Wenn Alfred Hitchcock zum Märchenonkel verkommt

Cory Gustafson kehrt nach Landshut zurückCory Gustafson kehrt nach Landshut zurück
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Es gibt Tage, da steht man – sprichwörtlich – mit dem linken Fuß zuerst auf. Meist haben diese dann wenig Gutes zu bieten. Es soll aber auch Tage geben, an denen es besser gewesen wäre, erst gar nicht aufzustehen. Unter diese Rubrik dürfte wohl ein Großteil der Steelers-Cracks den gestrigen Sonntag einordnen; allen voran wohl Goalie Scott Fankhouser: Da hat der 28-Jährige in seiner Karriere 19 NHL-Spiele bestritten und dabei im Schnitt um die 3,5 Tore kassiert, vollzieht im Sommer 2003 den Sprung nach „good old Germany“ und lacht sich mit dem SC Bietigheim-Bissingen gleich einen der Top-Favoriten im Kampf um die Zweitliga-Meisterschaft an. Und mit eben diesem Team reiste der Goalie – im Gepäck die besten Vorsätze, den schwachen Saisonauftakt vergessen zu machen – an die Isar. Ein Sieg sollte, ja musste her gegen die Youngster-Truppe des niederbayerischen Außenseiters. Dass ihn im Verlauf der Partie dann aber allen voran die Youngster bisweilen ganz alt aussehen ließen, daran wird Fankhouser wohl noch einige Zeit zu knabbern haben.

2326 Zuschauer werden die an Spannung und Dramatik kaum zu überbietende Partie ebenfalls so schnell nicht vergessen. Denn: Im Vergleich zu dem, was die Cannibals- und Steelers-Cracks auf das Eis im Stadion am Gutenbergweg zauberten, verkommen selbst die Meisterwerke von Thriller-König Alfred Hitchkock zu „Kinderkram“. Beide Teams gingen von Beginn an ein hohes Tempo. Schon nach wenigen Sekunden musste Nolan McDonald rettend gegen Craig Teeple eingreifen, auf der Gegenseite – es lief immer noch die ersten Spielminute – scheiterte Eric Dylla nach feinem Solo. Im direkten Gegenzug machte es Robert Brezina um einiges besser: 1:02 Minuten gespielt und Nolan McDonald war erstmals geschlagen. Die Cannibals ließen sich vom frühen Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen, suchten weiter ihre Chance in der Offensive. Thomas Schenkel brachte eine Hereingabe nicht unter Kontrolle und Aki Tuominens Schuss von der blauen Linie strich knapp am Tor vorbei. In der neunten Minute wurden die Bemühungen der Niederbayern dann doch belohnt, als Markus Welz in Überzahl von Zdislaw Zareba in Szene gesetzt wurde, nicht lange fackelte und Fankhouser zum 1:1 überwand. Eric Dylla fand kurz danach in Fankhouser seinen Meister, während Calvin Elfring in der 13. Minute ein Powerplay der Gäste zum 1:2 nutzte. In der Folge erarbeiteten sich die Kannibalen, nun ihrerseits wieder in numerischer Überlegenheit, einige Möglichkeiten, ohne dass dabei jedoch Zählbares heraussprang. Und auch ein Break von Kapitän Kamil Toupal – diesmal in Unterzahl – brachte nicht den gewünschten Erfolg. Und wieder sollte sich dies rächen: Darren Ritchie brachte seine Farben noch vor der ersten Pause mit 3:1 in Front. Glück für die Cannibals aber, dass wenig später Nolan McDonald gegen Andrej Kovalev zumindest noch das 1:4 verhindern konnte.

Prommersberger scheiterte zu Beginn des Mittelabschnitts an Fankhouser, Hammer verzieht nur um Zentimeter. Als dann Robert Paule auf der Strafbank saß, endlich der längst fällige Anschlusstreffer zum 2:3. Andi Geipel hatte in der 23. Minute von der blauen Linie abgezogen und über den rechten Innenpfosten fand der Puck den Weg ins Netz. Und es sollte noch besser kommen. Zwar konnte Fankhouser gegen Derraugh noch klären, als aber Andi Geipel ein Klassesolo mit einem Schlenzer ins kurze Eck abschloss, war auch der Steelers-Keeper geschlagen. Nur zwei Minuten später zog Andi Geipel in Überzahl von der blauen Linie ab, Zdislaw Zareba hielt die Kelle dazwischen – 4:3 für die Kannibalen. Am Gutenbergweg war nun endgültig die Hölle los. Wiederum nur 120 Sekunden – diesmal saß Seyller bei Landshut auf dem Sünderbänklein – schlugen die Steelers zurück. Aus dem Gewühl heraus erzielte Craig Teeple den 4:4-Ausgleich. Sekunden vor dem zweiten Wechsel verpasste Markus Hundhammer die erneute Führung für die Cannibals, als er nach einem Solo knapp verzog.

