Eishockey-WM: Deutschland übernimmt die Tabellenführung4:1-Sieg gegen Frankreich – Philipp Grubauer verletzt raus

Moritz Seider brachte die deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich in Führung. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)Moritz Seider brachte die deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich in Führung. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)
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Die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm machte es schon im ersten Drittel ordentlich, doch Frankreich war zunächst gut in der Partie – auch weil es in der achten und 15. Minute Strafzeiten gegen die DEB-Mannschaft setzte. Doch in beiden Fällen hielten die Deutschen ihren Kasten sauber. Und kaum war die zweite Strafzeit abgelaufen, lag Deutschland nach einem Treffer von Moritz Seider mit 1:0 vorne (18.).

Im zweiten Drittel war das DEB-Team dann die klar tonangebende Mannschaft: Spielerisch kreativ und brandgefährlich. Yannic Seidenberg aus der Drehung mit der Rückhand (22.), Mo Müller (23.), Yasin Ehliz (24.) hatten gute Gelegenheiten – doch die Franzosen standen defensiv sehr stabil. Und sie schlugen eiskalt zu. Mit der ersten Chance im zweiten Abschnitt glich Damien Fleury nach einem Querpass aus (25.). Doch schon kurze Zeit später hatten Dominik Kahun und Leon Draisaitl die nächste Großchance. Etwas überraschend dann ein Torhüterwechsel: In der 31. Minute verließ der offenbar verletzte Philipp Grubauer den Kasten; für ihn kam Niklas Treutle. Und der als Nottorhüter aufgestellte Mathias Niederberger zog sich um und nahm auf der Mannschaftsbank Platz. Muskuläre Probleme bei Grubauer waren der Grund für diesen Tausch. Die Deutschen machten weiter Druck – und Matthias Plachta erzielte das längst überfällige 2:1 (34.). Noch vor der zweiten Pause traf Leon Draisaitl zum 3:1 (38.) – nach schicker Vorarbeit von Dominik Kahun, der hinter dem Tor die Bremse zog, die Richtung wechselte und für den aufmerksamen Draisaitl auflegte. 14:4 Torschüsse hatten die Statistiker zu Gunsten von Deutschland in diesem Abschnitt gezählt.

Frankreich bemühte sich, im Schlussdrittel wieder ins Spiel zu kommen, doch das Söderholm-Team spielte überlegt und erarbeitete sich gegen weiterhin defensiv konzentrierte Franzosen erneute Chancen.  In der 53. Minute ließ die deutsche Mannschaft die Gelegenheit auf die Entscheidung ungenutzt, als das Team 96 Sekunden lang in doppelter Unterzahl agierte, viel Druck ausübte, aber kein Tor schoss. Über drei Minuten vor Ende nahm Frankreichs Trainer Philippe Bozon in Überzahl seinen Torhüter vom Eis, doch Deutschland überstand auch diese 4:6-Unterzahl. 58 Sekunden vor Ende traf Korbinian Holzer aus dem eigenen Drittel heraus das 4:1 per Empty-Net-Goal.

Übrigens: Vor acht Jahren erreichte Deutschland in der Slowakei das Viertelfinale. Gelingt dies auch diesmal, ist das Olympia-Ticket bereits gelöst.

Bundestrainer Toni Söderholm sagte: „In den ersten beiden Wechseln wurden wir wachgerüttelt. Insgesamt können wir mit der Leistung über 60 Minuten sehr zufrieden sein, denn wir haben uns im Spiel gesteigert und insbesondere im zweiten Drittel in der offensiven Zone sehr gut agiert. Der Torwartwechsel innerhalb des Spiels kam natürlich überraschend, aber Niklas hat das sehr gut gemacht. Jeder hat seinen Teil zum heutigen Erfolg beigetragen.“

Gerrit Fauser: „Im ersten Drittel mussten wir ordentlich dagegenhalten, da waren die Franzosen sehr gut im Spiel. Im zweiten Drittel konnten wir das Spiel des Gegners stören und unterbinden. Ab diesem Zeitpunkt haben wir die Partie kontrolliert, unsere Torchancen genutzt und den Vorsprung gut über die Zeit gebracht.“

Dominik Kahun: „Frankreich hat hart gearbeitet und uns das Leben schwer gemacht. Wir hatten das bereits vor dem Spiel aufgrund unserer Analyse so erwartet und wussten, dass wir dagegen halten müssen. Leider haben wir die doppelte Überzahl trotz guter Chancen nicht genutzt. Letztlich haben wir aber die Tore gemacht, die wir gebraucht haben und freuen uns über den Sieg.“

Am Mittwoch (20.15 Uhr, Sport1) geht es gegen die Slowakei weiter.