Niederlage gegen die USA: Über-Treutle reicht nichtPresseschau USA – Deutschland

Viel Lob gab es für Niklas Treutle. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)Viel Lob gab es für Niklas Treutle. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)
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Den Rundgang beginnen wir heute mit der gerne genommenen dpa-Meldung.  Dort heißt es: „Der Olympiazweite Deutschland bleibt bei der Eishockey-WM glücklos.“ Doch es war die „bislang beste Turnierleistung“. Und im Tor stand ein „überragender Niklas Treutle“. Dass es nicht zu Punkten gereicht hat, lag an „zu vielen Strafzeiten im zweiten Drittel“. Man zieht schon mal ein kleines Fazit und schreibt: „Die WM in Dänemark droht damit zum ersten großen Rückschlag unter Sturm zu werden.“ Und weiter: „Soll es mit dem nun fast unmöglich erscheinenden erneuten Viertelfinal-Einzug doch noch klappen, müsste voraussichtlich eine kleine Sensation gegen Finnland oder Kanada her.“ Doch Siege gegen Finnland und Kanada wären wohl eher aus der Kategorie Sensation.

Kollege Friedhelm Thelen sah für Hockeyweb, dass die „deutsche Defensive ein starkes Spiel machte“. Niklas Treutle war  „bärenstark“ und „wuchs über sich hinaus“.

In der Bild heißt es: „Dritte WM-Pleite für unsere Silber-Helden.“ Der unbekannte Verfasser schreibt enttäuscht: „Zwei Eis-Wunder in einem Jahr sind dann wohl doch ein wenig zu viel verlangt.“ Und meint dann weiter: „Jetzt ist das Viertelfinale nur noch mit Siegen gegen die Top-Nationen Kanada und Finnland drin.“ Doch das Spiel war gut und auch hier hat der Nürnberger Schlussmann großen Anteil: „Dass es nach dem ersten Drittel noch 0:0 stand, war dem Torwart-Wechsel zu verdanken.“

Sebastian Groß von der Eishockey News ist der Meinung: „Niklas Treutle verhindert gegen die USA eine höhere Niederlage.“ Verloren hat man wegen des Mitteldrittels: „Das Team von Bundestrainer Marco Sturm gab die Partie im zweiten Abschnitt aufgrund zahlreicher Strafzeiten aus der Hand.“ In diesem Drittel ließ die deutsche Mannschaft „zum ersten Mal in diesem Turnier die auf diesem Niveau nötige Disziplin vermissen.“

Im Tagesspiegel schreibt Claus Vetter: „Viertelfinale adé: Deutschland verliert 0:3 gegen die USA.“ Er kommentiert: „Wenig heldenhaft ging es dann am Montagnachmittag weiter für die Deutschen. Trotz ihres bisher besten Spiels bei dieser WM unterlagen sie den US-Amerikanern 0:3.“ Vetter hat auch schon gerechnet: „Selbst nach einem Sieg am Mittwoch gegen Außenseiter Südkorea müsste die Nationalmannschaft in den drei Spielen gegen Lettland, Finnland und Kanada mindestens noch zwei gewinnen.“ Von einem hat er offenbar mehr erwartet: „Deutschlands Starspieler Leon Draisaitl agierte uneffektiv.“ Doch Niklas Treutle „strahlte unglaublich viel Souveränität aus.“

Für die WAZ/Funke Medien ist Michael Ryberg vor Ort. Er titelt: „Deutsches Eishockey-Team verpasst Sensation.“ Das deutsche Team hat zwar „überzeugt“, doch „nach dem 0:3 geht es im Duell mit Südkorea um den Klassenerhalt.“ Er hatte Änderungen erwartet: „Bundestrainer Sturm hatte auf die beiden Penalty-Pleiten gegen Dänemark und Norwegen erwartungsgemäß reagiert.“ Man war sogar so gut, dass „eine deutsche Führung nach Drittel eins möglich und verdient gewesen wäre.“ Auch nach dem zwischenzeitlichen 0:2 war noch nichts verloren: „Die Möglichkeit eines deutschen Comebacks gab’s. Doch 82 Sekunden in 5:3-Überzahl reichten nicht aus, um den Anschlusstreffer zu schaffen.“ Weiter heißt es: „Im Schlussdrittel mühte sich Deutschland nach Kräften.“ Doch „die DEB-Auswahl kam über Komplimente nicht hinaus.“

