Zwei Duelle versprechen ÜberraschungenDEL2-Viertelfinalvorschau

Rosenheim gegen Dresden - das ist eines der Duelle im Play-off-Viertelfinale der DEL2. (Foto: Dresdner Eislowen)Rosenheim gegen Dresden - das ist eines der Duelle im Play-off-Viertelfinale der DEL2. (Foto: Dresdner Eislowen)
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Insbesondere das Duell des Zweiten aus Rosenheim und des Siebenten aus Dresden erfährt daraus eine besondere Spannung. Ein Duell der Gegensätze erwartet uns zwischen Bietigheim und Riessersee. Ausgerechnet gegen das heimstärkste Team aus Ravensburg hat der EVL Landshut in (und nach) der Zwischenrunde sein Heimrecht hergeschenkt, zumal die Niederbayern auch der Lieblingsgegner der Schwaben in dieser Saison sind. Einzig die Auseinandersetzung zwischen Tabellenprimus Bremerhaven und dem Achten aus Weißwasser verspricht wenig Spannung, dafür aber viel Freude.

Im Best-of-Seven-Modus spielt die DEL2 auch in diesem Jahr ihren Meister bis zum Finale aus. Dabei hat in jeder Runde der jeweils bestplatzierte Club das erste Heimrecht gegen den jeweils schlechtestplatzierten, der verbliebene zweitbeste gegen den zweitschlechtesten und so weiter. Danach wechselt das Heimrecht nach jedem Spiel, bis ein Team vier Siege gesammelt hat; dann endet die Serie.

Fishtown Pinguins - Lausitzer Füchse

Seit Jahren werden die Fishtown Pinguins zu den Favoriten der 2. Liga gezählt, auch als sie vor zwei Jahren am Ende als sportlicher Absteiger feststanden. In diesem Jahr werden sie ihrer Rolle nun erstmals gerecht. Zwar starteten sie durchwachsen in die Saison, waren zur Halbzeit nur Fünfter, kletterten aber mit zwei Siegen gegen Schlusslicht Crimmitschau ab dem 33. Spieltag kontinuierlich auf den Platz an der Sonne, den sie seit 11 Runden auch nicht mehr verlassen haben. Das Team ist ausgeglichen besetzt, so findet sich kein Spieler des Spitzenreiters unter den Top-25-Scorern der Liga. Der Ausfall von Sergej Stas lässt sich für den breit aufgestellten Kader somit verschmerzen. War das zweitbeste Überzahlspiel im Clubvergleich stets eine Stärke der Bremerhavener, so gelang es Trainer Mike Stewart nun auch das Unterzahlspiel zum immerhin drittbesten der DEL2 zu entwickeln. Mit Torwart Jonas Langmann grüßt auch der statistisch Beste seines Fachs von der Spitze des Rankings und hat damit dem ehemaligen Stammkeeper Brett Jaeger längst den Rang abgelaufen.

Auch die Lausitzer Füchse starteten wechselhaft in die Spielzeit. Bei Halbzeit noch Neunter, prophezeiten wir ihnen den Sprung auf Platz acht. Diesen erklommen sie am 30. Spieltag als beste Saisonplatzierung und gaben ihn bis zum Ende nicht wieder her. Die Ausbeute von nur 147 Toren ist die geringste aller Play-off-Mannschaften, das Unterzahlspiel sogar das schwächste der Liga und in Überzahl (9.) sieht die Lage kaum besser aus. Wie der Gegner glänzt auch das Team aus Weißwasser mit seiner mannschaftlichen Geschlossenheit: einzig Scott King zählt zu den Top-25-Scorern der Liga. Ansonsten ist die Verantwortung auf viele Schultern verteilt. Allerdings werden die Nordsachsen ihre Ausfälle der Verteidiger Danny Pyka und Jörg Wartenberg sowie Stürmer Pavel Brendl schlechter verkraften können als die Norddeutschen. Eine weitere Parallele zum Gegner findet sich auf der Torhüterposition: hier hat Dustin Strahlmeier den ehemaligen Platzhirsch Jonathan Boutin mit einer deutlich besseren Fangquote in den Schatten gestellt und könnte auch in den Viertelfinalspielen zum Rückhalt seines Teams avancieren.

Im direkten Vergleich beider Teams obsiegten die schwimmenden Vögel dreimal gegen die schlauen Füchse. Allerdings zeigt die Ergebniskurve der Pinguins ein wenig nach unten: nach acht Siegen in Folge konnten sie nur noch eines von fünf Spielen zuletzt gewinnen. Hingegen zeigt der Trend der Füchse ein wenig nach oben: nach sieben Niederlagen gab es am vergangenen Wochenende zwei Siege. Auf ein Pfund können sich die Teams gleichermaßen verlassen: in ihren neuen Eishallen konnten sie jeweils zwischen zwölf und dreizehn Prozent mehr Zuschauer begrüßen als zuvor - es dürfte also stimmungsvoll zugehen in der Serie.

