„Wir dürfen uns nicht runterziehen lassen“Interview mit dem Mann hinter der Bayreuther Bande - Petri Kujala

Petri Kujala bei der Arbeit. (Foto: Karo Vögel/Bayreuth Tigers)Petri Kujala bei der Arbeit. (Foto: Karo Vögel/Bayreuth Tigers)
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Hockeyweb: Herr Kujala, wie geht es Ihnen nach dem Ausnahmezustand der letzten Wochen?

Kujala: Es gab viel zu tun in der kurzen Zeit (seufzt). Aber es ist alles gut. Wir sind froh, dass wir spielen und trainieren dürfen.

Hockeyweb: Haben Sie schon einmal eine ähnliche Krisensituation während Ihrer Laufbahn erlebt?

Kujala: Nein. So etwas hab ich noch nie gehabt. Die Mannschaft war insgesamt erst achtmal auf dem Eis. Das ist sportlich natürlich nicht so schön. Schon vor den Testspielen habe ich mir gesagt: „Ich muss ruhig bleiben und darf nicht so viel verlangen.“ Aber 20 Minuten später denkt man nicht mehr darüber nach. Wir müssen das Ganze einfach als Herausforderung sehen – und die Nerven bewahren.

Hockeyweb: Wie geht denn die Mannschaft mit der Situation um?

Kujala: Ziemlich gut, ehrlich gesagt. Die Hälfte der Jungs war ja zwei Wochen in Quarantäne. Deshalb herrscht natürlich Erleichterung darüber, wieder „frei“ zu sein. Es ist eine ziemlich gute Stimmung in der Mannschaft und wir sind alle froh, dass es jetzt losgeht.

Hockeyweb: Sind mittlerweile alle Spieler fit und einsetzbar?

Kujala: Fit? Weiß ich nicht (lacht). Einsetzbar schon – bis auf Juuso Rajala. Er ist soweit in Ordnung und fängt mit dem Training an. Aber es ist fraglich, ob er dieses Wochenende schon spielen wird.

Hockeyweb: Wie schätzen Sie den aktuellen Leistungsstand des Teams nach der kurzen Vorbereitung ein?

Kujala: Es ist schwierig. Vom Gefühl her arbeiten die Jungs gut. Aber es waren halt schon sehr wenige Trainingseinheiten. Wir hatten schlechte Tage. Doch wir dürfen uns von diesen nicht runterziehen lassen. Hoffen wir, dass es bald wieder mehr gute Tage geben wird.

Hockeyweb: Da ist es schon von Vorteil, dass der Verein rund 13 Leistungsträger halten konnte.

Kujala: Das stimmt. Bei unserem ersten „richtigen“ Vorbereitungsspiel – ohne Leihspieler vom Gegner – sah es schon ganz okay aus. Obwohl wir bis dahin erst zweimal trainiert hatten, waren die Laufwege einigermaßen da. Die Jungs kennen sich. Von daher ist es natürlich leichter, weil nichts Ungewöhnliches passiert. Und sie sind an unsere Halle gewöhnt. Für neue Spieler ist sie ja immer etwas gewöhnungsbedürftig (lacht).

Hockeyweb: Wobei in Zeiten von Corona frische Luft ja empfehlenswert ist.

Kujala: Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Halle auf jeden Fall ein riesiger Vorteil, das stimmt. Wir haben eine natürliche Lüftung (schmunzelt).

Hockeyweb: Wie sehr beeinflusste die unsichere Lage die Transferpolitik?

Kujala: Ende des Sommers gab es natürlich sehr viele Spieler, die für die DEL2 in Frage kamen. Für uns war dies aber nicht groß von Bedeutung. Denn wir wussten schon früh, dass wir mit der nahezu gleichen Mannschaft in die Saison gehen würden.

Hockeyweb: Denken Sie, dass einige Spieler aus Sicherheitsgründen dem Tigerkäfig treu geblieben sind?

Kujala: Nein, das glaube ich nicht. Die meisten Jungs haben schon sehr früh unterschrieben. Ich denke, die Situation war nicht der Hauptgrund dafür. Aber letztendlich müssen Sie das die Spieler fragen.

Hockeyweb: Anfang des Jahres waren die Bayreuth Tigers „das Team der Stunde“. Das Liga-Schlusslicht begeisterte mit einer beispiellosen Aufholjagd. Wie kann die Mannschaft an diesen Trend anknüpfen?

