Austria meldet sich zurück

Österreich bejubelt den Sieg über Slowenien. (Foto: Peggy Nieleck)Österreich bejubelt den Sieg über Slowenien. (Foto: Peggy Nieleck)
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Österreich – Slowenien 3:2 (1:0, 1:2, 1:0)

Mit diesem Sieg haben sich die Österreicher wieder ins Geschehen zurück gemeldet. Vielleicht war die Schlüsselszene des ganzen Matches der Moment, als sich der ambitionierte Center Rok Ticar an der Leiste verletzte und seinem Team nicht mehr zur Verfügung stand. Damit war die erfolgreiche Reihe aus Jesenice gesprengt. Tomaz Razingar und die beiden Rodmans schafften es nicht allein, Austria zu besiegen.

Wer geglaubt hatte, dass die Slowenen von Anfang an gegen die bisher total enttäuschenden Österreicher „Gas“ geben würden, sah sich enttäuscht. Denn Austria hatte im Eröffnungsdrittel viel mehr Spielanteile und hätte eigentlich in der 7. Minute schon in Führung gehen können. Einen 2:1-Gegenzug schloss Oliver Setzinger mit einem Schuss neben das Tor ab. Apropos Tor… Unerklärlich die Nervosität des Slowenen-Keepers Robert Kristan. Nach einem Schuss wieder von Setzinger fällt ihm fast der Puck aus der Fanghand. Als in einer anderen Situation kein Gegner weit und breit zu sehen war, hielt er die Scheibe fest, als wäre er im dicksten Gewühl. Und durch das dickste Gewühl gelang auch Kapitän Gerhard Unterluggauer das 1:0. Durch Freund und Feind bahnte sich der Puck bei 6:5-Überzahl den Weg. Vorher war eine Strafzeit gegen einen Slowenen angezeigt. Slowenien hatte durch Tomaz Razingar in der 7. Minute eine Möglichkeit, doch der Slowenen-Stürmer agierte zu harmlos.

Das Mitteldrittel stand zunächst im Zeichen der Österreicher. Erneut prüfte Setzinger den schwachen Kristan, der mit der Stockhand den Schuss mühsam parierte. Das 2:0 ging klar auf die Kristans Kappe, als Thomas Raffl hoch in der kurzen Ecke traf. Zwischendurch war es auf slowenischer Seite vor allem Razingar, der Präsenz vor dem Austria-Gehäuse zeigte. Zwei Chancen hatte Austria noch in der 35./36. Minute, doch dann kippte das bisher von Austria kontrollierte Match quasi aus dem Nichts. Ein Schuss von der blauen Linie, der durch Razingar noch abgefälscht wurde, sorgte für den Anschluss, und mit einem Bauerntrick stellte David Rodman den Ausgleich her. War das die „Rache“ der Gebrüder Rodman, denen in Wien mitgeteilt wurde, dass sie dort keinen neuen Vertrag mehr erhalten? Zuvor wurde Austria-Verteidiger Philippe Lakos von den Unparteiischen seltsam behandelt. Sein fieser Ellbogencheck, direkt vor den Augen eines „Zebras“, gegen Rok Pajic wurde nicht geahndet. Aber Sekunden später musste der Mann von den Vienna Capitals auf die Bank. Derjenige Unparteiische, der am weitesten entfernt war, fiel auf die Provokation Razingars hinein und sprach eine Strafe aus. Die Pfeife jenes Kollegen, der aus allernächster Nähe die Szene beobachtete, blieb stumm.

Mit guten Chancen auf beiden Seiten begannen die letzten 20 Minuten. Dann sorgte ein Verlegenheitsschuss für die erneute Führung der Österreicher. Philipp Lukas ließ in der Drehung einen Schuss los, Rafael Rotter nutzte diese „Vorlage“ und drückte die Scheibe ins leere Tor. Slowenien versuchte noch alles, überstand mit Glück und Geschick eine 3:5-Unterzahl von 103 Sekunden und nahm in der Endphase Keeper Kristan vom Eis. Doch es half nichts mehr.

Tore: 1:0 (19;03) Unterluggauer (Raffl, Koch), 20 (24;15) Raffl (Peintner, Trattnig), 2:1 (36;30) Razingar (M. Rodman, D. Rodman), 2:2 (39;41) D. Rodman (Gregorc, Kristan – 5:4), 3:2 (45;52), Rotter (P. Lukas). – Zuschauer: 9033. – Strafminuten: Österreich 10, Slowenien 12. – Schiedsrichter: Lärking (SWE), Olenin (RUS).

Weißrussland – Lettland 3:6 (1:3, 1:1, 1:2)

Lettland meldete sich beim Parallelspiel in Kosice beeindruckend zurück. So gingen die Letten bis zur 18. Minute durch Martins Cipulis und zweimal Georgijs Pujacs mit 3:0 in Führung. Weißrussland kämpfte sich zwar noch einmal heran, indem Viktor Kostyuchyonk 29 Sekunden vor der ersten Pause sowie Mikhail Grabovski 53 Sekunden nach Wiederbeginn auf 2:3 verkürzten. Doch danach zog Lettland auf 6:2 davon. Die Tore erzielten Aleksandrs Nizivijs, erneut Cipulis und Kaspars Saulietis. Das dritte Tor der Weißrussen fiel erst zehn Sekunden vor dem Ende durch Dmitri Meleshko.

Tore: 0:1 (9:26) Cipulis (Rekis, Nizivijs/5-4), 0:2 (13:23) Pujacs (Dzerins, Mikelis Redlihs/5-4), 0:3 (17:13) Pujacs (Mikelis Redlihs), 1:3 (19:31) Kostyuchyonk (Kitarov, Demkov/5-4), 2:3 (20:53) Grabovski (Korobov, Meleshko/5-4), 2:4 (36:17) Nizivijs (Cipulis, Vasiljevs), 2:5 (49:44) Cipulis (Nizivijs, Rekis/5-4), 2:6 (57:29) Saulietis (Mikelis Redlihs, Dzerins), 3:6 (59:50) Meleshko (Kostitsyn, Kulakov/5-4). Strafen: Weißrussland 16, Lettland 16. Zuschauer: 4976.

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