In der DEB-Pressemitteilung von David Nolte wird Marco Sturm zitiert: „Der Einsatz und die Leidenschaft haben heute gestimmt. Spielerisch haben wir uns gesteigert und uns weitaus mehr zugetraut. Gegen eine Top-Nation wie die USA braucht man auch Glück. Es wäre wichtig gewesen, dass erste Tor zu schießen. Die US-Boys haben das Powerplay dann gnadenlos ausgenutzt. Teilweise haben wir unnötige und zu viele Strafen gezogen. Niklas Treutle hat sich den Titel des MVP redlich verdient – er hat ein tolles Spiel abgeliefert.“

In den US-Medien gibt es ebenfalls Lob für den Goalie, aber für den amerikanischen. So schreibt mlive: „Keith Kinkaid kam am Montag zu seinen zweiten Sieg in Folge bei der Weltmeisterschaft in Herning, Dänemark.“ Es wird berichtet, dass der Goalie 36 Paraden zeigte. Der zweite Held des Spieles war Patrick Kane, der „ein Tor erzielte und zwei Vorlagen beisteuerte“.

Satchel Price berichtet für die Chicago Sun-Times. Er legt den Fokus auf die Spieler aus der Windy City: „Die Blackhawks-Stürmer Patrick Kane und Alex DeBrincat spielten die Hauptrollen beim 3:0-Sieg der Team USA gegen Deutschland bei den 2018 IIHF World Championships am Montag.“ Und weiter: „Kane, der Kapitän der USA, dominierte mit einem Tor und zwei Primärvorlagen gegen die Deutschen.“ Ein zukünftiger Chicago-Spieler ist auch in den deutschen Reihen: „Die Deutschen, darunter der neue Hawks-Stürmer Dominik Kahun, haben ihr drittes Spiel in Folge verloren.“

Für The Score schreibt Flip Livingstone: „U.S. Shutout gegen Deutschland und bleibt selbst perfekt bei der Weltmeisterschaft.“ Lob hat er aber nicht nur für US-Goalie Keith Kinkaid, sondern auch für den deutschen Tormann: „Der 27-jährige Niklas Treutle hatte 37 Saves bei 40 Schüssen.“

Karel Janicek füllt die Spalten der Chicago Tribune. „Patrick Kane führt die ungeschlagenen USA bei der Weltmeisterschaft gegen Deutschland zum Sieg.“ Auch hier hat man einen starken Treutle gesehen: „Der deutsche Goalie Niklas Treutle hat dem US-Team bei 11 Saves kein Tor erlaubt.“ Kane sagte zu seinem Führungstor: „Es war ein toller Pass von Johnny (Gaudreau), es hat Spaß gemacht, auf der Empfängerseite zu sein.“ Er zollt dem DEB-Team Respekt: „Es war ein großes Tor. 0:0 gegen eine Mannschaft wie Deutschland, die wirklich stark herauskam.“ Doch um eine Feststellung kommt man auch hier nicht herum: „Es war die dritte Niederlage in Folge für Deutschland, den Vize-Olympiasieger von Pyeongchang.“

Für NJ Advance Media schreibt Chris Ryan. „Der Devils-Goalie schaffte seinen zweiten Shutout für Team USA beim 3:0-Sieg über Deutschland.“ Dann bringt man den Leser auf den neusten Stand und erklärt, wie es weiter geht: „Team US führt die Gruppe B mit acht Punkten an. In der Gruppe hat man noch vier weitere Vorrundenspiele.“

Bei SportsNet New York geht man hingegen auf die New Yorker Spieler ein: „Chris Kreider und Neal Pionk halfen den USA beim 3: 0-Sieg gegen Deutschland bei den Weltmeisterschaften.“ Danach gibt jede Menge Statistik der beiden.

Dave Melton berichtet für Second City Hockey und schreibt: „Patrick Kane macht drei Punkt beim 3:0-Sieg der USA über Deutschland bei der Weltmeisterschaft.“ Er meint: „Patrick Kane hatte am Montag seine beste Leistung bei den 2018 IIHF Weltmeisterschaften in Dänemark.“ Doch die Sturm-Mannschaft muss das Positive sehen: „Obwohl Deutschland im Spiel nicht punkten konnte, hat einer seiner Spieler einige entscheidende Erfahrungen im Spiel gesammelt.“ Gemeint ist natürlich Dominik Kahun.

Auf der Website von Team USA schreibt die Pittsburgherin Karen Price: „US-Männer bleiben bei Eishockey-Weltmeisterschaften nach Shutout gegen Deutschland ungeschlagen.“

Für Deutschland geht es am Mittwoch um 16.15 Uhr gegen Südkorea, gegen die man sich im letzten Spiel vor der WM denkbar schwer tat. Ein Selbstläufer dürfte auch das nicht werden.

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