DEB-Team setzt mit Platz in den Top 4 ein AusrufezeichenKommentar: Nicht der letzte Eindruck zählt

Die deutsche Nationalmannschaft trat als geschlossene Einheit auf – und begeisterte so Sportfans über den Eishockey-Kosmos hinaus. (Foto: dpa/picture alliance)Die deutsche Nationalmannschaft trat als geschlossene Einheit auf – und begeisterte so Sportfans über den Eishockey-Kosmos hinaus. (Foto: dpa/picture alliance)
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Wie groß dieser Erfolg wirklich ist, zeigten die Tränen von Moritz Müller. Dass der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bei einem Fernseh-Interview vor Freude weinte, hat nicht einfach nur etwas mit dem Erreichen der Top 4 zu tun. Es war vor allem die Leidenschaft, mit der diese Mannschaft weit über die Grenzen des Eishockey-Kosmos hinaus die Sportfans begeisterte. In sozialen Medien wie Facebook meldete sich beispielsweise auch Ex-Fußball-Trainer Peter Neururer zu Wort, zog virtuell den Hut vor dieser Mannschaft. Und das in Zeiten, in denen die deutschen Fußballer nicht nur darum ringen, Anschluss an die sportliche Klasse des Welmeisterjahres 2014 zu finden, sondern auch darum, die eigenen Fans wieder zu begeistern.

Wie das gehen kann, zeigt die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm. Die jungen Talente zeigen nicht nur, wie viel Qualität inzwischen in dieser Mannschaft steckt, die Aufopferungsbereitschaft – auch der Führungsspieler – die sich in Schüsse werfen, sich hochrappeln, um Sekunden später den nächsten Block zu setzen, ist das, was die Leute begeistert. Diese Nationalspieler sind Profis, verdienen mit ihrem Sport ihre Brötchen und auch etwas Belag dazu – aber sie spielen für die Nationalmannschaft aus anderen Gründen. Sie spielen aus Liebe für ihren Sport – und für das Team.

Und längst sind es nicht nur die Nordamerika-Spieler des deutschen Teams, die für Spaß, Freude und Leistung sorgen. Die Klasse eines Matthias Plachta, die Härte seiner Schüsse, sind auch auf internationalem Level beachtlich. Die Leistung von Torhüter Mathias Niederberger war ohnehin herausragend.

Die deutsche Nationalmannschaft hat das Halbfinale und das Spiel um Rang drei verloren – aber Fakt ist: Sie steht bei dieser WM unter den besten vier Teams der Welt. Das wird auch künftig kein Normalzustand sein und schon gar nicht in jedem Jahr gelingen. Aber der Abstand zu den Topnationen hat sich ein kleines bisschen verkleinert, auch spielerisch, was auch der guten Arbeit von Bundestrainer Toni Söderholm zu verdanken ist – und nach Silber bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang hat das DEB-Team ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt.