Zwei gute Drittel reichen nur zu einem Punkt Heilbronner Falken

Zwei gute Drittel reichen nur zu einem Punkt Zwei gute Drittel reichen nur zu einem Punkt
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Der Aufreger zum Schluss

Die Heilbronner Falken führten im gestrigen Penaltyschießen mit 2:1 und der letzte Schütze für die Gäste aus Dresden stand zum dritten Schuss bereit. Die Situation war klar: Hält Sinisa Martinovic gewinnen die Falken, trifft Sami Kaartinen, geht’s weiter. Der Dresdner lief an, scheiterte allerdings an der Latte oder an Martinovic, der bei seiner Rettungstat das Tor verschob. Schiedsrichter Eric Daniels aus Gelsenkirchen breitete die Arme aus und zeigte somit deutlich an, dass der Puck nicht im Tor war. Der vermeintliche Sieg für Heilbronn war eingefahren, Sinisa Martinovic ließ sich berechtigt feiern und die Heilbronner standen an der blauen Linie bereit, um den Spieler des Tages zu ehren. Einige Spieler der Gäste aber diskutierten mit den Schiedsrichtern. Nach einigen Minuten pfiff der Hauptschiedsrichter und zeigte Tor an. Das Spiel ging weiter.

Was war passiert? Da Martinovic das Tor verschob, bevor der Puck die Torlinie überquert hatte, entschied der Schiedsrichter auf technisches Tor. Natürlich zum Unmut der Falken-Anhänger. Ob und inwieweit Hauptschiedsrichter Daniels mit dieser Entscheidung recht hatte, können wir nicht beurteilen. Die eingesehene Fotos lassen keine verlässliche Aussage zu. Dresdens Trainer Thomas Popiesch sagte im Rahmen der Pressekonferenz, dass es durchaus sein könnte, dass der Puck die Torlinie überquert hatte, bevor das Tor verschoben wurde. So zumindest habe man ihm gesagt.

Eine Protest gegen die Spielwertung wird es laut Rico Rossi nicht geben. Die Chance auf eine Spielwiederholung sieht er nicht und verweist hier auf die Fussballbundesliga und das Phantomtor von Hoffenheim. Zudem müssten die Falken für einen Protest eine Gebühr entrichten. Aufgrund der sehr geringen Erfolgsaussichten akzeptiere man das Spielergebnis.

Eine Frage muss allerdings erlaubt sein: Wieso entschieden die drei Schiedsrichter erst auf Zuruf der Dresdner und nicht bereits im Vorfeld? Dass die Schiedsrichter sich erst zur Beratung aufstellten, nachdem diese von Spieler der Eislöwen auf die Situation hingewiesen wurden, verärgerte so manchen Falken-Fan. So wurde, sicherlich zu Recht, angemerkt, dass mindestens ein Linienrichter unmittelbar nach dem geschossenen Penalty den Hauptschiedsrichter auf die Regel hätte hinweisen müssen. Der Zeitverzug hinterlässt Zweifel und fragende Gesichter.

Den vierten Penalty der Dresdner konnte Carsten Gosdeck versenken, während Frantisek Mrasek an Kevin Nastiuk scheiterte.

 Zwei Drittel dominierten die Falken

Die ersten beiden Drittel gehörten ganz den Hausherren. Ein Tor pro Drittel konnte die Mannschaft von Gerd Wittmann erzielen und lag so nach 40 Spielminuten verdient mit 2:0 in Front. Mitch Versteeg und Sachar Blank trafen, wobei das Tor, welches Blank zugeschrieben wurde, wohl eher durch einen Dresdner Schlittschuh erzielt wurde. Zwischenzeitlich konnten die sich stark unter Druck stehenden Eislöwen nur durch mehrfache unerlaubte Weitschüsse befreien. Sofern die Gäste vor das gegnerische Tor kamen und ihrerseits versuchten zu treffen, stand ein bärenstarken Sinisa Martinovic im Weg. Positiv fiel gestern auf, dass „Silo“, wir er von den Fans gerufen wird, fast keine Abpraller zu ließ, die gerade in den vergangenen Spielen oftmals Gefahr für sein Tor brachten.

Es schien als habe Gerd Wittmann wieder eine Taktik ausgegeben, die zum Erfolg führen würde. Seine Mannschaft kämpfte und dominierte das Spiel.

 Komplett gegenläufiges letztes Drittel

Doch es sollte anders kommen. Das letzte Drittel konnten die Falken nicht mehr so positiv gestalten und mussten zunächst den Anschlusstreffer durch Carsten Gosdeck und im weiteren Spielverlauf zudem den Ausgleich hinnehmen. Der Dresdner Ausgleich fiel bei einer doppelten Überzahl, drei Sekunden bevor die Falken wieder zu viert auf dem Eis gewesen wären. Torschütze war Tomi Pöllänen. In diesem Drittel war die vorherige Überlegenheit der Falken nicht mehr vorhanden. Nun waren Angriffe der Falken eine Seltenheit und Kevins Nastiuk musste nur ab und an rettend eingreifen. Als David Danner in der Schlussminute wegen eines Bandenchecks auf die Strafbank musste, keimte bei den Eislöwen die Hoffnung auf, dass Spiel komplett zu drehen und drei Punkte einzufahren. Allerdings stand die Falken Abwehr nun organisiert und sicher und rettete sich so in die Verlängerung und somit den Punkt.

Overtime ohne Treffer

Wie bereits vorweggenommen fiel in der Overtime kein Tor und das Spiel wurde im Penaltyschießen entschieden. Einen Aufreger und einige Diskussionen gab es allerdings schon vor dem abschließenden Penaltyschießen. Nach einem augenscheinlich fairen Check blieb ein Dresdner auf dem Eis liegen. Auch hier war die Situation eher unklar das Spiel wurde nicht direkt unterbrochen. Erst als der Dresdner Bruce Becker auch nach einigen Sekunden nicht aufstehen konnte und einige Spieler die unterschiedlichen Ansichten nicht nur durch Worte vertraten, wurde das Spiel unterbrochen. Im Anschluss und nach Diskussionen erhielt der Heilbronner Mitch Versteeg eine Fünf-Minütige Strafe mit anschließender Spieldauerdisziplinarstrafe. Bereits hier zog sich Schiedsrichter Eric Daniels den Unmut der Heilbronner Zuschauer zu. Zum einen empfanden die meisten den Check als fair und auch hier wurde im Weiteren kritisch angemerkt, dass der Schiedsrichter und auch seine Linienrichter keinerlei Anstalten machten das Spiel zu unterbrechen oder gar eine Strafe auszusprechen. Erst nach Beschwerden der Dresdner wurde die Strafe verhängt.

Zwei mal zehn Spiele  

Eigentlich ist die Saisonmarke von 20 absolvierten Spielen keine Besonderheit, diese Saison und in Heilbronn aber schon. Zehn Spiele wurde unter dem ehemaligen Trainer Ken Latta und zehn weiteren unter seinem Nachfolger Gerd Wittmann absolviert. Entscheidend ist sicherlich, dass die Anzahl der Gegentore deutlich reduziert wurde. Mehr als ein Tor pro Spiel kassierten die Falken unter Gerd Wittmann weniger. Als Folge davon wurde die Punktausbeute mehr als verdoppelt. Zufrieden zeigte sich Gerd Wittmann dennoch nicht. Er merkte in der gestrigen Pressekonferenz an, dass seine Mannschaft mehr als 100% Einsatz und Kampf bringen muss. Wenn dies gelänge, so Wittmann weiter, würde sich der Erfolg einstellen. Unterm dem berühmten Strich kann man aber sagen, dass der Trainerwechsel bis jetzt eine richtige Entscheidung war und die Falken verbessert dastehen. Der Kampf um die Play-Off-Teilnahme geht aber weiter und ist vorrangiges Ziel in Heilbronn.

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