Christian Ehrhoff neuer „Mister Germany“Presseschau zum deutschen WM-Ausklang

Viel Lob kassierte Deutschlands Kapitän Christian Ehrhoff. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)Viel Lob kassierte Deutschlands Kapitän Christian Ehrhoff. (Foto: Daniel Fischer - www.stock4press.de)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Auch in unserer Presseschau zum letzten deutschen WM-Aufritt gebührt der erste Blick den Medien des Gegners. Le nouvel Observateur lässt seine Leser wissen: „Frankreich beendet Eishockey-Weltmeisterschaft mit einer Niederlage“. Für die Franzosen galt dasselbe wie für die Deutschen: „Nachdem die Slowakei am Vormittag gegen die Vereinigten Staaten gewonnen hatte, war das Rennen ums Viertelfinale entschieden.“ Ganz unzufrieden ist man jedoch nicht, denn „Dave Hendersons Männern bleibt nach dem Sieg der Russen der Platz in der Welt-Gruppe erhalten.“ Sowohl die L´Equipe als auch sports.fr stoßen mit einer ähnlichen Meldung in dasselbe Horn. Auf Eurosport.fr zieht man schon eine kurze Bilanz und trauert eher den verpassten Chancen hinterher: „Nach dem historischen Sieg über Russland hatten es die Blauen selbst in der Hand, verspielten aber alles gegen Lettland.“ Auf der französischen Fachseite hockeyhebdo.com heißt es: „WM13: Die Blauen müssen sich nach Overtime beugen.“ Auch hier ist zunächst die Freude über den Klassenerhalt vorhanden. Über das Spiel selbst lobt man den guten Beginn der Franzosen: „Die Blauen hatten die Enttäuschung vom Nachmittag verdaut, hatten bessere Beine als gestern und dominierten den Gegner in alles Zonen des Spielfeldes.“ Danach kamen die Deutschen besser ins Spiel und „die Blauen wurden ungenauer“. Zudem war Torwart „Huet nicht arbeitslos“, dazu kamen Fehler in der „offensiven und neutralen Zone“. Das Ende kam in der Overtime: „Beide Mannschaften wollten die Entscheidung. Ein verlorener Puck in der defensiven Zone ermöglichte dem deutschen Kapitän Ehrhoff den Siegtreffer.“

Die gestern abgestiegenen Österreicher schreiben auf hockey-news.info: „Deutschland beendet WM mit Overtime-Sieg gegen Frankreich!“ Lobende Worte gibt es für das Auftreten in einem nahezu bedeutungslosen Spiel. „Dennoch bot die Mannschaft von Coach Pat Cortina eine ansprechende Leistung.“ Dann gibt es für den Kapitän einen neuen Spitznamen „Etwas mehr als zwei Minuten vor der ersten Pause glich ‚Mister Germany‘ Christian Ehrhoff zum 1:1 aus.“ Er war es auch, der die Entscheidung markierte: „Wer, wenn nicht Ehrhoff? Der Buffalo-Verteidiger netzte nach 65 Sekunden ein und schoss sein Team somit zum Sieg – ein versöhnlicher Abschluss für Team Germany.“ Ansonsten hat der österreichische NHL-Import Thomas Vanek in einem Interview offenbar eine kleine Lawine losgetreten, indem er ein Umdenken auf Verbands- und Ligaebene fordert.

Im Schweizer WM-Ticker des Blick bekommt Christan Ehrhoff ebenfalls ein besonderes Lob. Das Siegtor selbst wird so beschrieben: „Großartiger Siegtreffer für Deutschland: Marcel Goc passt zwischen Torhüter Cristobal Huet und Verteidiger Vincent Bachet hindurch auf den nachrückenden Kapitän Christian Ehrhoff, der mit seinem zweiten Treffer heute den deutschen Sieg sichert.“ Und weiter: „Bester deutscher WM-Spieler war wohl Kapitän Christian Ehrhoff, der nicht nur die meiste Eiszeit hatte (28:04 Minuten pro Spiel; Quelle: iihf.com) und bestens verteidigte, sondern auch mit fünf Scorer-Punkten (3 Tore, 2 Assists) sein Team in der Effektivität anführte.“

Die lettische Seite Apollo.lv schreibt: „Deutschland besiegt Frankreich in der Nachspielzeit und sichert sich dadurch Platz fünf in der Gruppe.“ TV Net ergänzt das und berichtet, „während Frankreich mit sieben Punkten an Position sechs steht.“

Die slowakische Pravda meint über den deutschen Top-Verteidiger: „Ehrhoff schießt Deutschland zum Sieg über Frankreich.“ Außerdem meint man: „Der NHL-Verteidiger der Buffalo Sabers war mit zwei hochklassigen Aktionen Held des Spieles.“

Große Worte auch vom schwedischen Expressen: „NHL-Star rettet Deutschland in Overtime.“ Allerdings weiß man auch, dass es eigentlich ein „belangloses Spiel gegen Frankreich“ war. Denn nach dem Sieg der Slowakei „hatte keines der Teams mehr die Chance auf das Viertelfinale.“ Doch nicht nur Ehrhoff hatte Anteil am Sieg: „Frankreich führte 2:1 vor dem letzten Abschnitt, aber Michael Wolf konnte früh ausgleichen.“

Natürlich haben auch die Finnen eine Meinung zum Spiel. Wenig wunderlich die Schlagzeile des Ilta-Sanomat: „Ehrhoff bringt Deutschen den Sieg“. Das Spiel war hier aber nicht man belanglos, sondern gar „sinnlos“. Und dann drückt man den Stachel wieder tief in die Olympiawunde: „Frankreich und Deutschland sind nicht in die Finalrunden gekommen und werden auch nicht am Olympia-Turnier in Sotschi teilnehmen.“ Doch die gute Nachricht folgt doch noch: „Ihre WM-Geschichte werden jedoch beide 2014 im weißrussischen Minsk fortsetzen.“