Deutschland scheidet im WM-Viertelfinale aus und wird SechsterSpiel lange offen, doch Tschechien gewinnt

Philipp Grubauer bot im deutschen Tor eine starke Leistung. (Foto: dpa/picture alliance)Philipp Grubauer bot im deutschen Tor eine starke Leistung. (Foto: dpa/picture alliance)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Mit den vielen Fans im Rücken hielt sich Tschechien nicht lange mit dem ersten Gang auf. Der zwölffache Weltmeister stand auf dem Gaspedal. Und schon in der zweiten Minute hätte es im deutschen Tor scheppern können. Doch der einstige Topfavorit, dessen erfolgreichste Jahre nun schon einige Zeit zurückliegen, schoss am praktisch leeren Tor vorbei. Das DEB-Team hielt diesem Druck, der rund zehn Minuten anhielt, stand – und fand dann ins Spiel. Das basierte zum einen auf einem überragend starken, weil bemerkenswert ruhigen Philipp Grubauer im Tor, aber auch zum anderen auf der Gesamtdefensivleistung der Mannschaft. So ergeben sich Chancen wie die von Leon Draisaitl, der das 1:0 für Deutschland auf der Kelle hatte.

Das zweite Drittel war weitgehend ausgeglichen – und brachte einige deutsche Chancen. Frank Mauer (22.), Yasin Ehliz (26.) – das hätte durchaus zum Erfolg führen können. Auch Marcel Noebels (31.) setzte das tschechische Tor unter Druck (31.). Auf der Gegenseite war Tschechien stets brandgefährlich. Ondrej Palat hatte eine Riesenchance, doch Grubauer wehrte ab. Ein deutscher Puckverlust in der Vorwärtsbewegung brachte die tschechische Führung durch Jan Kovar. Einmal ließen die Deutschen ihrem Gegner zu viel Raum und schon war das Ding drin (34.). Doch die DEB-Mannschaft ließ sich davon nicht schocken. Moritz Seider, der nach Verletzungspause wieder dabei war, holte in der neutralen Zone die Scheibe, der Puck kam tief, Frederik Tiffels legte einfach zurück in den Slot – und dort kam Frank Mauer angerauscht, der zum 1:1 ausglich (38.). Markus Eisenschmid hatte sogar die Führung auf dem Schläger (39.), doch zehn Sekunden vor der Pause hätte ein 3:1-Konter beinahe zu einem erneuten tschechischen Vorsprung geführt, doch Jakub Voracek verzog. Durchatmen!

Voracek, Tschechiens bester Scorer, schlug aber doch noch zu. Einen 3:1-Konter wehrte Grubauer noch ab, doch dann traf Voracek im Nachsetzen. Bitter wurde es kurz danach. Der so starke Markus Eisenschmid schlug nach einem Check mit dem Arm voraus in der Bande ein und musste im Anschluss vom Eis geführt werden. Das DEB-Team reagierte auf diese Rückschläge mit viel Arbeit – und Yasin Ehliz hätte nach 50 Minuten beinahe den erneuten Ausgleich erzielt. Deutschland setzte die Tschechen unter Druck – und wurde ausgekontert. Dominik Kubalik traf zum 3:1 für seine Mannschaft (52.). Ärgerlich war das 1:4, denn der Puck prallte „schräg“ von der Bande zurück, Ondrej Palat ließ sich nicht zweimal bitten (54.). Über drei Minuten vor Ende nahm Söderholm in Überzahl Grubauer vom Eis, versuchte es nochmal in 6:4-Überzahl. Neun Sekunden vor Ende legte Jan Kovar das 5:1 ins leere DEB-Tor nach. Das deutsche Team kämpfte auch noch, als das Spiel bereits verloren war – und verlässt die WM hoch erhobenen Hauptes.

Zu den besten drei Spielern der deutschen Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft wurden Mathias Niederberger, Markus Eisenschmid und Korbinian Holzer gewählt.

Bundestrainer Toni Söderholm sagte: „Heute hat nicht viel gefehlt. Wir waren 44 Minuten genau in dem System, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen haben. Wir haben ein paar gute Torchancen kreiert, doch in der Defensive zwei Mal Pech gehabt, als die Scheibe ein wenig unberechenbar von der Bande gesprungen ist. Ein guter Gegner nutzt so etwas natürlich aus. Ich bin stolz auf die Leistungen der Mannschaft – dies war ein Turnierergebnis, auf dem wir aufbauen können.“