Pressespiegel vom 5.Mai Deutschland - Italien 3:0

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Insgesamt ist die Presse zufrieden mit dem Ergebnis, sieht aber auch einen glanzlosen Sieg mit Luft nach oben. Bundestrainer Jakob Kölliker selbst meinte „Ich bin glücklich über das Ergebnis, aber nicht über die Art und Weise, wie wir es erreicht haben.“ und später „Wir haben zu kompliziert gespielt und dadurch zu viele Scheibenverluste gehabt.“ so auch zu lesen im Internetauftritt der Süddeutschen Zeitung.

Die Frankfurter Rundschau sieht, dass es „am Freitag im Globen von Stockholm zu einem hart erkämpften, aber nie gefährdeten“ Sieg über Italien gegeben hat. Das Blatt äußert aber auch schon leichte Zweifel an einem Viertelfinale und schreibt: „Dazu bedarf es aber einer Leistungssteigerung, denn für Köllikers Spieler war es gegen die eigentlich harmlosen Italiener nicht mehr als ein Arbeitssieg“ Doch die Spieler wissen selbst das es kein berauschendes Spiel war. So sagte Christoph Schubert „Wir haben uns in der Anfangsphase schon schwer getan. Nach dem 1:0 war dann alles OK. Der Sieg war verdient. In den nächsten Spielen müssen wir die Scheibe besser laufen lassen. Wir müssen über 60 Minuten unsere Linie beibehalten“

Etwas aus der Reihe tanzt Bild.de. Denn dort ist die Schlagzeile „Traum-Auftakt bei Eishockey-WM“ in der kurzen Spielzusammenfassung zu lesen. Dort erkannte man „Die Deutschen von Anfang an klar überlegen“

Focus Online hingegen sah es nicht ganz so traumhaft „Das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker mühte sich im ersten Spiel der 76. Weltmeisterschaft in Stockholm zum 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)-Arbeitssieg gegen den schwachen Aufsteiger“ und im weiteren Verlauf des Berichtes sieht man auch hier, dass man sich steigern muss und kommt zur Erkenntnis „Allerdings wartet auf Kölliker und sein Team noch Arbeit, um auch gegen die Top-Nationen zu bestehen.“

Welt Online freut sich über „den höchsten Auftaktsieg seit zehn Jahren“ und sah den Gegner recht blass „Gegen den schwachen Außenseiter genügte dem deutschen Team eine durchschnittliche Leistung, um zum dritten Mal in Folge ein WM-Auftaktspiel zu gewinnen.“ Torhüter Dennis Endras hatte auch Grund zur Freude „Ich bin glücklich, dass wir gleich gewonnen haben. Der Shootout freut mich natürlich auch“

Im Heimatland des Bundestrainers, der Schweiz, sah man auf den Seiten des Schweizer Fernsehsenders SF eine besondere Stärke der Deutschen „Das defensivstarke Team von Köbi Kölliker gestand dem Aufsteiger nur wenige Torchancen zu. Italien war offensiv harmlos“

Auf Eishockey.at, die Homepage des österreichischen Eishockeyverbandes, heißt es kurz und knapp „Deutschland startet mit einem souveränen 3:0-(1:0,1:0,1:0)-Sieg über Italien in die Vorrunde in Stockholm.“

Die Tschechischen Fachseite eurohockey.com Titelt über dem Spiel „Leichter Auftaktsieg der Deutschen in Stockholm“ Gelobt wird hier der italienische Schlussmann Daniel Bellissimo „Deutschland übernahm von Beginn an die Kontrolle über das Spiel gegen Italien, aber der gute Torwart Daniel Bellissimo hielt Italien im Spiel.“

In Italien selbst ist die WM noch nicht angekommen. Die sicher bekannteste italienische Sportzeitung La Gazetta dello Sport ignoriert die WM gänzlich. Im Mittelpunkt stehen Dinge wie der Giro d’Italia, Basketball aus den USA und jede Menge Fußball. Die Eishockey WM ist hier leider noch nicht mal eine Randnotiz. Auch bei Tuttosport, Repubblica, La Stampa oder Corriere della Sera wird die Weltmeisterschaft und das Spiel totgeschwiegen. Auf letzterer gibt es die Kategorie „Dilettanti“ (Stümper), hier hätten sich die großen italienischen Sportmedien einen Eintrag verdient.

Um an Infos über die WM zu kommen muss man in Italien auf die Fachseiten surfen. Hockeytime.net hatte vor dem Auftakt einen schönen Bericht über die Rückkehr in die Erstklassigkeit mit besonderem Ausblick auf das Spiel gegen Deutschland. Im Bericht über das Spiel heißt es dann „Italien startet im Eröffnungsspiel mit einer 0:3 Niederlage bei der WM in der Top-Division in Stockholm.“ Weiter spricht man davon dass man zu viele Strafen genommen hat.

In einem anderen Bericht, auf derselben Seite, zeigt sich Stürmer Nicola Fontanive kämpferisch und sagt: "Wir müssen von unserem Potenzial mehr überzeugt sein." Beim Thema Strafen hat er eine etwas eigene Sicht der Dinge „Penalty Killing ist einfacher zu spielen, müssen Sie nur zerstören, während der Gegner sein Power-Play aufbauen will.“ Er weiß aber auch: „Wir müssen weniger Fouls machen“.

Headcoach Rick Cornacchia führt einen Teil der Niederlage ebenfalls auf die drei Strafen im ersten Drittel zurück „Wir können gegen eine Mannschaft wie Deutschland zu Beginn nicht sechs Minuten in Unterzahl spielen. Penaltykilling kostet Kraft und macht Müde. Das hat die Mannschaft aber gut gespielt. Trotzdem haben wir insgesamt zu ängstlich gespielt.“


Für Italien geht es am Sonntag gegen Dänemark weiter. Für das deutsche Team heißt es, ebenfalls am Sonntag, Lettland schlagen.