Wer landet wo und warum – Die zweite Bundeliga im Test

Die nicht ganz ernst zu nehmende Jahresvorschau aus dem ESBG-BereichDie nicht ganz ernst zu nehmende Jahresvorschau aus dem ESBG-Bereich
Lesedauer: ca. 8 Minuten

VON  OLIVER RABUSER

Jeden Sommer das gleiche

Spiel. Die Mannschaften verändern ihre Kader entsprechend den finanziellen

Möglichkeiten und hoffen optimal für eine lange Saison gerüstet zu sein.

Hockeyweb stellt die Teams vor, nimmt Stärken und Schwächen unter die Lupe und

gibt eine Prognose zur möglichen Platzierung nach der Vorrunde ab.

 

EV Landsberg 2000

Nach zwei Jahren an deren

Ende jeweils der Aufstieg stand, dürfte sich heuer einzig der Klassenerhalt als

realistisches Ziel verkaufen lassen. Ein starker Mannschaftsteil sind

sicherlich die Torhüter. Schmidt, Endraß und Ackers sollten in der Bundesliga

keine Probleme haben. Sie sind keine Ausnahmetorhüter, aber allesamt solide. In

der Verteidigung ist da die Dichte schon weniger gegeben. Rob Brown sollte die

höhere Liga meistern, bei Marc St. Jean bleibt das zu hoffen. Thomas Vogl

wurden in Heilbronn Defizite mit dem professionellen Leben neben dem Eis

nachgesagt, Manuel Wintergerst war in Kaufbeuren nur Ergänzungsspieler. Im

Angriff ist es zwingend, dass Jeff Legue ansatzweise den Verlust von Jordan

Webb kompensiert und Andrew McPherson der Strafbank weitgehend fern bleibt.

Mitchell, Stärk und Wysick sollten für einige Tore gut sein, dann aber endet

die Liste der Schlüsselspieler. Die vorhandene Qualität steht auf einem sehr

dünnen Fundament.

Hockeyweb-Tip: Platz 12

 

REV Bremerhaven

Jung, jünger, Bremerhaven.

Wie muss sich Oldie Craig Streu inmitten einem Rudel vorkommen, das durchschnittlich

über 10 Jahre jünger ist als er selbst. Mit Gyori und Robinson verloren die Pinguine

wertvolle Scorer, mit Radek Krestan den Torjäger schlechthin. Alfie Michaud

sollte Greg Gardner im Tor annähernd ersetzen können, auch die Verteidigung wurde

mit den Zugängen Steingroß und Goc sicher nicht schwächer. Für Paul Deniset und

Scott Cameron ist Deutschland noch Neuland. Beide müssen aber voll einschlagen,

um ihre Vorgänger zu ersetzen. Insgesamt scheint die Torgefahr um eine Klasse reduziert.

Für die Play Offs reicht es im Norden nur im optimalen Fall.

Hockeyweb-Tip: Platz 9

 

EV Regensburg

Ein breiter Kader und gute

deutsche Spieler waren ein primäres Anlagen von Peter Draisaitl, dem neuen

Trainer. Mit zwei zusätzlichen Torhütern mit Förderlizenz dürfte nichts schief

gehen, wenngleich Markus Janka erst wieder fit werden muss. Die Abgänge in der

Verteidigung wurden durch Moberg, Wright, Bernhardt, Franz sowie dem

gedrafteten Talent Holzer mehr als adequat ersetzt – auch wenn Martin Ancicka

eine Lücke hinterlassen wird. Der Angriff wurde punktuell gestärkt.

Spektakulärster Neuzugang ist dabei sicher Niki Hede. Driendl war das

Vorzeigetalent in Füssen, Albrecht und Feistl Stammspieler bei ihren früheren

Vereinen. Die Operpfälzer werden wieder in der Spitze mitmischen.

Hockeyweb-Tip: Platz 4

 

Lausitzer Füchse

Der Aderlass bei den Füchsen

war aufgrund der Finanzsituation so stark wie nie. Die jetzige Mannschaft ist

im Mittel keine 24 Jahre alt. Um Schlussmann McDonald sollte man ein

Schutzschild legen, er ist nicht zu ersetzen. Die Abwehr hätte vermutlich sogar

in der Oberliga ihre Probleme. Der Kanadier Jerry Galway weckt keine

überzogenen Erwartungen. Der Angriff ist ebenfalls mit vielen Talenten aus der

Region besetzt. Matt Hubbauer muss seine AHL-Referenzen erst wieder beweisen,

Benjamin Hecker braucht gute Zuarbeiter. Der Gesamteindruck des Kaders lässt

nur einen Schluss zu. Diese Saison wird eine einzige große Herausforderung für

die Lausitzer.

