Held Endras wahrt ViertelfinalchancePressespiegel

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Der Westen sagt: „Deutschland feiert wichtigen Sieg gegen Dänemark“ und hat damit wohl Recht. Denn bei einer Niederlage wäre das Viertelfinale wohl nicht mehr als ein Traum. Den unbestrittenen Helden des Spieles hat das Online-Portal der WAZ-Gruppe in „einem überragenden Torhüter Dennis Endras“ gefunden. Gelobt wird auch „eine konzentrierte Abwehrarbeit, mehr Sorgfalt im Abschluss und vor allem weniger Fehlpässen.“ Allerdings war das nicht im ganzen Spiel so: „Lange bekamen die 5.107 Zuschauer im Stockholmer Globen am Samstag nichts davon zu sehen, erst gegen Ende der Partie fanden die Deutschen ins Spiel.“

Vielzitiert ist heute die dpa-Meldung: „Deutsches Eishockey-Team wahrt Viertelfinal-Chance“. Und auch hier gibt es neben dem Team einen klaren Sieger „Dank einer Energieleistung und einem überragenden Endras gewann Deutschland mit 2:1.“ An einer anderen Stelle sah man auch hier in den sechzig Minuten einige Schwächen: „Endras wurde im Spiel von seinen Vorderleuten einige Male alleine gelassen.“ Die Zeile unterstreicht aber auch die Galavorstellung von Endras.

Die Frankfurter Allgemeine titelt: „Erst Pfiffe, dann Hoffnung“. Dass es kein leichter Sieg war, bleibt auch hier nicht verborgen. „Die Partie beginnt nicht gut für die Deutschen. Am Ende hilft Glück und Gewalt.“ Vor allem zu Beginn lief es nicht rund. „Das 0:0 nach dem ersten Drittel war auch angesichts eines Torschussverhältnisses von 13:5 zugunsten Dänemarks schmeichelhaft für die DEB-Auswahl.“ Am Ende war es dann aber ein verdienter Sieg. „Das Siegtor Gogullas war der verdiente Lohn für eine kämpferisch überzeugende Vorstellung.“

Im Ausland meint das österreichische Portal Hockeyfans.at: „Dank einer starken Torhüterleistung setzte sich das DEB-Team in einer Zitterpartie mit 2:1 gegen Dänemark durch.“

In der Schweiz hat man das Spiel offenbar nicht gesehen. Irgendwie auch verständlich. Nach der eigenen Niederlage gegen die Franzosen ist man damit, das zu erklären, gut ausgelastet.

Aus dem Gastgeberland Schweden berichtet Dagens Nyheter mit den Worten: „Dänemark auf dem Weg aus der A-Division“. Außerdem berichtet man: „Noch ein weiterer Verlust – jetzt ist die Situation Dänemarks in der IIHF-Weltmeisterschaft prekär.“

In Dänemark ist man natürlich nicht begeistert. Coach Per Bäckman meint gegenüber sporten.dk: „Das ist nicht unsere WM.“ Im Bericht heißt es: „Der Coach war zufrieden mit den Spielern, nicht aber mit dem Ergebnis.“ Bäckman: „Wir hatten genug Chancen, um das Spiel zu entscheiden, aber der Puck wollte nicht ins Tor.“ Der dänische Torschütze Morten Green meint: „Wir verloren das Spiel gegen Dennis Endras.“ Und der beste dänische Spieler des Spieles, Kirill Starkow, sagt: „Jetzt können wir den Einzug ins Viertelfinale vergessen.“

Das dänische Ekstrabladet sieht schwarz: „Nächstes dänisches WM-Fiasko“. Bitter enttäuscht schreibt man: „Trotz eines spielerischen Übergewichtes gegen Deutschland ist man nun stark abstiegsgefährdet.“ Als Wendepunkt im Spiel sieht man das Tor von Thomas Greilinger. „Danach sind die Deutschen wieder im Spiel und ergreifen ihre Chance.“

Die Onlineausgabe des Jyllands-Posten schreibt: „Deutsche jubeln, Dänemark fehlt das Glück“. Das man in Deutschland froh über den Sieg ist, hat man dort wahr genommen. „Nach dem deutschen 2:1-Sieg über Dänemark gibt es im deutschen WM-Lager große Erleichterung.“ Christoph Schubert wird mit den Worten zitiert: „Es war ein harter Kampf.“ Später meint er: „Es ist schwer zu sagen, was heute den Unterschied gemacht hat, und wenn wir ehrlich sind, hätte es auch andersrum ausgehen können.“

Für das DEB-Team geht es morgen Abend gegen Norwegen weiter. Die Dänen haben einen Tag Zeit um die Wunden zu lecken und sich neu zu sammeln. Für sie geht es erst am Montagnachmittag gegen Lettland weiter.