Zwischen Mega-Blamage und DebakelPressespiegel zum Spiel gegen Norwegen

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„4:12! Mega-Blamage gegen Norwegen“, schreibt Bild.de klar und deutlich und zieht einen Vergleich: „Das ist so, als würden unsere Fußball-Stars bei der EM 0:7 gegen Holland verlieren.“

Auch Express.de findet zu diesem im schlimmsten Sinne des Wortes unglaublichen Spiel klare Worte: „Die deutschen Puckjäger sind nach einem historischen Debakel bei der Eishockey-WM bereits in der Vorrunde kläglich gescheitert und müssen mehr denn je um die Olympia-Qualifikation bangen.“ Weiter heißt es: „Der miserable Start war der Mannschaft um den erneut enttäuschenden Kapitän Marcel Goc deutlich anzumerken, im Offensivspiel fehlte völlig der Spielrhythmus.“

Spiegel Online konnte das Geschehen ebenfalls kaum fassen: „Was für ein Debakel: Deutschland hat bei der Eishockey-WM zweistellig gegen Norwegen verloren - und damit das Viertelfinale verpasst. Schon nach zwei Minuten war die Partie vorentschieden.“

DerWesten.de veröffentlicht eine Meldung des Sportinformationsdienstes (sid): „Das an Peinlickeit kaum zu überbietende Spiel war zudem die höchste Pleite in der einjährigen Amtszeit von Bundestrainer Jakob Kölliker, dessen Zukunft offen ist.“

„Wehrlos, hilflos, planlos – Norwegen demontiert Deutschland“ schreibt der kicker. Der Debakel beschreibt das Blatt so: „Spielte das DEB-Team schon im ersten Drittel erschreckend schwach, ergab sich das deutsche Team dann im zweiten Abschnitt endgültig seinem Schicksal. Zwischen der 24. und 35. Minute erlaubten die Deutschen den agilen Norwegern satte sechs Treffer. Ohne Gegenwehr standen die deutschen Abwehrspieler praktisch Spalier bei den Abschlüssen der Skandinavier.“

„Eine indiskutable Anfangsphase ließ Deutschland am Sonntag schon früh hoffnungslos zurückfallen“, konstatiert Welt Online, das Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nutzt.

Hohn und Spott gibt es aus dem Nachbarland Österreich. So schreibt das Internetmagazin Hockey-news.info „Peinlich – desolat – Deutschland!“ Mit freundlichen Worten war nach diesem Spiel aber ohnehin nicht zu rechnen. „Was sich aber im zweiten Drittel abspielte, war höchst peinlich für das Eishockey in Deutschland“, zieht man das Zwischenfazit. Am Ende wird es noch bitterer: „Norwegen kann mit diesem Sieg das Viertelfinale planen, für Deutschland wird wohl sogar der Traum von Olympia 2014 zerstört worden sein.“

Hockeyfans.at sieht das genauso und schreibt: „Viertelfinale – mit diesem Ziel war Deutschland zum WM-Turnier angetreten, doch heute wurde dieses Vorhaben von Norwegen nach Strich und Faden auseinander genommen.“

Im Schweizer Heimatland des Bundestrainers schreibt der Internetauftritt das Schweizer Fernsehens SF: „Norwegen schickt Deutschland mit «Stängeli» ins Elend“. Was immer dieses Stängeli auch genau sein mag, ins Elend geschossen wurde man. Weiter kann man dort lesen: „Deutschland hat sich bei der WM mit einer 4:12-Niederlage gegen Norwegen blamiert.“

Die Berner Zeitung kommentiert eher nüchtern: „In der Gruppe B kassierte das von Köbi Kölliker gecoachte Deutschland ein 4:12-Debakel gegen Norwegen.“ Doch um die letzte größere Niederlage aus dem Archiv zu kramen, reicht es dann doch noch: „Zuletzt hatte Deutschland bei der WM 2008 gegen Kanada (1:10) mit einer zweistelligen Anzahl an Gegentoren verloren.“

In Norwegen ist die Freude verständlicher Weiße groß. So schreibt Adresseavisen: Norwegen erzielt 12 Tore bei der Eishockey WM gegen Deutschland“. Später schreibt man: „Deutschland wurde vom Eis gefegt.“ Die Zeitung zitiert den Trainer Roy Johansen, der in einem TV-Interview sagte: „Ich bin überrascht, dass wir wirklich so gut waren.“ Offenbar klappte das Scouting bestens, denn der Coach ergänzte: „Diesmal muss ich auch unsere Scouts Tom Jøstne, Petter Salsten und Sjur Robert Nilsen loben. Sie haben Deutschland beobachtet und mir gesagt, dass die deutschen Torleute weit vor dem Tor spielen. Das haben meine Jungs gewusst und umgesetzt. Im Großen und Ganzen waren wir gut vorbereitet.“

Jonas Holøs und Anders Bastiansen geben dem norwegischen Dagbladet ein Interview: „Ich fühle fast Mitleid mit ihnen.“ Von Gegner Mitleid zu bekommen, ist wohl eine der unangenehmsten Sachen, die einem Sportler wiederfahren kann. Weiter sagt er: „Wir haben gespielt wie im Traum.“ Für das deutsche Team war es eher ein Alptraum. Anders Bastiansen sagt: „Ich weiß gar nicht, wie wir das gemacht haben. Es hat einfach alles geklappt.“

Ebenfalls aus Norwegen stammt die Zeitung Verdens Gang. Dort kann man es kaum fassen: „Norwegen war noch nie näher an der Spitze.“ Überschwänglich berichtet man: „Nach der heutigen Demonstration der Stärke gegen Deutschland haben sie das Viertelfinal-Ticket in der Tasche.“ Mats Wennerholm, Aftonbladet kommentiert: „Das ist eine gute Generation mit vielen gleich guten Spielern, die schon lange zusammen gespielt haben.“ Für Norwegen offenbar eine goldene Generation.

In Schweden heißt es in einer weit verbreiteten und allen großen Blättern zu lesenden Agenturmeldung: „Norwegen zerlegt Deutschland“ In der Meldung heißt es weiter: „Nach etwas mehr als fünf Minuten stand es 3:0 und nach dem Spielende 12:4.“ Mehr will man über das Spiel eigentlich gar nicht wissen.