"Will hierher wiederkommen"EC verliert Spiel drei mit 0:3

Lesedauer: ca. 4 Minuten

"Ich muss mein Team für zwei gute Drittel loben. Wir haben den Kampf angenommen und wollten unbedingt in der Serie zurückkommen", sagte EC-Coach Petri Kujala nach dem Spiel, während sein Gegenüber Danny Naud meinte, dass "es heute ein hartes Stück Arbeit war."

Aber der Reihe nach: Bei den Gästen gab es eine personelle Änderung, nachdem Joel Johansson (wie schon in Spiel eins) Henri Laurila ersetzte. Die Hessen hatten sich einiges vorgenommen und absolvierten ein gutes erstes Drittel. Bereits nach einer Spielminute hatte Jonas Gerstung die Führung auf der Kelle, doch anstatt den Torschuss zu wagen, legte der Verteidiger nochmal quer, so dass die Szene verpuffte. Dennoch waren die Roten Teufel gut im Spiel und schnürten in Überzahl die Ravensburger zwei Minuten lang vollständig in deren eigenen Zone ein. Das Manko war aber - wie in beiden bisherigen Partien - der Abschluss. Nur ein Torschuss sollte in diesem Powerplay gelingen. Wenn, dann war es eine Einzelaktion wie z.B. von Diego Hofland in der 11. Minute, als Mathias Nemec im Tor der Towerstars energisch zupacken musste. Die Spielanteile waren bei den Kurstädtern, die durch Dustin Cameron nur kurze Zeit später die Riesenchance auf die Führung hatten, Nemec hielt mit einem sensationellen Save den Rückhandschuss des Kanadiers. Wenn man kein Glück hat, dann kommt meist auch noch Pech dazu. So geschehen in der 12. Minute, als die Roten Teufel einen Mann mehr auf dem Eis hatten. Vor dem gegnerischen Tor verlor man das Bully, so dass sich MacLean gegen zwei Mann durchsetzte und alleine auf Rämö zulief. Sein Schuss landete am Lattenkreuz - ein Indiz hierfür war, dass der Ravensburger Stürmer nicht sofort jubelte. Erst als der (recht gut postierte) Unparteiische auf Tor deutete, zeigte MacLean eine Reaktion. Die Gäste reklamierten heftigst, aber das Referee-Gespann ließ sich nicht erweichen: 1:0 für die Oberschwaben, die nun Oberwasser bekamen durch diesen Treffer. Die Gäste versuchten aber, dagegen zu halten, nachdem man bereits in den ersten Minuten mit einem guten Forechecking für Probleme bei den Hausherren sorgte.[nbsp] Zwei Strafzeiten in Folge schafften jedoch Platz für die Towerstars, so dass Mikko Rämö seine bekannte Klasse demonstrieren musste und es nach 20 Minuten mit dem knappen Rückstand in die Kabinen ging. Mit dem Pausenpfiff kassierte Marc Kohl sogar noch eine 2+10-Strafe nach einem vermeintlichen Check gegen den Kopf von Ravensburgs Mathieu Tousignant.

Somit starteten die Hessen in Unterzahl in das zweite Drittel, als Austin Smith in der 22. Minute die große Chance auf das 2:0 hatte, der Kanadier jedoch am Tor vorbei zog. Gerade wieder komplett da antworteten die Gäste mit einem Konter über Vitalij Aab und Andreas Pauli, der wiederum an Nemec scheiterte. Der Ravensburger Goalie schien unüberwindbar, als die Roten Teufel - wie bereits am Sonntag beim Stand von 0:1 - eine doppelte Überzahl zugesprochen bekamen. Anders als vor zwei Tagen war die Scheibe nach einem feinen Querpass von Dineen auf den am Pfosten lauernden Cameron diesmal zum Ausgleich im Netz - dachten zumindest die Bad Nauheimer Spieler, sowie auch die Zuschauer. Aber zur Überraschung aller verwehrten die Referees dem Treffer ob eines angeblichen Torraumabseits die Anerkennung. Die Gäste waren aufgrund der Summe der Entscheidungen gegen sie verständlicherweise mehr mit den Unparteiischen beschäftigt, als mit dem Spiel, zudem kassierten sie einige - teils fragwürdige, sowie eine nach lautstarken Unmutsäußerungen von der Bank berechtigte - Strafzeiten. Die Kurstädter waren nach deren schadlosen Ablauf gerade wieder dran, zurück ins Geschehen zu finden, da zog Brandl bei verdeckter Sicht für Mikko Rämö einfach mal ab und das Hartgummi landete im Bad Nauheimer Netz zum 2:0-Pausenstand, so dass die Wetterauer gar nicht wussten, wie ihnen geschah trotz eines phasenweise sehr gut vorgetragenen Auswärtsspiels.

Im letzten Drittel probierten die Gäste noch einmal alles, allerdings entwickelte man wie in den beiden Spielen zuvor zu wenig Durchschlagskraft im Spiel nach vorne. Es waren nun mehr als sieben Drittel absolviert, in denen die Hessen keinen (offiziellen) eigenen Treffer gegen die Towerstars markieren konnten. Dies zehrte an den Nerven, während Ravensburg mit dem 3:0 durch Vogt nach einem Konter nicht gerade dazu beitrug, dass das Selbstvertrauen bei den Roten Teufeln größer wurde. Somit war die Partie vorentschieden und die Uhr lief zugunsten der Towerstars, die das Resultat souverän über die Zeit brachten. Als wäre das Resultat aber noch nicht genug des Ganzen, da ging EC-Goalie Mikko Rämö nach einem Butterfly-Save mit schmerzverzerrtem Gesicht frühzeitig in die Kabine und wurde von Backup Jan Guryca ersetzt, der seinen Kasten in den letzten rund acht Minuten sauber hielt. Am Ende gehen die Gäste trotz eines engagierten Spiels ohne etwas Zählbares vom Eis und sehen sich nun einem 0:3-Rückstand in der Serie entgegen. "Mir gefällt es in Ravensburg. Ich war acht Jahre hier und ich will wiederkommen", sagte EC-Coach Petri Kujala nach dem Spiel gegen sein Ex-Team und deutet damit an, Spiel vier am Freitag vor eigenem Publikum natürlich gewinnen zu wollen, um die Minimalchance auf den Halbfinaleinzug weiter aufrecht zu erhalten.

Ravensburg Towerstars - EC Bad Nauheim 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)
Tore:
1:0 (11:17) MacLean (Tousignant) SH1
2:0 (35:38) Brandl (Kapzan, Detsch)
3:0 (51:25) Vogt (Krestan, Brandl)
Strafminuten: EVR12 / ECN 12 + 10 (Kohl)
Zuschauer: 2.857

Pressemitteilung EC Bad Nauheim

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