Deutschland unterliegt Schweden nach glänzender Leistung Beide Gastgeber verlieren Auftaktmatch

Maksymilian Szuber (hinten) im Duell mit dem Schweden Leo Carlsson. (Foto: dpa/picture alliance/ASSOCIATED PRESS)Maksymilian Szuber (hinten) im Duell mit dem Schweden Leo Carlsson. (Foto: dpa/picture alliance/ASSOCIATED PRESS)
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In der Gruppe A entzauberten die US-Amerikaner Gastgeber und Titelverteidiger Finnland, schickten die Skandinavier sogar auf den letzten Gruppenplatz. Auf Platz zwei Schweden, das nur mit größter Mühe gegen einen unangenehm spielenden Gegner Deutschland die Oberhand behielt. In der Gruppe B übernahmen die Kanadier nach dem Kantersieg gegen Lettland die Tabellenführung vor Tschechien, das im Bruderduell gegen die Slowakei knapp die Oberhand behielt.

Am morgigen Samstag treffen in der Gruppe A die bisherigen spielfreien Teams von Frankreich und Österreich sowie Ungarn und Dänemark aufeinander. Am Abend (19.20 Uhr) spielen die beiden Gruppenletzten Deutschland und Finnland gegeneinander. In der Gruppe B trifft die Schweiz auf Slowenien (11.20 Uhr) und Norwegen auf Kasachstan (15.20). Um 19.20 Uhr spielt der zweite Gastgeber Lettland dann gegen die Slowakei.

Gruppe A

Deutschland – Schweden 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)

Das war hauchdünn, das war mehr als nur knapp. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft, vor der WM auf Grund einiger Niederlagen bereits als Punktelieferant verunglimpft, zeigte eine prächtige Leistung und brachte den elffachen Weltmeister Schweden mehr, als den Nordmännern lieb war, in die berühmte Bredouille. Bereits im ersten Drittel zeigte das deutsche Team wenig Respekt vor den großen Namen des Gegners. Zur Überraschung der Schweden übernahm der Außenseiter die Spielkontrolle und vor allem der erste Block mit Tiffels, Peterka und Kahun hätte schon in den ersten zehn Minuten für ein oder zwei Tore sorgen können. Nur mit Glück und einem überragenden Torhüter Lars Johansson (Frölunda Göteborg) überstanden die wie üblich in gelb-blau gewandeten Schweden das erste Drittel. Im zweiten Abschnitt wandelte sich das Spiel um 180 Grad. Die Schweden, die sich vermutlich in der Kabine von ihrem Trainer Sam Hallam einiges anhören mussten, brachten jetzt ihrerseits die deutsche Abwehr ins Wanken, aber nicht zum Umfallen. Einen großen Anteil an der hervorragenden Abwehrarbeit hatte dabei auch Keeper Matthias Niederberger, der mit stoischer Ruhe die gegnerischen Pucks wegpflückte. Deutschlands Bundestrainer Harold Kreis meinte nach der Partie: „Im zweiten Drittel haben wir etwas die Kontrolle verloren und die Schweden waren stärker, aber diese Schwäche haben wir im letzten Drittel trotz des Rückstandes gut kompensiert.“ Dazu kam auch noch etwas Pech wie in der 33. Minute, als Peterka für eine Sekunde alleine vor Johansson stand, aber ein schwedischer Verteidiger im allerletzten Moment die gefährliche Situation entschärfen konnte. Nach vierzig Minuten stand es immer noch 0:0 und es war klar, dass das erste Tor die Entscheidung bringen würde. Dieses fiel im letzten Drittel recht schnell. In Überzahl hatte Petersson hinter dem deutschen Tor die Scheibe, bediente Berggren und dessen Schuss fälschte Oscar Lindberg gekonnt und unhaltbar für Niederberger über dessen linke Schulter ins Tor. Wer jetzt jedoch gedacht hätte, dass die Deutschen sich geschlagen geben würden, sah sich getäuscht. In dem hochintensiven Match hatten die kämpferisch vorbildlich agierenden Deutschen weiterhin ihre Möglichkeiten, nahmen am Ende sogar ihren Torhüter vom Eis, konnten aber die schwedische Defensive nicht mehr überwinden. Wie stark die Schweden gefordert wurden, zeigte auch zum Abschied die Wahl zum jeweiligen besten Spieler beider Mannschaften. Für Deutschland erhielt Marcel Noebels die Auszeichnung, für Schweden deren Torhüter Johansson.

