Leistungssteigerung, aber Wiedergutmachung verpasstPresseschau vom Deutschlandspiel

Timo Pielmeier bekam die besten Kritiken. (Foto: Imago)Timo Pielmeier bekam die besten Kritiken. (Foto: Imago)
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Deutschland

Während Nordbayern.de noch meint: „Kampfstarkes DEB-Team kassiert bittere Pleite“, spricht die Passauer Neue Presse nach einem weiteren Spiel ohne Torerfolg von „deutschen Offensivverweigerern“. In der dpa-Meldung zum Spiel heißt es: „Zum Unvermögen kommt nun auch noch Pech hinzu.“ Die Agentur hat einen enttäuschten Kai Hospelt gesprochen, dieser sagte: „Wir haben gekämpft wie verrückt und stehen trotzdem mit leeren Händen da.“ Kapitän Michael Wolf gibt sich und die Mannschaft noch nicht auf, er meint: „Es ist noch gar nichts abgehakt. Es sind noch vier Spiele.“ Um das Viertelfinale noch zu erreichen, ist die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aber der Meinung, dass der „Deutschen Eishockey-Bund am Mittwoch auf einen Ausrutscher der Schweiz gegen Lettland hoffen“ muss. Der Express meint dazu: „Die Chancen auf die erste Viertelfinalteilnahme seit 2011 sind nach der zweiten Niederlage im dritten WM-Spiel nun auf ein Minimum gesunken.“ Doch die neuerliche Niederlage hat natürlich auch ihre Gründe. So schreibt der Sport-Informations-Dienst (SID): „Nach 121 WM-Minuten ohne Treffer rätselten die deutschen Eishockey-Nationalspieler über ihre unerklärliche Tor-Allergie.“ Der heute von Kritik verschonte Coach Pat Cortina äußert sich dazu mit den Worten: „Jetzt müssen wir an der Offensive arbeiten.“ DEB-Präsident Franz Reindl ist mit der Leistung wohl zufrieden, mit dem Ergebnis aber kaum: „Die Mannschaft hat die Reaktion gezeigt, die wir sehen wollten.  Aber wenn man kein Tor schießt, reicht es eben nicht.“ Auch der nach dem Kanada-Spiel sehr kritische Tagesspiegel fand: „Kämpferisch war dem DEB-Team von Beginn an nichts vorzuwerfen. Anders als gegen Kanada stimmte die Einstellung.“ Die Enttäuschung ist aber umso größer, da die Chance auf den Sieg durchaus in Reichweite war, denn „auch den Schweizern war der Druck deutlich anzumerken. Die Eidgenossen hatten das erste Spiel gegen Österreich nach Penaltyschießen überraschend verloren. So entwickelte sich ein zerfahrenes Spiel zweier unsicherer Mannschaften.“ Die dpa meint insgesamt zum Spiel: „Auf das Horrorspiel folgte die Gruselpartie“. Am Ende war es „Diesmal eine Null weniger“, so zu lesen in der Frankfurter Allgemeinen.

Der Gegner - Schweiz

Richtig zufrieden ist man auch in der Schweiz nicht. So schreibt Leroy Ryser auf hockeyfans.ch: „Das Beste sind drei Punkte. Und die Tabelle.“ Insgesamt meint er: „Wie es das Resultat vermuten lässt, war die Partie kein Leckerbissen.“ Er kritisiert vor allem die eigene Mannschaft: „Für die mühsame Partie waren die ersten fünf Minuten des letzten Abschnittes sinnbildlich. Über zehn Mal liefen die beiden Teams in dieser Zeit ins Offside. Zu wenig Struktur? Zu wenig Genauigkeit? Zu wenig Tempo? Wohl von allem zu wenig.“ Sport.ch veröffentlicht die Agenturmeldung der Sportinformation  (SI). Dort heißt es: „Eiskalt vor dem Tor: Hollenstein erlöst Hanlon“. Auch hier ist man mit den „Eisgenossen“ alles andere als zufrieden. „Mit seinem Treffer erlöste er die Schweizer Mannschaft, die erneut alles andere als zu überzeugen vermochte.“ Über den starken Timo Pielmeier sagt man: „Der 25-Jährige wurde ins kalte Wasser geworfen, fand sich darin aber bestens zurecht“ und spricht von einer „starken Leistung“. Kritik gibt es hingegen für Tobias Rieder: „Den Erwartungen konnte Rieder in diesem Spiel nicht gerecht werden.“ Der Blick hat offenbar gezittert, denn hier heißt es: „Dieses Spiel hat Nerven gekostet!“ Siegtorschütze Denis Hollenstein sagt im SRF-Interview: „Das war ein hart umkämpftes Match. Wir wollten den Sieg mehr. Ich bin überglücklich, dass wir gewonnen haben.“ 20min.ch ist inzwischen scheinbar von den Leistungen der „Nati“ genervt: „Schweiz mit Zittersieg gegen Deutschland. Ein genialer Moment genügt in 60-minütigem Geknorze.“ Das Team ist „zu harmlos im Powerplay“ aber man ist „auf Viertelfinalkurs trotz mäßigen Leistungen.“ Coach Glen Hanlon hat wohl einen genauso schweren Stand wie Pat Cortina. Hanlon meint aber: „Wer mich schlecht findet, soll dies eben schreiben.“ Zurzeit wird er und alles, was er macht, in Frage gestellt, aber er hat auf jede Frage einen Antwort: „Ich bin auf keinen Fall der Trainertyp, der ein 1:0 anstrebt. Aber es gibt eben Spiele, die man auf diese Weise gewinnen muss.“ Die Neue Zürcher Zeitung überschreibt ihren Artikel mit „Auf Studienreise in Prag“. Scheinbar werden die Spiele schon zur Nebensache: „Das Eishockey-Nationalteam und sein Coach überzeugen an der WM bisher vor allem im Krisenmanagement.“ Auch hier bekommt der Coach einen Seitenhieb: „Er hat angekündigt, mit den Schweizern offensives, attraktives Eishockey zu spielen. Davon aber war in den ersten drei Spielen an der WM in Prag noch wenig zu sehen.“ In der Basler Zeitung wird man kreativ und schreibt „Hollensteins goldenes Tor in der Goldenen Stadt“.

Die Gruppengegner

In den Salzburger Nachrichten ist man der Meinung: „Nach bisher enttäuschenden Leistungen sowohl der Schweizer (Niederlage gegen Österreich) und als auch der Deutschen (0:10 gegen Kanada) war bei beiden Teams die Verunsicherung offenbar groß.“ Der Kurier hatte beim Zusehen wenig Freude und schreibt: „Die Schweiz hat sich bei der Eishockey-WM im Nachbarschaftsduell mit Deutschland zu einem 1:0 (0:0,0:0,1:0) gequält.“ Wenig erbaulich fanden die Partie die Kollegen von Hockey-news.info. Dort meint Ulla Landolt: „Die Partie artete zu einem regelrechten Abnützungskampf aus.“ Während die deutschen Spieler noch nicht aufgeben wollen, ist man bei hockeyfans.at der Ansicht: „Schweiz bugsiert Deutschland endgültig ins Abstiegsrennen.“ Ein gutes Spiel wird auch hier Torwart Pielmeier attestiert: „Der Goalie machte seine Sache mit einer Fangquote von 94 Prozent dann auch recht ordentlich.“ Am Ende hat man aber nochmal genau auf die Tabelle geschaut und hat erkannt: „Die Duelle gegen Lettland und Österreich werden für die Cortina Schützlinge besonders wichtig, will man dem Abstiegsstrudel entgehen.“

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