Der blanke HohnKommentar zum Spiel Deutschland – Norwegen

Lesedauer: ca. 1 Minute

Und am gestrigen Abend kam es wieder zu einem Ergebnis, dass zwar nicht einen Medaillenanwärter auf den harten Boden der Tatsachen zurückholte, sondern, wie man in Schweden sagt, eine Blaubeernation. Das Dumme dabei: Sie wurde von einer anderen Blaubeernation vorgeführt und nicht von einem Medaillenanwärter. 12:4 hieß es nach 60 qualvollen Minuten für Norge, wobei unser Nationalteam von den hellwach aus der Kabine kommenden Skandinaviern schon nach gut fünf Minuten geschlagen war. Denn da kassierte Dennis Endras schon das dritte „Dingen“.

Ein Aufbäumen der Adlerträger? Nein, überhaupt nicht. Stattdessen quittierte die Truppe (ob nervös, ob demotiviert, weiß ich nicht) unter dem höhnischen Gelächter der Fans ein Gegentor nach dem anderen. Wie Ölgötzen stand der deutsche Trainerstab hinter den Spielern, wusste nicht mehr weiter und blamierte sich bis auf die Knochen. Die Wechselei mit den Torwarten, die insgesamt dreimal ihren Arbeitsplatz tauschten, hatte ich, außer bei Juxspielen, noch nie gesehen.

Wie hatte ich noch geschrieben, als das Gerücht von einer „Beförderung“ Köllikers zum Sportdirektor ruchbar wurde? „Hat er denn schon so viele Meriten erworben, um überhaupt in die Diskussion um diese Aufgabe zu gelangen?“ oder so ähnlich. Diese Frage kann ich jetzt nur in aller Deutlichkeit wiederholen.

Dabei will ich nicht sagen, dass der wackere Schweizer Schuld an der ganzen Misere hätte, doch scheint es irgendwie unter seiner Leitung nicht zu laufen, wenn es ernst wird. Erinnern Sie sich, lieber Leser, noch an das Spiel beim Deutschland Cup gegen die Slowakei? Da war die deutsche Defensive genauso offen wie ein Scheunentor und kassierte Gegentreffer, die einer guten Schülermannschaft nicht passieren dürfen.

Ich fragte Uwe Krupp nach der WM in der Slowakei, ob er erklären könne, wie es nach der Katastrophen-WM von 2009 in der Schweiz zu einem solchen Aufschwung gekommen ist. Wir erinnern uns: 2010 im eigenen Land kamen die Adlerträger bis ins Halbfinale, und ein Jahr später gelangten sie immerhin ins Viertelfinale. Der ehemals „King Kong“ genannte Kölner guckte mich kurz an und sagte cool: „Vielleicht haben wir im nächsten Jahr wieder eine Katastrophen-WM.“ Ob er wohl Hellseher ist?

Und zum Schluss der blanke Hohn: Denn bei Google steht unter dem höchsten Sieg unseres Teams: 16:0 am 21. März 1972 gegen? Jawohl, gegen Norwegen!