Leon Draisaitl schießt Deutschland so gut wie sicher ins ViertelfinaleMoritz Seider scheidet verletzt aus

Leon Draisaitl erzielte 27 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)Leon Draisaitl erzielte 27 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)
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Die deutsche Mannschaft machte ihre Sache gar nicht so schlecht. Zwar hatten die Slowaken bereits im ersten Drittel mehr vom Spiel – und auch mehr Torschüsse, doch aus der gefährlichen Zone ließ die DEB-Auswahl kaum etwas zu. Die Folge war ein meist kontrolliertes Spiel und bemerkenswert ruhige slowakische Fans, die merkten, dass dies eine knappe Kiste werden könnte.

Wie knapp – das zeigte sich im zweiten Abschnitt. Keine vier Minuten waren gespielt, als Markus Eisenschmid nach einem Bullygewinn um das slowakische Tor fuhr, den lauernden Marc Michaelis sah, der schließlich zum deutschen Führung einnetzte. Die ersten Minuten dieses Abschnitts hatte den Deutschen gehört, doch direkt vor dem deutschen Torerfolg hatte die Slowakei zwei Großchancen durch Libor Hudacek (23.) und David Buc, der nur den Pfosten traf (24.). Danach waren aber die Deutschen besser im Spiel – bis sie sich in der in der 29. Minute innerhalb von 23 Sekunden zwei Strafen einfingen. Und das bestrafte die Slowakei doppelt: Erst traf Andrej Sekera zum Ausgleich, eineinhalb Minuten später Libor Hudacek zur Führung. Danach waren die Slowaken die deutlich agilere Mannschaft, sodass die Führung der Hausherren nach 40 Minuten völlig in Ordnung ging. Allerdings ließen die Deutschen auch eine vierminütige Überzahlsituation ungenutzt. Patrik Koch hatte sich eine doppelte Zweiminutenstrafe eingehandelt, nachdem er bei einem Schuss Patrick Hager mit hohem Stock im Gesicht verletzt hatte.

Die deutsche Mannschaft mühte sich im letzten Drittel, doch die defensiv starken Slowaken standen gut. Bitter wurde es in der 54. Minute, als Ladislav Nagy den Youngster Moritz Seider von hinten in die Bande checkte, sodass das Nachwuchstalent vom Eis geführt werden musste und sich nicht mehr auf den Füßen halten konnte – dass es dafür nur zwei Minuten und eine „Zehner“ statt der fälligen Fünfer samt Spieldauer gab, geht als Fehlentscheidung durch. Die Antwort gaben die deutschen Spieler auf dem Eis. Zwar blieb die Überzahlsituation ungenutzt, doch Bundestrainer Toni Söderholm nahm Torhüter Mathias Niederberger früh vom Eis – und knapp zwei Minuten vor dem Ende hämmerte Markus Eisenschmid den Puck zum 2:2-Ausgleich in die Maschen. Und dann wurde es heftig! 27 Sekunden vor dem Ende traf Leon Draisaitl nach einem Konter zum 3:2-Sieg für Deutschland.

Derweil besteht Hoffnung, dass Torhüter Philipp Grubauer noch zum Einsatz kommen kann. „Es handelt sich um muskuläre Probleme. Wir haben eine Fürsorgepflicht gegenüber dem Spieler. Wenn wir keine Hoffnung hätten, dass Philipp noch einmal spielen kann, wäre er schon abgereist“, sagte DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel gegenüber Sport1. „Wir haben nun erst einmal zwei Tage Pause.“

Bundestrainer Toni Söderholm sagte: „Heute war viel drin in der Partie. Großes Kompliment an unseren Gegner, der heute sehr stark agiert und das Spiel für uns sehr schwer gemacht hat. Ich kann unsere Jungs für den Fight nur loben. Wir haben im Schlussabschnitt einen Schub bekommen und sind dann stark zurückgekommen. Eine tolle Moral der gesamten Mannschaft.“

Moritz Müller: „Das war heute eine große Schlacht! Wir haben ein gutes erstes Drittel gespielt, aber dann im Mittelabschnitt den Faden verloren und nach den Strafen auch die Tore bekommen. Danach war es schwer für uns, eigene Torchancen zu erarbeiten. Es hat bis zum Ende gedauert. Dann konnten Eisi und Leon diese zwei Nagelstiche setzen.“

Markus Eisenschmid: „Die Slowaken sind sehr gut in die Partie gekommen. Sie haben mit ihrem heimischen Publikum im Rücken zeitweise das Spiel dominiert. Es war wichtig, dass wir dran geblieben sind und weiter unser Eishockey gespielt haben. Am Ende sind das drei ganz wichtige Punkte für uns.“

Am Samstag (16.15 Uhr, Sport1) geht es gegen Kanada weiter.

WM Finalrunde

Samstag 25.05.2019
Russland Russland
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Finnland Finnland
Kanada Kanada
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Tschechien Tschechien
Sonntag 26.05.2019
nicht nominiert N.N.
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nicht nominiert N.N.
nicht nominiert N.N.
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nicht nominiert N.N.