25. WM-Titel für Kanada – 6:1: Ahornblätter überrennen RusslandDominierendes Team des Turniers beherrscht den Rekord-Weltmeister

Die Kanadier ließen Russland im Finale der 79. Eishockey-Weltmeisterschaft keine Chance. (Foto: Imago)Die Kanadier ließen Russland im Finale der 79. Eishockey-Weltmeisterschaft keine Chance. (Foto: Imago)
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Was Kanada gerade im zweiten Drittel des Endspiels der 79. Eishockey-Weltmeisterschaft in Tschechien geboten hat, dürfte vor allem zwei Reaktionen ausgelöst haben: Entweder einen vor Staunen offen stehenden Mund oder die pure Freude an so viel Qualität bei einer WM. Oder natürlich auch beides. Wer anders als Russland hätte Kanada stoppen können, doch in der 29. Minute war die Partie de facto entschieden, als die Nordamerikaner mit 4:0 vorne lagen. Letztlich gewann Kanada mit 6:1 (1:0, 3:0, 2:1).

Wer das Spiel nicht gesehen hat und nun vermutet, dass Russland völlig von der Rolle war, dass Russland ein unwürdiger Gegner war, dem ist nur zu sagen: Falsch! Zum Teil zumindest. Denn Russland war gerade im ersten Drittel bärenstark, sodass ein WM-Finale auf hohem Niveau entstand – Kanada war einfach nur besser. Die Partie begann intensiv mit Chancen auf beiden Seiten. Wie schnell es hoch und runter ging, zeigte die 14. und 15. Minute. Erst scheiterte Sean Couturier mit zwei Nachschüssen nach einer Chance von Tyler Toffoli – im direkten Gegenzug durchspielte Alexander Ovechkin das kanadische Team, scheiterte aber an Goalie Mike Smith. Knapp zwei Minuten vor der Pause die kanadische Führung: Tyler Ennis zog aus der Drehung ab, traf dabei den Schlittschuh von Cody Eakin, da aber keine Kickbewegung zu erkennen war, entschieden die Unparteiischen gar ohne Videobeweis – und auch zurecht – auf Tor.

Kanada unterstrich zu Beginn des zweiten Drittels, dass man nicht gewillt war, nun abwartend zu spielen. Mit einem Bauerntrick in Höchstgeschwindigkeit erhöhte Tyler Ennis auf 2:0 (22.). Zwei russische Puckverluste bestrafte Kanada mit zwei weiteren Toren. Erst ließen die Russen Sidney Crosby vor ihrem Tor völlig frei stehen, der den Puck zum 3:0 (28.) in den Winkel nagelte, dann passte Claude Giroux bei angezeigter Strafe gegen Russland aus der Drehung auf Tyler Seguin, der mit seinem neunten Turniertor auf 4:0 erhöhte (29.). Russland mühte sich, konnte aber kaum offensive Akzente setzen. In der 35. Minute hatte Seguin das fünfte Tor auf dem Schläger, traf aber den Pfosten. Wie dominant Kanada in diesem Abschnitt war, zeigt das Schussverhältnis der zweiten 20 Minuten: 14:1 (!) für die Nordamerikaner.

Diese Überlegenheit hielt auch im letzten Drittel an. Erst traf Tyler Toffoli nur den Pfosten. In der 49. Minute erzielte Claude Giroux, der beim letzten NHL Lockout für die Eisbären Berlin gespielt hatte, in Überzahl das 5:0 (49.). Endgültiger zum Kantersieg wurde es beim 6:0 (50.) durch Nathan MacKinnon. Sergei Mozyakin rettete Russlands Ehre in der 53. Minute; seinen Schuss fälschte Yevgeni Malkin noch leicht zum 1:6 ab.

Kanada hat damit zum 25. Mal die Eishockey-Weltmeisterschaft gewonnen und verkürzt damit den Rückstand auf Rekord-Weltmeister Russland, der – einschließlich der Titel der UdSSR – 27 Titel verbucht hat. Anders ausgedrückt: Die beiden Finalisten haben zusammen 52 von bislang 79 Weltmeisterschaften gewonnen. Die anderen Titel teilen sich Tschechien (12, davon 6 als Tschechoslowakei), Schweden (9), USA (2), Finnland (2), Großbritannien (1) und die Slowakei (1).

Tore:
1:0 (18:10) Cody Eakin (Tyler Ennis, Jake Muzzin)
2:0 (21:56) Tyler Ennis (Cody Eakin, Sean Couturier)
3:0 (27:22) Sidney Crosby (Jordan Eberle, Dan Hamhuis)
4:0 (28:06) Tyler Seguin (Claude Giroux, Tyson Barrie)
5:0 (48:58) Claude Giroux (Sidney Crosby, Ryan O’Reilly/5-4)
6:0 (49:50) Nathan MacKinnon (David Savard)
6:1 (52:47) Yevgeni Malkin (Sergei Mozyakin, Dmitri Kulikov)

Strafen: Kanada 4, Russland 10
Zuschauer: 17.383

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