Kovalchuk überdeckt deutsche LeistungPresseschau zum Deutschlandspiel

Der Mann des Spiels: Ilya Kovalchuk. (Foto: Carsten Schürenberg - www.stock4press.de)Der Mann des Spiels: Ilya Kovalchuk. (Foto: Carsten Schürenberg - www.stock4press.de)
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Zuerst wollen wir wieder die Meldungen des Gegnerlandes sichten. Die große Iswestija (izvestia.ru) fand recht trocken „Kovalchuk erzielte einen Hattrick“. Auch wenn man schreibt, dass die russische Mannschaft wusste, dass es gegen Deutschland schwer wird und man auch Druck verspürte, so findet das Blatt doch, dass Deutschland trotz der Stars aus Übersee immer noch hinter dem Hockey-Giganten in der zweiten Klasse spielt. Man meinte aber auch, dass „trotz der Unterschiede in der Klasse“ die Spiele zwischen den Nationen nicht einfach sind. „Das heutige Treffen war keine Ausnahme.“ Neben Keeper Dennis Endras war man auch von Frank Hördler angetan.

Häufig gefragter Gesprächspartner war heute Ilya Kovalchuk. Zur Iswestija sagte: er „Die Tatsache, dass ich zwei Tore im zweiten Drittel erzielt habe, verdanke ich meinen Partnern. Medwedew gab einen guten Pass und Radulov unterstützt mich ausgezeichnet.“ Ebenfalls aus Russland berichtet gazeta.ru. Hier gibt es vornehmlich Stimmen der Beteiligten zum Nachlesen. So sagt der Coach der russischen Mannschaft Zinetula Bilyaletdinov „Das Spiel war schwierig, etwas anderes haben wir nicht erwartet. Aber das Ergebnis ist das Wichtigste.“ Über das umstrittene Tor von André Rankel meint er nur: „Ich habe es nicht gesehen, also kann ich es nicht beurteilen.“ Insgesamt findet er aber Lob für die schwarz-rot-goldene Auswahl: „Das deutsche Team spielt einen aktiven, druckvollen Stil. Es ist ein laufstarkes Team.“ Goalie Semjon Varlamov hat zum Rankel-Tor ebenfalls eine Meinung, doch diese unterscheidet sich deutlich von der Meinung der deutschen Spieler und Fans: „Der Spieler ist in den Torraum eingedrungen und hat mich blockiert, deshalb ist der Puck ins Netz gerollt.“ Der Mann des Abends, Ilya Kovalchuk, zollte dem DEB-Team Respekt: „Wieder einmal haben wir heute gesehen, dass es keine schwachen Teams gibt. Sobald wir nur ein wenig gegen die Deutschen nachgelassen haben und aufhörten zu spielen, kam ein Gegentor.“

Im finnischen Gastgeberland hat auch Ilta-Sanomat den Matchwinner schnell gefunden. „Ilya Kovalchuk nagelt Hattrick ins deutsche Netz und führt Russland zum 4:1-Sieg über Deutschland.“ Lob findet man aber auch für das deutsche Team: „Deutschland war jedoch ein mutiger Gegner – wie gegen Finnland.“ Auch die Schlagzeile des Hufvudstadsbladet (hbl.fi) gefällt uns irgendwie „Kovalchuk rettet Russland“, denn zwischen den Zeilen könnte man meinen, dass Russland ohne Kovalchuk nicht nach 60 Minuten gewonnen hätte.

Die österreichischen Fachkollegen von hockeyfans.at sahen selbstverständlich ebenfalls den Drei-Tore-Mann als denjenigen, „der den Unterschied zwischen Weltmeister Russland und Deutschland ausmachte. Der Stürmer der New Jersey Devils traf drei Mal gegen ein bärenstarkes DEB-Team, das den Titelverteidiger und Rekordweltmeister beim 1:4 mehr als nur forderte!“ Die meisten österreichischen Tageszeitungen sind aber natürlich mehr mit der schmerzlichen 1:3-Niederlage Österreichs gegen Frankreich beschäftigt. Die Kleine Zeitung konnte in einer knappen Zusammenfassung ihren Lesern aber mitteilen: „Die DEB-Auswahl hielt gegen die Russen gut mit und hatte sogar mehr Torschüsse.“

Ob die Schweden von dn.se das Spiel gesehen haben, darf leicht bezweifelt werden. Leider kein Wort über die erneut gute Leistung der Cortina-Truppe. So heißt es hier unter anderem: „Russland hat einen guten Start in die WM“. Mann des Spieles aber natürlich auch hier Ilya Kovalchuk, dessen vier Tore nach zwei Spielen unterstrichen werden. Auch die Onlineausgabe des Expressen hatte nur Augen für „Russland in großer Form“.

Dass sich die Schweiz zum zweiten Mal selbst feiert, sei ihnen vergönnt. Doch auch die Neue Zürcher Zeitung (nzz.ch) kommt an Kovalchuk nicht vorbei. Mit seinen drei Toren „führte der Starstürmer praktisch im Alleingang die Entscheidung herbei.“ Die Schweizer sahen die Deutschen jedoch nicht chancenlos: „Denn Deutschland wehrte sich tapfer und verzeichnete gar ein Plus an Torschüssen.“ Wegen der Headlines lohnt ein Blick in den Blick immer. Diesmal erblickt man „Kovalchuk haut Deutschland drei Tore rein“.

Die Sportabteilung des tschechischen Ausgabe von lidovky.cz sah, wie sollte es auch anders sein, Ilya Kovalchuk als den Mann des Spieles. Das Portal hat auch einige Spielerstimmen. So sagte Kovalchuk: „Die Begegnungen mit Deutschland sind nie einfach.“ Vielleicht erinnert sich der 30-jährige Topstürmer nicht mehr an die torreichen Spiele aus früheren Jahren, aber er erinnert sich an die jüngeren Aufeinandertreffen „Im Jahr 2010 schlugen wir sie im Halbfinale 2:1, 2:0 im letzten Jahr.“ Auch Yannic Seidenberg kommt zu Wort: „Wir spielten ein gutes Spiel, es war wie gegen Finnland ausgewogen, aber leider haben wir keinen Punkt erreicht.“