Zwei starke Drittel reichen nichtESV Kaufbeuren

Zwei starke Drittel reichen nichtZwei starke Drittel reichen nicht
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Und auch die Mannen von Uli Egen sorgten sofort für weitere gute Stimmung. Keine zehn Sekunden waren gespielt, als Stefan Loibl frei vor Landshuts Schlussmann Pasi Häkkinen zum Abschluss kam, doch blieb der Finne noch Sieger. Nach einem weiteren Angriff der ersten Reihe in der dritten Minute war Häkkinen wieder zur Stelle, doch wirkte er gegen Snetsinger unsicher. Aber auch Landshut kam vereinzelt zu Chancen, doch war stets Endstation an Thorsten Knorr. Zur Mitte des ersten Abschnitts kamen die Hausherren immer näher, doch scheiterte Menge aus zentraler Position an Häkkinens Schulter, nachdem Matt Waddell ihn schön im Rückraum anspielte. Doch es sollte nicht mehr lange dauern, dass die Fans zum ersten Mal jubeln konnten. Snetsinger wurde von Winkler an der gegnerischen Blauen angespielt, lief über die linke Seite ins Angriffsdrittel und zog einen Schussversuch aus spitzem Winkel einem Querpass vor, so dass er Häkkinen auf dem falschen Fuß zum Führungstreffer erwischen konnte. Angetrieben davon vergingen keine zwei Minuten, bis Daniel Menge ein Zuspiel von Max Schmidle zum 2:0 verwertete. Landshut hatte wenige Spielanteile, doch die immer wieder gefährliche Paradereihe um P.J. Fenton und Patrick Jarrett konnte durch letztgenannten in der 17. Minute verkürzen. Aber vor der Pause stellten die Joker den alten Abstand wieder her. Rob Kwiet spielte an der blauen Linie seinen Gegenspieler mustergültig aus und setzte einen Hammer auf das gegnerische Gehäuse, den ausgerechnet der letztjährige Landshuter Stefan Loibl noch unhaltbar 24 Sekunden vor Drittelende abfälschen konnte.

So ging es also mit einem 3:1 in das zweite Drittel, in dem lediglich ein Tor fiel. Trotz dreier Überzahlmöglichkeiten konnte der ESVK kein Überzahltor erzielen und sein spielerisches Übergewicht nutzen. Ganz anders die Gäste. Verpasste zuerst noch Ty Morris nach einem Schnitzer in der ESVK-Abwehr das Tor zu treffen, zeigte sich Jarrett erneut als Torjäger. In der 34. Minute verkürzte der Kanadier auf 3:2 und stellte den Spielverlauf des zweiten Drittels etwas auf den Kopf. Die letzte Chance des Drittels gehörte dann auch dem EVL, doch Knorr ließ gegen Sedlar nichts anbrennen und auch den Nachschuss sicher entschärfen.

Mit dem Schwung des Anschlusstreffers im Rücken gingen die Gäste ins letzte Drittel und Knorr musste mit Glanztaten gegen Doyle, Gawlik, Ostwald und Jarrett entschärfen. Die ESVK-Defensive wirkte nun verunsichert und in der 45. Minute bestraften dies die Niederbayern. Erneut der überragende Jarrett sorgte für den dritten Treffer der Gäste und vollendete seinen Hattrick. Als dann Daniel Paffengut in höchster Not klären musste und Pech hatte, dass der Puck über das Plexiglas sprang, waren die Spieler von Andreas Brockmann zur Stelle und profitierten eiskalt vom daraus folgenden Powerplay. Andi Geipel sah eine Lücke und schoss zum Führungstreffer ein, der durch den vielen Verkehr vor dem Kaufbeurer Tor unhaltbar für Knorr war. Die Joker versuchten nun aber wieder den Ausgleich zu erzielen. Waddell hatte dabei die große Chance auf den Ausgleich in der 50. Minute, als er nach einem Pass von Marquardt an Häkkinen scheiterte. Die Schlussoffensive konnte nun quasi beginnen, doch 2+2 Minuten für Waddell nahm Landshut nun zum Anlass, diese bereits im Keim zu ersticken. So erhöhten die Gäste in Person von Bill Trew auf 5:3 und Patrick Jarrett setzte seiner Vorstellung mit dem 6:3 in der 54. Minute die Krone auf. Damit war das Spiel entschieden und weiteres Bemühen des ESVK wurde nicht mehr belohnt.

Auf der anschließenden Pressekonferenz sah Gästetrainer Andi Brockmann ein schwaches erstes Drittel seines Teams, in dem es glücklicherweise ein Tor gegeben habe, obwohl man nur zugeschaut habe. Danach war er mit dem Spiel zufrieden, auch gerade, weil man nach 20 Minuten noch 3:1 hinten war.
ESVK-Trainer Uli Egen sah im Gegensatz zu Brockmann einen zwei Drittel dominierenden ESVK, doch habe man es versäumt, die Tore im Powerplay zu machen, was Landshut dann vorgemacht habe. Insgesamt war er mit zwei Dritteln sehr zufrieden, das Ergebnis sei letztlich zu hoch gewesen und Vorwürfe könne man nur wegen des Powerplays machen.