Wieder beruhigte Gemüter in Straubing

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Im Lager der Straubing Tigers haben sich nach einem Sechs-Punkte-Wochenende die unter der Woche doch arg erhitzten Gemüter wieder merklich beruhigt. Dem überraschend deutlichen 6:1 (1:1, 4:0, 1:0) am Freitag in Schwenningen folgte ein 4:2 (2:0, 0:1, 2:1) zuhause gegen Kaufbeuren.



Die rund 1.900 Zuschauer nahmen die jüngsten Erfolge des Zweitligisten am kalten Sonntagabend im Eisstadion am Pulverturm wohlwollend zur Kenntnis, obwohl sich beim Heimspiel im zweiten Drittel einige Fans verwundert die Augen gerieben haben dürften.



Mit einem Zwei-Tore-Vorsprung durch Treffer von Jason Dunham (2.) und Trevor Gallant (19.) aus der Kabine gekommen, waren es plötzlich die couragierten und flinken Gäste aus dem Allgäu, die Puck und Gegner laufen ließen. Nach einem äußerst unglücklichen Gegentreffer durch Max Schmidle (26.), der von einem Missverständnis zwischen Martin Schymainski und Torhüter Mike Bales profitierte, verlor das Spiel der Hausherren immer mehr an Übersicht und Schwung. Zur Spielmitte sah sich Trainer Peter Draisaitl sogar gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Trotz der Verunsicherung retteten die Gäubodenstädter den 2:1-Vorsprung in die zweite Pause. Gästetrainer Peter Ustorf brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Grund unserer Niederlage war, dass wir aus unserer Feldüberlegenheit im zweiten Drittel kein Kapital schlagen konnten.“



Hinzu kam dann, dass Straubings Norman Batherson nur zwölf Sekunden nach Wiederbeginn alleine vor Christian Baader auftauchte und überlegt zum 3:1 einschob. Der Kanadier brachte mit seinem siebten Saisontreffer die Gastgeber zurück auf die Siegerstraße.



Die Tigers standen nun wieder sicherer, so dass es auch nicht überraschte, dass für eine gute Leistung schließlich noch Trevor Gallant (50.) mit seinem zweiten Treffer belohnt wurde. Überhaupt war es bei Straubing vor allem dessen Angriffsreihe mit Bill Trew und Jason Dunham, die vor dem Gehäuse der Kaufbeurer, die durch Jim Jackson kurz vor Schluss noch einmal im Powerplay trafen, die allergrößte Gefahr ausstrahlte.



Trainer Peter Draisaitl, der vor Wochenfrist nach dem mühevollen Heimsieg gegen Bad Tölz zu einem verbalen Rundumschlag („Das geht mir hier auf den Sack“) ausgeholt und sich damit vor allem bei den eigenen Fans selbst in die Schusslinie gebracht hatte, gelang mit dem erfolgreichen Wochenende ein Befreiungsschlag. Insgesamt verstärkt sich der Eindruck, dass sich die routinierte Mannschaft immer wieder dann zusammenreißen kann, wenn spürbar Feuer unter dem Tigers-Dach ist. Trotz dieses offensichtlichen Haushaltens mit den eigenen mentalen und körperlichen Kräften bei manchen Spielern ist der derzeit zweite Tabellenplatz mehr als vorzeigbar.



Peter Draisaitl meinte am Sonntagabend in seiner Analyse vielleicht auch deshalb wieder betont ruhiger: „Ich hätte mir gewünscht, dass es einfacher würde. Nach dem sehr guten Spiel in Schwenningen sind wir gegen Kaufbeuren gleich in Führung gegangen. Dass wir dann aber die Kontrolle abgegeben haben, hat mir nicht gefallen. Vielleicht spielen wir das nächste Mal zuhause souveräner.“ Mit mehr Ruhe als zuletzt kann er seine Mannschaft nun auf das nächste, immens wichtige Spiel vorbereiten. Die wieder versöhnten Fans fiebern dem Derby am Freitag in Regensburg bereits entgegen. Dort geht es nicht nur um das Prestige, sondern auch darum, den Stimmungspegel im positiven Bereich zu halten.

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