Tore: 0:1 (41:31) Oscar Lindberg (Berggren, Petersson 5-4)

Finnland – USA 1:4 (1:0, 0:1, 0:3)

Eine überraschende Heimpleite für den Titelverteidiger. Die Finnen, die auch die aktuelle Weltrangliste anführen, galten vor der Partie als Favorit, mussten sich dann jedoch im Laufe des Spieles von den jungen Amerikanern, von denen allerdings die Mehrzahl mit NHL-Erfahrung zur WM kam, die Butter vom Brot nehmen lassen. Schon im ersten Drittel hatten die Gastgeber ihre liebe Not mit den schnellen US-Boys und die glückliche Führung resultierte aus einem Powerplay in der 18. Minute, als der Neu-Genfer Teemu Harttikainen den US-Keeper Casey de Smith mit einem Nahdistanzschuss ins kurze Eck überraschte. Im zweiten Drittel übernahmen dann die Amerikaner gegen übernervöse Finnen das Kommando, schossen gleich 19 Mal auf das gegnerische Tor, dass von Emil Larmi gehütet wurde. Somit war der Ausgleich von Cutter Gauthier in der 34. Minute auch hochverdient. Überraschend setzte sich das nervöse, überraschend unpräzise Spiel der Finnen im dritten Drittel fort, so dass die 12.056 Zuschauer in Tampere unangenehm überrascht wurden. In der 50. Minute war es dann soweit. Der läuferisch starke Samberg drang in die finnische Hälfte ein, prüfte Larmi, der den Puck nicht festhalten konnte und Drew O`Connor nutzte die Chance zur erstmaligen Führung.  Richtig klasse dann das 3:1 der Amerikaner. Der zu diesem Zeitpunkt überragende O`Connor schickte Grimaldi mit einem Steilpass, der umkurvte Larmi, gab den Puck uneigennützig ab an den mitgelaufenen Alex Tuch und dieser traf ins leere Tor. Die geschockten Finnen waren danach nicht mehr in der Lage, das Blatt zu drehen. Sie nahmen zwar ihren Torhüter vom Eis, mussten aber sogar noch das 1:4, erneut von Alex Tuch erzielt, hinnehmen. Am Ende stand ein US-Erfolg, der auch nach dem Schussverhältnis von 38:24 mehr als verdient war.

Tore: 1:0 (17:07) Teemu Hartikainen (Sallinen, Manninen 5-4), 1:1 (33:48) Cutter Gauthier (Mazur, Samberg), 1:2 (49:49) Drew O`Connor (Samberg, Garland), 1:3 (52:57) Alex Tuch (Grimaldi, O`Connor), 1:4 (59:12) Alex Tuch (O`Connor ENG)

Gruppe B

Tschechien – Slowakei 3:2 (3:2, 0:0, 0:0)