Hockeyweb-Tip: Platz 14





EHC München

Eine einfache Rechnung an der

Isar. Den Zuschauerschnitt und das Punktekonto signifikant anheben, so dass am

Ende der Vorrunde eine Platzierung oberhalb des neunten Tabellenrangs steht.

Dazu wurde an der Breite des Kaders gefeilt. In der Verteidigung stehen durch

die Zugänge drei gleichwertige Pärchen zur Verfügung, mit Sandrock ein starker

Blueliner. Im Angriff wirbelten Gyori und Robinson schon in der Vorbereitung

die Gegner durcheinander. Auch Kompon scheint eine Verstärkung zu sein. Mit

Kruck, Rautert und Schneider wurde die Qualität bei den deutschen Spielern

eindeutig gestärkt. Körperlich scheint das Team robuster als im Vorjahr. Beide

Torhüter sind gleich stark. Die Play Offs sind realistisch.

Hockeyweb-Tip: Platz 8

 

Kassel Huskies

Wohl dem, der locker einen

Etat von über drei Millionen aufstellt. Dass die Bundesliga keine dauerhafte

Heimat werden soll, machen die Einkäufe der Nordhessen mehr als deutlich. Mit

Boisvert und McNeil kamen Duisburgs einstige Aufstiegsgaranten, mit Palmer und

Beauregard solide Kanadier mit deutschem Pass. Die Verteidigung strotzt nur so

vor Routine und DEL-Erfahrung. Einzig auf den Torhüterpositionen besitzt Kassel

mit Elwing und Hätinen nur Liga-Mittelmaß. Wer einen derartigen Kader

zusammenstellt, muss mit der Favoritenbürde leben.

Hockeyweb-Tip: Platz 1

 

ETC Crimmitschau

Die üblichen Mechanismen

eines Aufsteigers mit begrenztem finanziellem Background greifen freilich auch

in Westsachsen. Der Verbleib in der Liga kann das einzige Ziel sein. Um

selbiges zu erreichen könnte Torhüter Patrick DesRochers mit seiner jahrelangen

AHL-Erfahrung einen gewichtigen Beitrag leisten. Die Verteidigung ist mit

soliden Arbeitern bestückt, mehr aber auch nicht. Weil Roman Veber nicht mehr

unter das Kontingent fällt, wurden die vier offenen Stellen alle im Angriff

vergeben. Hermann und Karhula müssen sich eine Liga höher erst beweisen;

Silvchenko ist sehr erfahren aber nicht mehr der Jüngste. Gleiches gilt für

Nemirovsky. Torgefahr scheint dennoch ausschließlich von diesen Akteuren

auszugehen

Hockeyweb-Tip: Platz 13

 

EV Landshut

Eine der schwierigsten

Prognosen. Mit Cinibulk blieb der Rückhalt des Vorjahres erhalten Der Tscheche

hat ebenso wie Kamil Toupal einen deutschen Pass bekommen. Der dafür geholte

Finne Hagelberg hat nicht die überragenden Scorerwerte, spielte aber immerhin

in der höchsten Liga. In der Verteidigung dürfte der grundsolide St.Croix sowie

Bronilla die abgewanderten Bahen und Belanger ersetzen können. Ob für

Guidarelli und Houde (für Dietrich und Strömberg) gleiches gilt, ist eher fraglich.

Für Eric Dylla konnte kein gleichwertiger Nachfolger gefunden werden.  Dennoch sollte die Erfahrung der Schinkos und

Daffners für den Play Off Platz ausreichend sein.

Hockeyweb-Tip: Platz 7

 

SC Bietigheim-Bissingen

Aufgrund ihrer Finanzkraft

zählen die Steelers jedes Jahr ganz automatisch zu den Favoriten, wenngleich es

letzten Enden nie ganz gereicht hat. Für Jason Elliot bleibt zu hoffen, dass er

die schwankenden Leistungen der Vorsaison verbessert. Die Verteidigung ist

überdurchschnittlich aufgestellt, Allen fehlt zu Saisonbeginn ob seiner

Rekonvaleszenz. Die Torgefahr bei den Defendern könnte besser sein. Der Abgang

von Ausnahmestürmer Eric Schneider reißt ein Loch in den ersten Angriff, das

durch Frankfurts David Gosselin kompensiert werden soll. Straube wird durch

Jung oder Brannström ersetzt. Ansonsten kann Uli Liebsch eine eingespielte

Mannschaft aufbieten.

