Schwedenhappen (3)Die WM aus einem anderen Blickwinkel

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Offenbarungseid

Das war der Offenbarungseid der Stockholmer Organisatoren! Die Eintrittspreise für die Partien der schwedischen Nationalmannschaften wurden von 1.295 skr (rd. € 145) auf 395 skr (rd. € 44) reduziert. „Man hat die Signale der Fans und Medien verstanden und die Eintrittspreise dramatisch gesenkt“, hieß es unter anderem in der entsprechenden Pressemitteilung. Diejenigen Interessenten, die Karten im Oberrang gekauft haben, dürfen für das heutige Spiel näher an die Eisfläche. Übrigens wurde die Pressekonferenz vorwiegend in Schwedisch abgehalten. Warum, dürfte das Geheimnis der Organisatoren bleiben.

Schon vorher witzelte man in Kollegenkreisen, dass man die Spiele besser im neben dem Globe befindlichen Johanneshov durchführen und dabei sogar den Oberrang zudecken könne.

Die Zuschauerzahlen in Helsinki sind wesentlich besser. Hier hatten den mit 6.400 Besuchern die Begegnung Kanada – Slowakei den mäßigsten Zuspruch. Zum Vergleich: das skandinavische Bruderduell Schweden – Norwegen sahen 7.770 Zuschauer.

Auch wenig deutsche Journalisten

Offenbar stoßen auch die Spiele in Deutschland auf wenig Interesse. Die Kollegen der schreibenden Zunft kann man fast an den Fingern einer Hand abzählen. Ich kann mich daran erinnern, dass 1981, bei meiner ersten WM in Schweden, nicht weniger Kollegen vor Ort waren als heuer.

Faire Fans

Was immer wieder auffällt, ist das Fanverhalten. Da wird die eigene Mannschaft mitunter frenetisch angefeuert, Punktum! Schmähgesänge gegen den Gegner, wie sie in unseren Stadien bestens (oder schlechtens) begann sind, finden hier nicht statt. Die einzige Ausnahme: gestern Abend wurden die von den Schweden „innig geliebten“ Norwegen beim Einlaufen ausgebuht.

Nachlässige Recherche

Bei der Vorstellung der Schweizer unterlief den Herausgebern des offiziellen WM-Programms ein dicker Fehler. Da stand unter anderem zu lesen, dass Ralph Kruegers erste europäische Station Düsseldorf war. Ich als Duisburger muss dagegen schärfstens (für ganz Ernste: ist spaßig gemeint) protestieren. Der damalige DSC-Manager Fritz Hesselmann lotste den Youngster nach Duisburg, wo er in der zweiten Liga sein Debüt gab, sich aber nach wenigen Einsätzen verletzte. Von da an führte ihn der Weg in die Bundesliga nach Düsseldorf, Iserlohn, Schwenningen und Garmisch-Partenkirchen, bevor er, erneut in der zweiten Liga, für Krefeld und wieder für Duisburg die Schlittschuhe schnürte.