Wild Wings: Sieg in letzter Minute - 3:2 gegen Essen

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Wie wichtig der Sieg war, zeigt der aktuelle Blick auf die Tabelle: Während von den Verfolgern im Kampf um Platz 4 nur Landshut punkten konnte, dabei aber einen Punkt in Weiden liegen ließ, haben die Wölfe aus Freiburg beim Schlusslicht in Kaufbeuren klar verloren und auch Weißwasser konnte das Heimspiel gegen das Team aus Bietigheim nicht gewinnen. Damit haben die SERC Wild Wings den Abstand auf den derzeitigen Fünften, den Landshut Cannibals, auf 6 Punkte erhöhen können. Dabei war der Sieg hart umkämpft, die Moskitos aus Essen haben den Schwaben alles abverlangt und eine tolle, kämpferische Leistung gezeigt.

Bereits zu Beginn des 1. Drittels merkten die Fans, dass die Moskitos vom Westbahnhof Essen nicht gekommen waren, um die Punkte abzuliefern. Immerhin geht es für die Essener um den achten Tabellenplatz, von dem sie vor dem Spiel nur 3 Punkte getrennt waren. Sehr defensiv eingestellt und aggressiv in den Zweikämpfen machten sie es den Wild Wings schwer, genügend Raum zu finden, um ihr Spiel aufzuziehen. Und wieder einmal schien die Bullard-Truppe an ihren eigenen Chancen zu verzweifeln, mehrere gute Möglichkeiten in den ersten Minuten blieben ungenutzt. Aber auch Torwart Wild konnte sein Können unter Beweis stellen. Wie es richtig geht, zeigte Peter Zingoni im ersten Überzahlspiel der Essener. Wally Schreiber musste wegen Haken auf die Strafbank, die Moskitos zogen ein sehenswertes Powerplay auf, welches Zingoni mit seinem 15. Saisontor abschloss. Die Wild Wings bemühten sich, noch im ersten Drittel den Ausgleich zu schaffen. Als in der 16. Minute Essens Torwart Hardi Wild aufgrund einer Verletzung sein Tor räumen musste und Ersatzgoalie Dominic Lonscher einsprang, nutzte dies Steve Junker eiskalt aus. Lonscher ließ einen satten Schlagschuss des symphatischen Schwenninger Kapitäns prallen und Ron Pasco war zur Stelle. Doch dies war zu wenig, zu viele gute Chancen wurden ausgelassen, nachdem die Wild Wings in der 7. und 8. Minute selbst ein 5:3-Überzahlspiel ungenutzt ließen. Jetzt schlugen die Wellen hoch, Moskito-Trainer Toni Krinner musste mit sich das Spiel nach einer Spieldauerstrafe von der Tribüne aus ansehen. Dort sah er zu seiner Freude ein Tor seiner Mannschaft in der 18. Minute: Phillipe Audet zeigte seine Klasse und konnte durch einen verdeckten Schlagschuss über die Fanhand von Boris Ackers zur 2:1-Führung für die Westfalen einnetzen. Der Schuss schien allerdings nicht unhaltbar, was die gute Leistung des Frankfurter Förderlizenztorwarts aber nicht schmälern soll.

Im 2. Drittel wurde die Partie dann ruppiger, Hauptschiedsrichter Frenzel schien des öfteren den Überblick zu verlieren. Viele versteckte Fouls und ungeahndetes "Halten" und "Haken" verhinderten ein Spiel auf höherem Niveau und brachten "Gift" ins Spiel. Doch die Wild Wings ließen sich von der harten Gangart der Essener nicht beeindrucken, hielten in den Zweikämpfen gut dagegen. Jetzt konzentrierten sich die tapfer kämpfenden Moskitos fast nur noch auf die Defensive und versuchten, mit schnellen Kontern über die brandgefährlichen Stürmer Houde, Wolf und Audet zum Erfolg zu kommen. Doch auch die Abwehr der Schwaben um Torwart Boris Ackers stand recht sicher. Gleichwohl die Offensive wie so oft in dieser Saison nicht in der Lage war, vor eigenem Publikum zu überzeugen. Zu wenige hochkarätige Chancen konnten erspielt werden, die wenigen hochkarätigen Chancen wurden kläglich vergeben. Hinzu kam dann auch wieder das Pech, als beispielsweise Ben Storey im Überzahlspiel in der 37. Minute in aussichtsreicher Position nur den Pfosten traf.