Hockeyweb-Tip: Platz 3

 

EHC Moskitos Essen

Dass nach der

Katastrophensaison 2005 ein Umbruch erfolgen würde, dazu bedurfte es keiner

hellseherischen Fähigkeiten. Jari Pasanen versuchte eine gesunde Mischung aus

Talenten und Erfahrung zu finden, was auf den ersten Blick auch gelang. Der

Torhüter ist eine Unbekanntem besitzt aber das Vertrauen des Finnen. Die in der

Kritik stehenden Raubal und Appel wurden durch Schadewaldt und Willascheck

bestens ersetzt. Tuominen war in Ladshut eine feste Größe. Im Angriff muss

Tyson Mulock seine Qualitäten nun eine Liga höher bestätigen, Strömberg sein

Niveau der letzten Jahre halten. Mit Richter, Heine, Reinke und Puhakka ist man

auch bei den deutschen Spielern ausreichend besetzt. Für die Play Offs muss

allerdings wirklich alles passen.

Hockeyweb-Tip: Platz 10




ESC Eislöwen Dresden

Was bringt Jahr zwei in der

Bundesliga nach einer furiosen Saison als Aufsteiger? Der Kader ist

überschaubar und bietet wenig Alternativen. Qualität ist dennoch ausreichend

vorhanden. An Marek Mastic im Tor gibt es nichts zu rütteln. Die Verteidigung

ist eher durchschnittlich besetzt, auch wenn Stas, Sochan, Klenner und Wolf natürlich

jede Menge Erfahrung einbringen. Im Angriff hat man mit Brezina, Bigam und Sekera

drei überdurchschnittliche Spieler mit deutschem Pass verpflichten können. Das

System scheint wieder auf drei Reihen ausgerichtet zu sein, wodurch die

Leistungsschwankungen im letzten Winter eine Wiederholung finden könnten.

Hockeyweb-Tip: Platz 5

 


EHC Wolfsburg

Wer viel Geld hat, hat hohe

Ansprüche. Für Toni Krinner gilt es heuer einen Top-Favoriten an den

gewünschten Platz zu bringen. Der Kader lässt eigentlich keine Wünsche übrig.

Selbst die kurzfristigen Ausfälle von Kurtz und Delisle wurden mit Pudlick und

Henrich adequat aufgefangen. Die ersten drei Reihen können beinahe nach

Belieben zusammengesetzt werden, die Torgefahr in der Breite ist gegeben. Chris

Rogles wird sicher wieder eine stärkere Saison hinlegen, als nach seiner

Verletzung im letzten Spieljahr. In Niedersachsen ist man zum Angriff gerüstet.

Hockeyweb-Tip: Platz 2

 


ESV Kaufbeuren

Das Jahr eins nach Bernhard

Pohl wird ein weiteres Jahr, in dem es für die Buron Joker einzig um den Erhalt

der Klasse geht. So wäre es immens wichtig, dass die neuen Verteidiger Slaton

und Bannan die Abgänge der drei Gladiatoren Auger, Jackson und Bourne

wenigstens ansatzweise kompensieren. Sollte Pit Ustorf sich nicht doch noch

entscheiden, einen erfahrenen Torhüter zu holen, ist das Risiko mit Christian

Baader in die Saison zu gehen doch sehr hoch. Im Angriff müssen die Allgäuer

darauf vertrauen, dass die neuen Kontingentspieler abermals sofort einschlagen.

Stramkowski und Kleinheinz, den man nach seiner Verletzung auch als Neuzugang

werten darf, sind solide Arbeiter. Einen Martin Schweiger ersetzen sie in

Punkto Torgefahr freilich nicht.

Hockeyweb-Tip: Platz 11

 


ERC Schwenningen

Für die Wild Wings gab es im

Sommer eine kleine Frischzellenkur. Die Eishockey-Opas Hynes, Moger und Dyck

haben den Verein verlassen. Dafür kamen aus Kaufbeuren Auger und Grandmaitre,

sowie aus Essen Deleurme. Eine Verschlechterung ist dabei nicht festzustellen.

Dass Rostislav Haas keine Ausländerlizenz mehr blockiert ist ebenfalls kein

Nachteil. Die im vergangenen Jahr so anfällige Abwehr scheint immer noch ein

wenig die Achillesferse zu sein. Durch Kaminskis neues System muss aber auch

der Angriff weitaus mehr nach hinten arbeiten, was dieses Manko ein wenig

ausgleichen könnte. Der Angriff ist durch die beiden ersten Reihen qualitativ gut,

gleichwohl ein wenig dünn besetzt. Verletzungen von Schlüsselspielern sind

schwer zu kompensieren.

Hockeyweb-Tip: Platz 6

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