Unser Tip: Einzig aus der aktuellen Ergebniskurve können die Lausitzer ein wenig Hoffnung für die Serie schöpfen. Bei allen Parallelen zwischen den Teams ist bei den Sachsen doch alles eine Nummer kleiner. Alles andere als ein "sweep" für die Pinguins, also der Gewinn der Serie ohne Niederlage, wäre ine Überraschung und für das Team von Trainer Dirk Rohrbach ein Riesenerfolg.

Starbulls Rosenheim - Dresdner Eislöwen

Mit 142 Gegentoren haben die Starbulls Rosenheim die zweitbeste und damit schon traditionell starke Defensive. Garant dafür ist in diesem Jahr vor allem wieder Pasi Häkkinen als drittstärkster Fänger der Liga. Offensiv glänzt die Paradereihe mit Shawn Weller, Tyler Mc Neely und Norman Hauner, deren 76 Tore 42% aller Starbulls-Treffer bedeuten. Dahinter geht in diesem Jahr ein wenig die Tiefe ab, so dass die möglichen verletzungsbedingten Ausfälle von Andrej Strakhov, Maxi Hofbauer, Michael Rohner, Fabian Zick und Robert Schopf  besonders schwer wiegen und insbesondere ein Vakuum auf der Mittelstürmerposition bringen würden.

Auf Seiten der Eislöwen Dresden halten sich mit Felix Thomas und Marius Garten die Ausfälle in Grenzen, nachdem zuvor eine massive Verletztenserie zum Absturz von Platz zwei auf sieben führte. So konnten die Sachsen nur neun der letzten 26 Spiele für sich entscheiden, eines davon gegen die Starbulls. Zuvor wurde mit einer elf Begegnungen andauernden Siegesserie der Grundstein dafür gelegt, daß Platz sieben nie in Gefahr geriet. Garant für die auch nur 168 Gegentore und Platz fünf  dieser Wertung ist Goalie Kevin Nastiuk, der neben Häkkinen zu den Besten der Liga zählt.

Die Dresdner Eislöwen spielen eindeutig gegen ihren Lieblingsgegner: vier glatte Siege rangen sie den Starbulls in dieser Saison ab, bei dreien führten Empty-Net-Goals zur endgültigen Entscheidung. Gegen kein anderes Team haben die Sachsen zwölf, gegen kein anderes Team die Oberbayern null Punkte eingefahren. Die Formkurve der Oberbayern zeigt mit 10 Siegen in den letzten 13 Partien deutlich nach oben, die der Landeshauptstädter nach unten. Hinzu kommt die schon legendäre Play-off-Stärke der Inn-Städter, die unter Trainer-Fuchs Franz Steer seit Jahren kultiviert wird.

Unser Tip: Der direkte Vergleich und die deutlich kürzere Verletztenliste sprechen für die Eislöwen, die Formkurve und Play-off-Härte für die Starbulls. Je länger die Serie dauert, umso wahrscheinlicher wird ein Erfolg der Oberbayern, die sich wie kein anderes Team in eine Auseinandersetzung hinein beißen können. Wer Spiel eins gewinnt, wird die Serie dominieren. Rosenheim ist Favorit, aber Dresden könnte eine Überraschung gelingen. Das Gefühl spricht für die Eislöwen, die Ratio für die Starbulls: Dresden gewinnt in sechs oder Rosenheim in sieben Spielen. Weil wir uns entscheiden müssen: die Hörnerträger zermürben am Ende die Könige der Wildnis.

Bietigheim Steelers - SC Riessersee

Das wird eine spannende Auseinandersetzung der Gegensätze: der Hurrican der Liga (221 Tore) trifft auf die Werdenfelser Festung (141 Gegentore), die schlechteste Verteidigung aller Play-off-Teams (171 Gegentore) gegen den zweitschlechtesten Angriff der besten acht Mannschaften (158 Tore), das beste Überzahl- gegen das beste Unterzahlteam.

