Kölliker will keine NebengeräuscheZum WM-Start

Foto: Martin Hebgen - www.stock4press.deFoto: Martin Hebgen - www.stock4press.de
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Zur ungewohnten Zeit um 12.15 Uhr muss das DEB-Team sein erstes Spiel im Stockholmer „Globen“ gegen Aufsteiger Italien bestreiten und so recht weiß niemand, wo die Mannschaft von Bundestrainer Jakob Kölliker steht. Einerseits gab es acht recht ordentliche Testspiele, von denen keines nach den regulären 60 Minuten verloren wurde. Andererseits muss Kölliker aber auch das Fehlen einiger Leistungsträger verkraften. „Die Vorbereitung lief eigentlich viel zu gut“, sagte Torhüter Dennis Endras und Angreifer Marcel Goc ergänzte: „Wir dürfen nicht zu viel erwarten.“

 Der 28-jährige US-Legionär von den Florida Panthers ist der einzige NHL-Akteur im Kader. Christian Ehrhoff (verletzt) sowie Alexander Sulzer und Dennis Seidenberg (beide private Gründe) sagten ihre Teilnahme ebenso ab wie der Krefelder Patrick Hager (privat verhindert) und Mannschaftskapitän sowie Torjäger Michael Wolf aus Iserlohn (verletzt). Zudem erlitt Russland-Legionär Eduard Lewandowski in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss. So reist ein international recht unerfahrenes Team nach Skandinavien. Mit den Stürmern Alexander Barta (Malmö Redhawks/Schweden), Christoph Ullmann (Adler Mannheim) und Philip Gogulla (Kölner Haie) haben nur drei Akteure 100 oder mehr Länderspiele bestritten. „Die jüngeren Spieler und die, welche ihre erste WM spielen, sind sehr nervös. Wir älteren Spieler reden viel mit ihnen und versuchen, ihnen den Druck zu nehmen“, sagte Dennis Endras.

 Dabei ist der Torhüter selbst gerade einmal 26 Jahre alt und fiebert dem Auftakt entgegen. „Wir waren im ersten Spiel bisher meistens Außenseiter, das ist diesmal anders. Ich bin gespannt, wie wir mit dieser Situation umgehen, aber wenn wir unser Ziel Viertelfinale erreichen wollen, dann führt kein Weg daran vorbei, dass wir gegen Italien gewinnen müssen.“ Und auch Marcel Goc sieht in der Begegnung mit dem vor allem über die Physis agierenden Aufsteiger eine Schlüsselpartie. „Wir müssen darauf achten, dass wir einen guten Start haben und gegen Italien so spielen, als wenn es Russland wäre.“

 Volle Konzentration also und die fordert Bundestrainer Jakob Kölliker auch für seine Arbeit. Damit diese durch keinerlei Nebengeräusche gestört wird, hat der 58-Jährige die Gespräche mit dem DEB über eine Fortführung seines auslaufenden Vertrages bis nach der WM zurückgestellt. „Wir sprechen über meine Einbindung in zukünftige Strukturen des DEB. Wie und in welcher Form das geschehen kann ist offen, aber im Moment möchte ich damit den Höhepunkt der Saison auch nicht stören“, sagte Kölliker. Die Chancen auf eine Einigung stehen allerdings gut. Kölliker hat schon vor einiger Zeit sein Interesse signalisiert und auch der DEB ist mit der Arbeit des im vergangenen Jahr für viele nur als Übergangslösung geholten Schweizers zufrieden. Das Abschneiden bei der WM in Stockholm und Helsinki wird aufgrund der besonderen Personalsituation für die Entscheidung nur ganz bedingt eine Rolle spielen.