60 Minuten. Aber auch in der 15-minütigen dritten Partie legten die Rheinländer schnell auf 3:0 vor. Innerhalb von nur 30 Sekunden markierten die Grizzlys jedoch zwei Treffer, so dass es noch einmal richtig spannend wurde. "Chancen zum Ausgleich gab es, aber wenn man sie nicht nutzt, bleibt nichts Zählbares übrig", so Meuer weiter. Ein Spiel um Platz drei wird es nicht geben.