Der Titelverteidiger ist in breiter Front eindeutig auf Angriff ausgerichtet. Das macht ihn allerdings auch unberechenbar anfälliger als andere Teams. So stehen bei den Bietigheim Steelers auch zwei Serien von je fünf Niederlagen am Stück in dieser Saison zu Buche. Joey Vollmer im Tor verkörpert diese Wechselhaftigkeit in seiner Person: da tauschen überragende Leistungen mit „offenen Scheunentoren“ die Tage. Deshalb wurde Frédéric Cloutier während der Saison nachverpflichtet, der bei den Schwaben allerdings auch bereits vom dritten Platz in der Gegentorstatistik in seiner Rosenheimer Zeit, inzwischen auf den übergreifend siebenten Platz abgerutscht ist. Verzichten müssen die Ellentaler verletzungsbedingt wohl zudem auf Verteidiger Chris Murray, was den ohnehin relativ kleinen Kader weiter dezimiert. Vielleicht geht ihnen deshalb in Overtime-Spielen regelmäßig die Puste aus: nur zweimal verließen die Steelers als Sieger das Eis, wenn ein Spiel in die Verlängerung ging - das ist der schlechteste Ligawert.

Für den SC Riessersee ist die Saison bereits mit dem ersten Einzug in die Play-offs seit fünf Jahren ein voller Erfolg. Nach einer total verkorksten Vorsaison sind alle weiteren Spiele für ihn nun eine echte Zugabe. Doch damit muß noch lange nicht Schluss sein. Der DEL-erfahrene Toni Krinner hat das mit 20 Siegen zweitbeste Heimteam der Liga geformt, das sechs von neun Spielen in der Verlängerung für sich entscheiden konnte und mit Brian Hogan den wohl besten Torwart der DEL2 als Garanten seiner Abwehrkraft in den eigenen Reihen weiß. Aufgrund seines stabilen Systems sind die Ergebnisschwankungen von zweimal acht Siegen in Folge und dann wieder mehreren Niederlagen am Stück schwer erklärbar. Das einzige Manko der Werdenfelser ist die fehlende Offensivkraft ihrer Verteidiger, von denen sich lediglich Peter Baumgartner im Kreis der zwanzig ligenbesten Punktesammlern unter den Abwehrmännern aufhält. Das macht ihr Spiel ausrechenbarer.

In den vergangenen sieben Duellen beider Clubs gab es nur einen Heimsieg: das letzte Spiel in Bietigheim endete 4:3 für den Gastgeber, so daß der direkte Vergleich in dieser Saison mit 3:1 Siegen und 9:3 Punkten scheinbar deutlich an die Schwaben geht.

Unser Tip: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften. Dem SCR gelingt die erste Überraschung der Play-offs und beendet in sieben Spielen die Mission Titelverteidigung für die Steelers.

Ravensburg Towerstars - EVL Landshut Eishockey

Mit einer von nur drei Heimniederlagen starteten die Ravensburg Towerstars gegen Aufsteiger Bad Nauheim auf dem letzten Platz in die Saison. Zuletzt wurden sie immer stärker und festigten ihr Heimrecht im Viertelfinale, um das es nur aufgrund fehlerhafter Durchführungsbestimmungen eine kurze Diskussion gab. Neun Siege in den letzten zwölf Spielen sprechen belegen die erlangte Stärke.

Zur Hauptrunden-Halbzeit führte der EVL Landshut Eishockey noch mit sechs Punkten Vorsprung das Klassement einsam an. Dann kam, auch begleitet von mehreren Verletzungen der Leistungsträger, ab dem 35. Spieltag der stetige Abstieg. Das Trainer-Spieler-Verhältnis erodierte und so kam der Abgang von Meistertrainer Jiri Ehrenberger nicht ungelegen, um mit Andi Brockmann an der Bande neue Impulse zu setzen. Doch auch der Ex-Nationalspieler brauchte bis zum vorletzten Wochenende, um richtigen Zugriff zum Team zu bekommen und ihm wieder Stabilität zu verleihen.

Die Niederbayern hätten sich keinen unangenehmeren Gegner aussuchen können: nur die erste Auseinandersetzung in der Saison vermochten sie nach Verlängerung für sich zu entscheiden. Danach hagelte es glatte Niederlagen. Zudem stellen die Towerstars mit 24 Heimsiegen und nur drei Niederlagen das heimstärkste Team der Liga, aber auch mit nur 9 Siegen die zweitschlechteste Auswärtsmannschaft unter den Play-off-Teilnehmern. Die Chancen des EVL liegen eindeutig im Angriff: 206 Tore des zweitstärksten Sturms sprechen eine deutliche Sprache. Verletzungsbedingte Ausfälle halten sich die Waage: Brian Maloney, der inzwischen aus gesundheitlichen Gründen vor dem Play-off-Start sein Karriereende als aktiver Spieler verkündet hat, fehlt den Schwaben, Cody Thornton auf Seiten der Niederbayern.

Unser Tip: Die Serie kann nur dann eng werden, wenn der Landshuter Aufwärtstrend der letzten drei Wochen anhält und die Niederbayern ihre Heimspiele gewinnen. Ravensburg wird die Serie aber für sich entscheiden, vielleicht schon in fünf Spielen.

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