Das Spiel in der Anfangsphase verlorenPresseschau nach Spiel gegen die USA

Philip Gogulla: „Die Zähne standen nicht mehr so, wie sie sollten. Aber das gehört dazu, Eishockey ist Männersport.“ (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)Philip Gogulla: „Die Zähne standen nicht mehr so, wie sie sollten. Aber das gehört dazu, Eishockey ist Männersport.“ (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
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Es stimmt wohl, wenn es heißt, dass die Amerikaner die Eishockey-Weltmeisterschaft als „Cup der Verlierer“ bezeichnen. The Hockey News hat das Spiel noch nicht mal in den Ergebnislisten. Sports Illustrated berichtet zwar über Eishockey, aber die WM findet man nicht mal unter „sonstigen Sport“. Gleiches gilt für die Sportgiganten Fox Sports und ESPN oder Internetseiten wie Sporting News. Da wundert es dann nicht, dass man bei großen Zeitungen wie The New York Times, New York Post, The Washington Post, Chicago Tribune oder Boston Herald ebenso wenig Informationen erhält. Wer als Amerikaner wirklich etwas über die WM erfahren will, dem bleibt nur der Blick auf die Internetseite des Verbands, usahockey.com. Dort findet man vor dem jeweiligen Spiel immer eine große Zusammenfassung mit wichtigen Daten vergangener Aufeinandertreffen und einiges an Information zum eigenen Team. Die Spielberichte selbst fallen aber eher spärlich aus. In der Zusammenfassung wird natürlich Keeper John Gibson gelobt, der „30 Saves zeigte“. Es folgt eigentlich nur die leidenschaftslose Aneinanderreihung der Tore.

Als Ausgleich für die mangelnde amerikanische Berichterstattung werfen wir heute mal einen kleinen Blick die deutsche Presse. Die meisten Zeitungen verbreiten eine dpa-Meldung. In dieser heißt es: „Niederlage gegen USA – DEB-Team braucht Schützenhilfe“. Ein Satz der eigentlich alles über das Spiel sagt, taucht auch auf: „Nur 20 Stunden nach dem 2:0-Erfolg über Lettland stemmte sich das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) tapfer gegen die Nordamerika-Stars, verpasste aber durch eine verschlafene Anfangsphase die Überraschung.“ Denn nach den Toren von Bobby Butler (3.) und Paul Stastny (5.) war die Richtung des Spieles klar. In der Meldung bezieht auch Kapitän Christian Ehrhoff Stellung und sagt: „Der Sieg geht in Ordnung. Wir sind einfach nicht schnell genug aus der Kabine gekommen. Und dann hat natürlich die Kraft ein wenig gefehlt.“ Auch gerne genommen ist ein Bericht des Sport-Informations-Dienst (SID). Die Welt fügt der Agenturmeldung noch einen ersten Absatz dazu: „Nach zwei WM-Siegen in Folge gab es einen Rückschlag für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft. Gegen die USA verlor das Team von Bundestrainer Cortina, hofft aber weiter aufs Viertelfinale.“ In der Meldung selbst erfährt man dann Einzelheiten zur Verletzung von Philip Gogulla, die er sich im Lettland-Spiel zugezogen hat: „Philip Gogulla lief dagegen trotz eines Kieferbruchs auf. Dabei waren auch zwei Zähne nach hinten gedrückt worden.“ Und weiter: „Der Kiefer wurde fixiert und geklebt, Gogulla spielte ohne zusätzlichen Gesichtsschutz.“ Gogulla selbst sagt dazu: „Die Zähne standen nicht mehr so, wie sie sollten. Aber das gehört dazu, Eishockey ist Männersport.“

Auf der slowakischen Sportseite sport.sme.sk liest man: „Amerikaner besiegen Deutschland 3:0 und stehen sicher im Viertelfinale“. In der Slowakei wird natürlich auch gerechnet und genau auf die Tabelle geschaut: „Die Deutschen bleiben auf dem fünften Platz mit der punktgleichen Slowakei.“ Das Spiel wurde natürlich in den ersten Minuten verloren: „Die Amerikaner gewannen dank einer starken Anfangsphase, präzisem Spiel und Toren von Chris Butler und Kapitän Paul Stastny.“ Die Nový Čas schreibt: „Amerikaner stehen nach problemlosem Sieg über Deutschland im Viertelfinale.”

Sport.oe24.at aus dem Gruppengegnerland Österreich meint: „US-Boys stürmen ins WM-Viertelfinale“. Auch hier rechnet man: „Für Deutschland ist noch alles möglich. Das Viertelfinale hat der Österreich-Bezwinger allerdings nicht mehr in eigener Hand, sondern muss auf Punkteverluste der Slowakei oder Russland hoffen, um bei einem Erfolg am Dienstag gegen Frankreich noch weiterzukommen. Theoretisch könnte das aktuell fünfplatzierte Team von Pat Cortina sogar noch absteigen.“ Die Theorie vom Abstieg ist nicht falsch, aber doch ziemlich weit hergeholt. Damit die DEB-Auswahl noch absteigt, müsste sie selbst gegen Frankreich verlieren. Allerdings müsste zusätzlich auch Lettland gegen Frankreich und Finnland gewinnen und zu guter Letzt auch noch Österreich gegen Russland. Bei hockeyfans.at heißt es: „USA lassen Deutschland kein Tor schießen“. In der kleinen Zusammenfassung liest man: „Ein Blitzstart mit zwei Toren in den ersten fünf Spielminuten ebnete den USA den Weg zu einem Shutoutsieg über Deutschland. Die Nordamerikaner durften sich auf eine starke Torhüterleistung verlassen, während das Team Germany beim 0:3 an der eigenen Effizienz scheiterte.“

In Tschechien ist man natürlich mit der Niederlage gegen Kanada beschäftigt. Doch auf sport.lidovky.cz kann man erfahren: „USA überwindet Deutschland und steht im Viertelfinale der WM“. Als bester Mann des Spieles wurde völlig zu Recht US-Keeper Gibson gesehen.

Aus der Schweiz berichtet 20min.ch und meint: „Deutschland chancenlos gegen die USA“. Nach dem schnellen 2:0 für die Amis heißt es: „Die USA brachte den Vorsprung in der Folge souverän über die Zeit und hievte sich damit wieder vor Finnland an die Tabellenspitze der Gruppe B.“

Zum Schluss sagt uns der schwedische Expressen: „Starke 15 Minuten reichen USA zum nächsten WM-Sieg.“