Schwedenhappen (24)Die WM aus einem anderen Blickwinkel
Deutschlands Absturz auf Rang zehn
Platz Nummer zwölf, der für Deutschland nach der verkorksten WM übrig blieb, brachte den Adlerträgern lediglich 900 Punkte für die Weltrangliste ein. Das bedeutet, dass sie in der internationalen Rangliste von Nummer acht um zwei Stellen auf zehn abgestürzt sind und sich jetzt der Qualifikation für die nächsten Olympischen Winterspiele in Sotschi unterziehen müssen. Vor Deutschland (2.885 Punkte) rangiert auf Platz neun die Schweiz (2.910), während Norwegen (1.960) und die Slowakei (1.940) an unserer Truppe vorbeizogen. Erst nach den Viertelfinals wissen wir, was die beiden Nationen noch an Zählern einheimsen. Für Platz Nummer acht gibt es 1.000, für den siebten Rang 1.020 Punkte. Diese müssen (vorausgesetzt, sie schaffen beide den Einzug in die Halbfinals nicht) den bisherigen Punkteständen hinzugezählt werden.
Geisterspiele
Statistiken lügen nicht, meistens jedenfalls. So ist es ganz bezeichnend, dass alle Spiele fremder Mannschaft in Helsinki mehr Besucher anzogen als diejenigen der Teams in Stockholm. Demnach liegt Finnland (12.681 Besucher im Durchschnitt) vor Schweden (9.614). Dahinter folgen alle Mannschaften, die in Helsinki spielten. Die Slowakei als Nummer neun (6.811) in der Zuschauergunst lag immer noch vor den Russen (4.835) als Zehnte.
Legends gegen Gasprom
Erstaunlich, was sich am Mittwochabend im Globe abspielte: Dort traf ein Traditionsteam (mit Peter Forsberg und dem Ex-Mannheimer Jonas Bergqvist) auf eine russische Mannschaft namens „Gasprom“. Bei den Legenden stand Curt Lundmark (vormals bei den Berliner Preussen), bei Gasprom Sergej Makarow an der Bande. Erstaunlich war, dass schätzungsweise rund 3.000 Besucher zu diesem Ereignis kamen. Das war mehr als bei manchem WM-Match. Dort begann die Zuschauerzahlen meist mit einer „2“, was stets die Atmosphäre von Geisterspielen vermittelte.
Nie wieder Schweden?
Die Zuschauer, zumindest die deutschen, hatten von der WM gestrichen die Nase voll. „Hier gibt es gar nichts, wo man sich aufhalten kann“, monierte ein weiblicher Fan der Hamburg Freezers. Kein Fandorf, fast keine Souvenirs (Pucks und Pins waren übrigens schon weit vor Ende der Punktrunde ausverkauft), war nicht das, was die Fans wollten.
Schlimm, dass die leidgeprüften Besucher von einem Extrem ins andere geworfen wurden. Im Vorjahr in der Slowakei ein Turnier mit viel Herz und Engagement, heuer mehr ein Pflichtprogramm. Also: wenn der alte Theaterspruch von der schlimmen Generalprobe und der gelungenen Premiere wahr sein soll, steht uns im nächsten Jahr ein wahres Feuerwerk an Engagement bevor.
Bei aller negativen Kritik: Ich nehme ausdrücklich die MitarbeiterI(innen) heraus. Sie bemühten sich ausnahmslos, jeden Wunsch zu erfüllen. Alle waren hilfsbereit, was mich ganz stark an das Turnier in Norwegen vor 13 Jahren (Deutschland war nicht dabei, sondern wurde unter dem neuen Bundestrainer Hans Zach in der B-Gruppe Vierter) erinnerte. Da erkundigte sich eine Mitarbeiterin sogar, ob der Stromanschluss für mein Wohnmobil vorhanden sei und lief mit mir nach draußen, um alles zu überprüfen.