Kujala: Das ist in der aktuellen Situation schwierig. Wir können die Zeit, die wir im Prinzip verloren haben, nicht innerhalb von zwei Wochen zurückholen. Vielleicht muss ich das Training taktisch anders strukturieren, damit die Belastungs- und Ruhephasen ausgeglichener werden. Eine gute Balance zu finden, ist wichtig. Damit wir nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig arbeiten.

Hockeyweb: Nur vier neue Spieler gibt es im Tigers-Kader. Wie schätzen Sie diese bislang ein? Dani Bindels konnte in den Testspielen ja bereits zweimal punkten.

Kujala: Sie alle sind im Grunde Spieler, die ich schon kenne. Dani Bindels ist mir als Gegner gut bekannt. Dominik Meisinger hat in Bad Nauheim gespielt, als ich dort Trainer war. Ich kenne die Stärken der beiden Mittelstürmer. Von daher gab es keine Überraschungen. Die Jungs sind fleißig und zeigen, was ich erwartet habe. Das gilt auch für Lubor Pokovic (Verteidiger; Anm. d.Red.). Ich wusste, dass er Eishockey spielen kann. Das hat er bestätigt.

Hockeyweb: Aufgrund der noch nicht laufenden DEL-Saison entschieden sich fünf Akteure der Nürnberg Ice Tigers vorerst für den Bayreuther Tigerkäfig. Maximilian Kislinger schlüpfte bereits letzte Saison ins gelb-schwarze Trikot. Zu ihm gesellten sich Julius Karrer, Vincent Hessler, Timo Walther und David Trinkberger. Wie planen Sie mit dem Quintett? 

Kujala: Bis auf David Trinkberger handelt es sich um Spieler, die bei uns eine Förderlizenz erhalten haben. Von daher sind es Spieler, mit denen wir wahrscheinlich eh öfter zu tun gehabt hätten. Man plant mit ihnen, solange sie da sind. Das ist nicht so schwierig, wie man denkt. Wir haben unseren Kader extra so klein gelassen, damit Förderlizenzspieler einen Platz darin finden.

Hockeyweb: Andere DEL2-Klubs haben sich vorübergehend mit namhaften DEL-Cracks ausgestattet. Ice-Tigers-Kapitän Patrick Reimer läuft zum Beispiel für Kaufbeuren auf. Was denken Sie, wie sich dieses Leihgeschäft auf die Liga auswirkt?

Kujala: Spieler wie Patrick Reimer sind natürlich gute und erfahrene Spieler. Vor allem für die Fans wäre es daher schön gewesen, diese live an DEL2-Standorten zu erleben. Ich denke aber nicht, dass sie so eine große Auswirkung auf die Liga und Saison haben werden.

Hockeyweb: Die beginnt für Bayreuth heute bei den Lausitzer Füchsen. Übermorgen ist Crimmitschau zu Gast im „leeren“ Tigerkäfig. Wie schaurig ist so ein Geisterspiel?

Kujala: Es ist schon sehr gruselig. Wir haben ja am Sonntag zu Hause gegen Dresden gespielt. Wir hatten schlechtes Wetter und es war Nebel auf dem Eis. Dazu kam die leere Halle. Das sind natürlich so richtige Stimmungsspiele (schmunzelt). Die fehlenden Zuschauer muss jetzt die Mannschaft auf der Wechselbank ein wenig kompensieren. Wir versuchen, die Stimmung mit kleinen Gesten hochzuhalten und feiern gute Aktionen. Denn die Reaktion der Fans fehlt schon.

Hockeyweb: Dafür dürfte aber die Kommunikation auf dem Eis besser sein. Man(n) versteht sich ja jetzt akustisch besser.

Kujala: Das merkt man wirklich, ja. Es ist etwas, das wir in dieser Zeit lernen können. Die Spieler kommunizieren auf dem Eis und helfen sich gegenseitig. Sie rufen sich zum Beispiel zu, ob der andere Zeit hat oder nicht. Solche Dinge kann man jetzt verbessern.

Hockeyweb: Der Gegner hört dies allerdings auch. 

 Kujala: Das ist natürlich auch wahr. Da müssen wir halt leiser reden (schmunzelt).

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