Vor mit 7800 Zuschauern ausverkauftem Haus in Riga zeigten die beiden Rivalen in ihrem Traditionsderby ein hervorragendes, vor allem aber spannendes Spiel, in dem alle fünf Tore bereits im ersten Drittel fielen. Bereits nach fünf Minuten führten die in blau angetretenen Slowaken nach einem Überzahltor von Martin Chromiak. Tschechiens Torhüter Simon Hrubec war chancenlos. In der Folge kämpften sich die Tschechen zurück ins Spiel und wurden für ihre Bemühungen bereits zwei Minuten später belohnt, als Roman Cervenka den Ausgleich erzielte. Doch die Slowaken blieben am Ball bzw. Puck und gingen kurz darauf erneut in Führung, wobei sie auch etwas Glück hatten. Mislav Rosandic schoss auf das Tor von Hrubec und der bekam die flatternde Scheibe nicht richtig unter Kontrolle und schob sie sich selbst ins Tor. Jetzt waren die Slowaken am Drücker und standen vor dem 3:1, um aber das 2:2 zu kassieren. Tschechiens Kempny saß auf der Strafbank, als Kundratek und Jakub einen Konter initiierten, Lukas Sedlak bedienten und dieser traf mit einem Bauerntrick gegen den slowakischen Keeper Stanislav Skorvanek zum Ausgleich. Und die slowakische Pechsträhne hielt an. 80 Sekunden vor der ehrten Drittelpause holte sich Rosandic eine Fünfer plus Spieldauer ab und die Tschechen brauchten nur elf Sekunden, um erstmals, wiederum durch Sedlak, in Führung zu gehen. In den folgenden vierzig Minuten, die hochumkämpft, fair und optisch gleichwertig verliefen, passierte nichts entscheidendes mehr, so dass am Ende die Tschechen etwas glücklich bei 22:26 Torschüssen das Eis verließen.

Tor: 0:1 (04:52) Martin Chromiak (Knazko, Cehlarik 5-4), 1:1 (06:38) Roman Cervenka (Kubalik, Chytil), 1:2 (10:58) Mislav Rosandic (Lantosi), 2:2 (13:48) Lukas Sedlak (Flek, Kundratek 4-5), 3:2 (18:48) Lukas Sedlak (Kubalik, Tomasek)

Lettland – Kanada 0:6 (0:2, 0:2, 0:2)

Ausverkauftes Haus in Riga mit 9.260 Zuschauern. Freilich geholfen hat es den Letten nicht. Die Kanadier waren in allen Belangen überlegen, erwischten auch einen Superstart, führten schnell mit 2:0 und erzwangen bereits nach fünf Minuten einen Torhüterwechsel bei den Letten. Der in der Schweiz spielende Punnenovs wurde ausgetauscht gegen Silovs, und dieser konnte den knappen Rückstand bis zur 29. Minute halten. Dann erhöhte MacKenzie Weegar auf 3:0 und nur fünf Minuten später erhöhte Samuel Blais auf 4:0. Im dritten Drittel zogen sich die Kanadier etwas zurück, ohne die Spielkontrolle zu verlieren. Die Letten zeigten einige gefährliche Angriffe, konnten sich aber nicht durchsetzen und wurden mit zwei weiteren Gegentoren durch Joe Veleno und Jack McBain bestraft.

Tore: 0:1 (00:52) Lawson Crouse (Glass, Krebs), 0:2 (04:56) Scott Laughton (Weegar, Middleton), 0:3 (28:17) MacKenzie Weegar (Quinn, Toffoli 5-4), 0:4 (35:12) Samuel Blais (Krebs, Hunt), 0:5 (53:58) Joe Veleno (Weegar), 0:6 (55:40) Jack McBain (Carcone, Fantili)


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WM Vorrunde

Freitag 10.05.2024
Slowakei Slowakei
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Deutschland Deutschland
Schweiz Schweiz
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Norwegen Norwegen
Tschechien Tschechien
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Finnland Finnland
Schweden Schweden
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United States of America USA
Samstag 11.05.2024
Frankreich Frankreich
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Kasachstan Kasachstan
Großbritannien Großbritannien
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Kanada Kanada
Österreich Österreich
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Dänemark Dänemark
Polen Polen
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Lettland Lettland
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Tschechien Tschechien
United States of America USA
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Deutschland Deutschland
Sonntag 12.05.2024
Slowakei Slowakei
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Kasachstan Kasachstan
Finnland Finnland
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Großbritannien Großbritannien
Dänemark Dänemark
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Kanada Kanada
Lettland Lettland
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Frankreich Frankreich
Österreich Österreich
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Schweden Schweden
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Polen Polen