„Wir haben auch einen Ur-Opa!“Auf einen EISTEE mit: Fabian Krull (Heilbronner Falken)

Torhüter für 17 Minuten: Fabian Krull - Foto: Ulrike FreierTorhüter für 17 Minuten: Fabian Krull - Foto: Ulrike Freier
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Fabian, wie fühlt es sich an, der „Opa“ zu sein?

Als Opa hab ich mich zu Beginn bezeichnet und gefühlt. Da habe ich in der vierten Reihe gespielt und da waren halt junge, richtig junge Spieler um mich rum. Ich bin aber froh, dass wir auch einen Ur-Opa haben: Sachar Blank ist älter! (lacht)

Ihr Weg hat Sie drei Mal nach Heilbronn geführt. Warum immer wieder die Käthchenstadt?

Ich war nie wirklich weg aus Heilbronn. Egal wo ich zwischendurch gespielt habe, den Sommer habe ich immer hier bei meiner Freundin verbracht. Die Entscheidung auch für den Winter, fürs Eishockey zurück nach Heilbronn zu kommen war daher nicht schwer für mich.

Sie sind momentan der dienstälteste Spieler im Kader. Eine besondere Verantwortung für Sie?

Auf dem Eis nicht, unabhängig einer Zugehörigkeit zum Team oder einer anderen Verbundenheit, gebe ich immer mein bestes. Dadurch, dass ich schon lange hier bin, kenn ich Heilbronn sehr gut und kann daher den neuen Spielern einige Tipps geben. Das betrifft z. B. Ärzte, Kindergärten oder Freizeitmöglichkeiten.

Letzte Saison standen Sie mit namhaften Spieler wie Robert Hock, P.J. Fenton, Fabio und Adriano Carciola oder Michael Hackert auf dem Eis, heute mit jungen Talenten wie Lennart Palausch, Kevin Maginot oder Tobias Kirchner. Hat sich für Sie irgendetwas verändert?

Großartig hat sich für mich persönlich nichts verändert. Ich versuche natürlich, den jungen Spielern etwas von meinem Wissen und meiner Erfahrung weiterzugebe, z. B. wie man in einer speziellen Situation reagieren kann. So können wir unser Spiel und unser Team besser machen. Sicherlich müssen die Jungs ihren eigenen Weg gehen, aber durch diesen Austausch bekommen wir unser Spiel besser in den Griff.

In Ihrer persönlichen Statistik steht neben zahlreiche Einsätzen, Toren und Vorlagen auch quasi ein Shutout. Wie kam es, dass Sie 17 Minuten als Torhüter eingesetzt wurden und somit nun auf allen Positionen gespielt haben?

Ach, die Geschichte wieder. (lacht) An diesem Abend habe ich genau genommen noch viel mehr gemacht. Begonnen habe ich als Stürmer, im Verlauf des Spiels bin ich dann in die Verteidigung gegangen. Unser damaliger Trainer Rico Rossi hat im Verlauf des Spiels auf drei Reihen umgestellt und dadurch habe ich erst mal gar nicht gespielt. Als Kevin Nastiuk ausfiel und Dominic Bartels ins Tor ging habe ich dessen Aufgabe übernommen. Bei Rico Rossi hat immer der Ersatztorwart die Statistik gemacht. Als schließlich Dominic Bartels auch noch ausfiel bin ich ins Tor. Obwohl eigentlich Fabio Carciola rein wollte. Rossi hat ihm das aber nicht erlaubt, da Fabio vorne die Tore machen sollte. Nachdem ich mich umgezogen hatte stand ich dann halt im Tor. Meine Ausrüstung war zusammengewürfelt, etwas von Kevin, etwas von Dominic und halt meine eigenen Schlittschuhe, da mir die eigentlichen Torhüterschlittschuhe nicht passten. Fabio stand dann wild gestikulierend auf der Bank und hat mir Tipps gegeben. Er hat immer geschrien: „Tiefer, Du musst tiefer runter!“ Ich hab dann irgendwann nur noch das nachgemacht, was Stefan Vajs im Tor der Kaufbeurer gemacht hat. Ab und an bin ich rausgelaufen, um den Puck zu spielen, ich glaube Rico hat dann immer einen Herzinfarkt bekommen.

Was ich cool fand: Einige unserer Fans haben sich in die Kaufbeurer-Kurve hinter mein Tor gestellt und mich angefeuert. Ehrlich gesagt, wirklich registriert was ich da im Tor gemacht habe, habe ich zu dem Zeitpunkt nicht.

Sie tragen die Rückennummer #9, eher ungewöhnliche für einen Verteidiger. Hat diese Zahl eine besondere Bedeutung für Sie?

Zuvor hatte ich hier die #79 und die #43. Als ich wieder her kam habe ich mit meiner Freundin über das Thema Rückennummer gesprochen. Sie hat vorgeschlagen, dass ich die Nummer ihres Vaters, also die #9, nehmen könnte. Das hab ich gemacht. Es gibt schlechteres als die Rückennummer von Milan Maruska in Heilbronn zu tragen.

Mit 28 sind Sie im besten Sportler-Alter. Welche Ziele haben Sie sich für Ihre sportliche Zukunft noch gesetzt?

Das ist ganz einfach: Ich möchte solange in und für Heilbronn Eishockey spielen, wie mich die Menschen hier haben und sehen wollen.

Abschließend nach mal zum Thema Opa: Sie blicken ja nun auf eine „lange“ Karriere zurück. Von welchem Highlight erzählen Sie den jungen Spielern?

Da gibt es vieles. Schön war der Aufstieg mit den Falken in die zweite Liga, oder der Klassenerhalt in der letzten Saison. Du liegst 0:3 hinten und drehst die Serie noch. Das war schon irgendwie verrückt. Was auch immer wieder auf den Tisch kommt, ist die Stürmer-Verteidiger-Torwart-Geschichte aus Kaufbeuren. Wir haben ja auch drüber gesprochen...

Fabian, vielen Dank für Ihre Zeit und eine erfolgreiche Saison.

Vielen Dank!