So musste das 3. Drittel die Entscheidung bringen. Und hier zeigte sich die wahre Stärke der SERC Wild Wings: Das Team gab zu keinem Zeitpunkt auf, jeder kämpfte für seinen Mitspieler. Die Uhr zeigte bereits 52. gespielte Minuten, die Fans wurden langsam unruhig, denn die Zeit schien den Wild Wings davon zu laufen. Doch Altmeister Wally Schreiber zeigte ein weiteres Mal, warum er zu den Besten seines Faches gehört. Nach Zuspiel durch Ben Storey erzielte er den erlösenden Ausgleich und ließ Dominic Lonscher nicht gut aussehen. Jetzt war Feuer im Spiel, die Wild Wings schalteten einen "Gang hoch", während man den Moskitos das schwere Spiel mit kleinem Mannschaftskader langsam anmerkte. Einen Punkt hätten sie sicherlich verdient gehabt, doch erwies der Essener Torschütze Zingoni seiner Mannschaft einen Bärendienst. Nach einem üblen Ellenbogencheck gegen den Kopf von Jens Stramkowski, der danach auf dem Eis liegen blieb und behandelt werden musste, erhielt er eine 5 + Matchstrafe und brachte damit seine Mannschaft für die letzten 5 Spielminuten in Unterzahl. Die Wild Wings suchten nun die Entscheidung, wollten das Match in Überzahl zu ihren Gunsten entscheiden. Doch auch Ben Storey erhielt in der 57. Minute noch einmal eine Strafe wegen Haken, so dass sich die meisten Fans bereits auf eine Verlängerung einstellten. Nicht aber der Mann des Abends, Wally Schreiber! 37 Sekunden vor Schluss stieß er die 2488 Zuschauer in den kollektiven Freudentaumel, nachdem er nach Zuspiel Pasco/Storey den Siegtreffer zum 3:2 erzielen konnte.

In der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Toni Krinner sehr unzufrieden mit der Leistung des Schiedsrichtergespanns und warf ihnen vor, das Spiel zu Ungunsten der Moskitos Essen entschieden zu haben. Auch die ausgesprochene Spieldauerstrafe gegen seine Person sah er als ungerechtfertigt an. Sicherlich hatten die Unparteiischen auf dem Eis nicht ihren besten Tag, eine offensichtliche Benachteiligung eines Teams kann aber wohl kaum unterstellt werden. Nach dem unglücklich verlorenen Punkt, verbunden mit der Verletzung von Wild und Drummond, der sich bereits im ersten Drittel nach einem Zweikampf mit einem Schwenninger verabschieden musste und der dummen Matchstrafe von Zingoni, der mindestens für das eigene Heimspiel am Sonntag fehlen wird, kann man den Frust des Trainers nachvollziehen. Der Kampf um die Play-Off wird somit für die Essener nicht leichter, die gute Leistung des Teams sollte den Verantwortlichen und den Fans allerdings Mut für die nächsten Spiele machen.

Tore:
03:59 MES 0:1 Zingoni (Popiesch, Peyton) Spielsituation: 5:4
15:02 SWW 1:1 Pasco (Junker, Bergen) Spielsituation 5:5
17:04 MES 1:2 Audet (Houde, Wilhelm) Spielsituation 5:5
52:09 SWW 2:2 Schreiber (Storey) Spielsituation 5:5
59:23 SWW 3:2 Schreiber (Storey, Pasco) Spielsituation 5:4

Strafe:
Essen 16 + 5 + Matchstrafe Zingoni - SERC 14
Hauptschiedsrichter: Frenzel
Zuschauer: 2.488

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