Wild Wings verlieren 1:4 in Crimmitschau

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Es ist zum verrückt werden. Ein Sechs-Punkte-Wochenende sollte den vierten Platz sicherstellen, den Druck von der Mannschaft im Rennen um das begehrte Heimrecht nehmen und die frühzeitige Play-Off-Vorbereitung ermöglichen. Aber nichts war es mit diesem Vorhaben. Gestern Abend vegaben die schwachen Wildschwäne die Möglichkeit, den Abstand vor den Pinguinen aus Bremerhaven zu vergrößern.

Dabei hatte alles ganz gut begonnen. Im ersten Drittel war die Partie schnell, ausgeglichen und kampfbetont, die Doppelstädter wussten zu gefallen. Die erste gute Möglichkeit für die Wild Wings in der 5. Minute im eigenen Überzahl nutzte Dustin Whitecotton per Schlagschuss zu seinem 17. Saisontor, nachdem er wunderbar durch MacNeil und Bergen freigespielt wurde. Alles schien nach Plan zu verlaufen. Doch dann gelang den Eispiraten aus Sachsen in der 11. Minute der zu diesem Zeitpunkt völlig überraschende Ausgleich. Ryan Smith hatte am langen Pfosten gelauert, bekam die Scheibe zentimetergenau von Christoph Klotz zugespielt und hatte keine Mühe, die Hartgummischeibe am Goalie Rostislav Haas vorbei zu schieben. Nach weiteren guten Chancen auf beiden Seiten setzten die Crimmitschauer in der 14. Minute zu einem sehenswerten Konter an. Mark Smith hatte den Puck abgefangen, spielte einen genauen Pass, Bembridge ließ die Scheibe durch und Topp-Torjäger Eric Schneider ließ Haas keine Chance. Die Schwaben zeigten sich geschockt, nichts lief mehr zusammen. So kamen die Gastgeber in der 17. Minute gar in Unterzahl zu einem Break, Bembridge brachte den Puck aber nicht unter Kontrolle. Die Wild Wings besannen sich jetzt noch einmal auf das Spiel und hatten kurz vor der ersten Pause zwei gute Ausgleichchancen. Sowohl Gregor Thoma wie auch Markus Koch scheiterten aber am gut aufgelegten ETC-Schlussmann Sinisa Martinovic.

Nach einer entsprechenden Kabinenpredigt wollten die Schützlinge von Mike Bullard das 2. Drittel druckvoll beginnen, um gleich in der Anfangsphase den Ausgleich zu schaffen. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Nach 81 Sekunden riss der überragende Spieler auf der Seite der Sachsen, Torjäger Eric Schneider, die Doppelstädter aus all ihren Träumen. Nach Zuspiel von Joe Vandermeer konnte er Rostislav Haas, dem an diesem Abend keinen Vorwurf gemacht werden konnte, abermals überwinden und damit sein 2. Tor an diesem Abend erzielen. Die Abwehr der Schwaben befand sich dabei im kollektiven Winterschlaf, selten wird es einem Stürmer so einfach gemacht. Damit hatten die Eispiraten den zahmen Schwänen die Flügel gestutzt. Ab diesem Zeitpunkt kontrollierten sie das Spiel aus einer sicheren Abwehr heraus, die Schwenninger fanden kein Mittel, um zurück ins Spiel zu kommen. Zudem dezimierten sie sich immer wieder durch überflüssige Fouls und verschafften den Eispiraten somit eine numerische Überzahl. Zwei doppelte Unterzahlspiele brachten keinen Torerfolg für den ETC, was vor allem an dem stark haltenden Rostislav Haas festzumachen ist. So scheiterte Torsten Heine ebenso, wie der junge Matthias Schubert in seinem Alleingang an der Nummer 1 im Tor der Neckarstädter. Zum Ende des Drittels hätte das Ergebnis verbessert werden können, doch machte wieder eine katastrophale Chancenverwertung alle Hoffnungen zunichte. Ian MacNeil vergab genauso wie Markus Koch, der ein Zuspiel von Steve Junker nicht verwerten konnte. So wurden auch aussichtsreichste Torchancen versiebt.

Im letzten Drittel versuchten die Wild Wings nochmal, die drohende Niederlage abzuwenden. Alleine es fehlten die Mittel. Die gut sortierte Abwehr der Sachsen hinderten Robert Grabein und Dustin Whitecotton am Torabschluss, der Spielaufbau bei den Schwaben funktionierte jetzt überhaupt nicht mehr. Stattdessen gelang den Gastgebern in der 47. Minute das 4. Tor in Überzahl. Der Treffer wurde Mirko Reinke zugeschrieben, es war aber ein Eigentor von Thomas Gaus. Damit hakten die Wild Wings das Spiel endgültig ab, die wichtigen Punkte im Kampf um den vierten Platz mussten sie damit im Sahnpark lassen.

Fazit: Zu Hause hui, auswärts pfui. So könnte man in Kurzform die derzeitigen Leistungen der SERC Wild Wings beschreiben. Trotz glanzvoller Auftritte vor heimischer Kulisse, wo die gegnerischen Mannschaften regelrecht aus dem Stadion geschossen werden, kann der SERC auf fremdem Eis nicht mehr gewinnen. So setzte es bereits die 4. Auswärtsniederlage in Folge. Da der REV Bremerhaven sein Heimspiel gegen Kaufbeuren mit Mühe nach Penaltyschiessen gewinnen konnte, beträgt der Abstand auf Rang fünf nur noch 2 Punkte, wobei die Seestädter nur Punktgleichheit benötigen, um an den Wild Wings vorbei zu ziehen. Somit bleiben die letzten 3 Partien spannend im Kampf um das begehrte Heimrecht, im Heimspiel am Sonntag gegen Weiden müssen dringend 3 Punkte her, zumal die Pinguine ein schweres Auswärtsspiel in Straubing zu bestreiten haben. Trainer Bullard wird sich für die anstehenden Play-Off-Spiele etwas einfallen lassen müssen, um auch auswärts die Chance auf einen Sieg haben zu können. Unter dem Gesichtspunkt der aktuellen Auswärtsschwäche ist das Heimrecht wohl unerlässlicher Bestandteil, will man nicht bereits in der ersten Runde ausscheiden.

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