Presseschau: Leistung wird anerkannt

Am Ende konnten nur die Schweden jubeln. Sie stehen im Halbfinale der WM. (Foto: Peggy Nieleck)Am Ende konnten nur die Schweden jubeln. Sie stehen im Halbfinale der WM. (Foto: Peggy Nieleck)
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Der Eishockey-Weltverband hat sein Herz für Britney Spears entdeckt und titelt: „Oops, Sweden did it again“. Tatsächlich hat es Schweden schon wieder gemacht. Denn wie IIHF.com vorrechnet: „Erst zweimal seit Einführung des Play-off-Systems hat Schweden nicht das Halbfinale erreicht.“ Also müssen sich die Deutschen nicht grämen, am achtfachen Weltmeister gescheitert zu sein. Dabei betont der Autor die Unkonzentrierheiten der Deutschen in der Anfangsphase: „Deutschland bekam seine Starts in diesem Turnier nicht hin. Zum dritten Mal in vier Spielen lagen sie in der ersten Minute zurück. Und nicht nur das, sie halfen ihrem Gegner, in Führung zu gehen“, erinnert die IIHF an die Eigentore.

„Schade, Jungs!“, befindet die BILD: „Deutschland raus! Schweden im Viertelfinale zu stark“, heißt der Titel. „Bei der Heim-WM vor einem Jahr hatten wir im Spiel um Platz 3 ebenfalls gegen die Schweden verloren (1:3). Die Skandinavier treffen nun am Freitag auf Titelverteidiger Tschechien“, so die Zeitung.

„Schweden zu stark für Krupps Kufen-Cracks“, schreibt auch die Sport Bild. „Die Erfolgsgeschichte der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bleibt bei der WM in der Slowakei ohne Happy End. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp, das so traumhaft in das Turnier gestartet war, scheiterte mit 2:5 (1:2, 1:2, 0:1) im Viertelfinale an Schweden. Den historischen Erfolg des Vorjahres, als sie bei der Heim-WM erstmals seit 57 Jahren unter die besten Vier vorgedrungen war, konnte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nicht wiederholen“, so das Blatt.

Der Express betont schon in der Überschrift die dennoch starke Leistung: „Deutsche Eishelden scheitern im Viertelfinale“. Außerdem erinnert die Zeitung: „Aber die deutschen Spieler können erhobenen Hauptes in die Heimat zurückkehren. Sie haben sich mit tollen Vorrundensiegen gegen Russland und Gastgeber Slowakei weiter internationalen Respekt verschafft und standen sogar als erster Viertelfinal-Teilnehmer dieses WM-Turniers fest.“

„DEB-Team scheitert im Viertelfinale an Schweden“, nimmt es DerWesten.de, das Onlineportal der WAZ-Mediengruppe, erneut sachlich. „Nach der vierten Niederlage in Folge steht aber dennoch das zweitbeste WM-Abschneiden seit 2003 zu Buche“, heißt es in der sid-Meldung.

Spiegel Online befindet: „Schweden zerstört den deutschen Medaillentraum“. Außerdem machen die Kollegen eine deutliche Veränderung im Selbstbewusstsein der Nationalmannschaft aus: „Es hat sich vieles verändert im deutschen Eishockey. Früher wäre die Nationalmannschaft vor dem Weltklasseteam der Schweden in Ehrfurcht erstarrt, heute sagte Bundestrainer Uwe Krupp vor dem Aufeinandertreffen mit den Skandinaviern: ,Bei uns gibt es niemanden, der nicht an einen Sieg glaubt.’ Der Glaube allein hat allerdings am Ende nicht ausgereicht.“ Außerdem heißt es: „Extrem enttäuschte deutsche Nationalspieler nach einer Niederlage gegen Schweden – auch das hätte es früher nicht gegeben.“

Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte auf mehr für das Team von Uwe Krupp gehofft: „Für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist der Traum von der ersten Weltmeisterschaftsmedaille seit 1953 am Mittwoch in der Slowakei zu Ende gegangen.“

„Zurück in der Eishockey-Welt“ sieht die Süddeutsche Zeitung das DEB-Team. Das Blatt nimmt sich auch der Trainerfrage an: „Die deutsche Nationalmannschaft glänzt bei der WM, der Verband hat dennoch ein Problem: Trainer Uwe Krupp geht - und ein Kandidat für den Posten des Interims-Bundestrainers ist: Uwe Krupp.“

Die schwedische DN.se hat mit Martin Thörnberg ihren Helden gefunden. Die Seite berichtet „Schweden bereit für Halbfinale“. Weiter heißt es: „Martin Thörnberg schoss zwei Tore beim 5:2-Sieg der Schweden über Deutschland.“

Auch SvD Sport sieht Martin Thörnberg als Matchwinners: „Zwei Tore von Thörnberg bei schwedischem Sieg“. Torhüter Viktor Fasth ist trotz des relativ deutlichen Ergebnisses nicht ganz zufrieden: „Es war alles andere als gut. Wir haben zu viel zugelassen.“ Fasth zeigt sich auch unzufrieden über sein schlechtestes Spiel bei dieser WM. Er hatte „nur“ eine Fangquote von 94,6 Prozent.

HockeyExpressen.se erinnert die Fans: „Tre Kronor zum elften Mal in Folge im Halbfinale“. Überzeugt von der Leistung schreibt man: „Die schwedische Nationalmannschaft hatte keine Mühe im WM-Viertelfinale und besiegte Deutschland.“ Bei einer Onlineabstimmung auf der Seite glauben 36 Prozent an den Titelgewinn der Schweden.

Die dänische Sporten.dk schreibt: „Die Schweden haben den Respekt zurück und treffen jetzt auf Tschechien.“ Den dänischen Respekt verlor man nach der Niederlage gegen „den kleinen Bruder Norwegen“. Das beste deutsche Drittel war das erste: „Die Tre Kronor hatten Probleme im ersten Drittel [...], dann fuhr man, ohne zu beeindrucken, einen 5:2-Sieg ein.“

In Finnland ist YLE.fi der Meinung: „Deutschland verlor gegen die wahren Schweden im Viertelfinale“. An schnellen Toren hat man in Finnland seine Freude: „Das Spiel war zu Beginn blitzschnell. Bereits nach zwei Minuten konnte man zwei Tore sehen.“ Gelobt wird die erste Viertelstunde des DEB-Teams und der „deutsche Kampfgeist“.

Hockeyfans.at weckt uns auf: „Schweden beendet Deutschlands Träume. Nichts wurde es aus der zweiten Halbfinalteilnahme in Folge für Deutschland“. Die Österreicher haben uns aber keineswegs chancenlos gesehen: „Nach dieser fulminanten Anfangsphase beruhigte sich das Spiel, in dem sich Deutschland ausgezeichnet schlug und gute Chancen zur Führung vorfand.“

Die französische AFP schreibt: „DEB-Team scheitert im Viertelfinale“. Etwas wehmutsvoll heißt es: „Die Erfolgsgeschichte der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bleibt bei der WM in der Slowakei ohne Happy End“.

Ab dem Viertelfinale nimmt man in Nordamerika auch langsam Notiz von der WM. Auf der Internetseite des Dallas Stars Blog auf ESPN freut man sich: „Dallas-Stars-Stürmer Loui Eriksson erzielte ein Tor für Schweden gegen Deutschland und steht nun im Halbfinale der WM“.

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