Chancen für Derraugh und Dylla zu Beginn des Schlussabschnitts brachten nichts ein und Toupals Geschoss von der blauen Linie landete in der Fanghand von Keeper Fankhouser. Auf der Gegenseite rettet Nolan McDonald gegen Calvin Elfring – ein offener Schlagabtausch mit Vorteilen für die Heimischen. Dann der große Auftritt von Alex Feistl: Der (noch) 17-Jährige zog nach Pass von Justin Plamondon, der diesmal wegen des verletzungsbedingten Ausfalls von Mats Lindmark die sechste Kontingentstelle besezte, auf und davon, verlädt Fankhouser im Stile eines ausgepufften Profis und stellte auf 5:4. Die Stadionuhr zeigte 53:28 Minuten. Ein Treffer zum Zungeschnalzen zum richtigen Zeitpunkt, dem nur 68 Sekunden später Markus Welz die vermeintliche Vorentscheidung zum 6:4 folgen ließ. „Vermeintlich“ deshalb, weil sich die Steelers auch in dieser schier aussichtslosen Situation noch nicht aufgeben wollten – sie fighteten zurück. Und das mit Erfolg: Erst verkürzte Darren Ritchie in Überzahl auf 5:6 (57. Minute) und als Prommersberger eine Strafe verbüßte, besorgte Andrej Kovalev in der 59. Minute den 6:6-Ausgleichstreffer. Wie schon zum Heimauftakt gegen Weiden drohte nun eine Verlängerung. Dass es letztendlich nicht so weit kam, lag zum einen an Peter Gulda, der sich exakt eine Minute vor der Schlusssirene eine Zwei-Minuten-Strafe (plus seine zweite Diszi) einhandelte und damit den Kannibalen eine weitere Möglichkeit zum Powerplay eröffnete, und zum andern an der Tatsache, dass bei den Cannibals eben auch die Yougster bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. So auch Dominik Hammer, der 20 Sekunden vor Spielende die Scheibe aus halblinker Position in die Maschen jagt. Die Entscheidung zum 7:6 – und wieder hatte Fankhouser gegen einen Cannibals-Youngster mehr alt als gut ausgesehen. Der Jubel im Stadion am Gutenbergweg wollte kein Ende nehmen, denn so eine Partie hatten wohl selbst die „alteingesessenen“ Fans noch nicht erlebt – Spannung pur eben, anstatt nur „Kinderkram“. (gl)

Können die Dresdner Eislöwen die Talfahrt stoppen?
Hauen und Stechen um die begehrten Plätze in der DEL2

​Weiterhin eng umkämpft ist die Tabelle um sämtliche Plätze am 49. Spieltag der DEL2. Selten lagen die Teams vier Spieltage vor Ende so eng beieinander, was enge Due...

Vertrag um ein Jahr verlängert
Tim Kehler bleibt Trainer der Kassel Huskies

​Nach dem vorzeitigen Erreichen der Play-offs in der DEL2 haben die Kassel Huskies nun auch die erste Personalentscheidung für die Saison 2020/21 getroffen. Cheftrai...

Das letzte Jahr ohne Auf- und Abstieg
Kommentar: Löwen Frankfurt setzen mit DEL-Bewerbung ein Zeichen

​Zum vierten Mal in Folge haben sich die Löwen Frankfurt Mitte Februar um eine DEL-Lizenz beworben. Der seit dem Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse de...

Zuschauer entscheiden über Einbau von Zwischenstufen
Kaufbeurer Fans können sich bei Umbau einbringen

​Am 28. Februar geht es nicht nur auf dem Eis bei der Partie zwischen dem ESV Kaufbeuren und den Bayreuth Tigers heiß her, sondern auch auf den Rängen. Immer wieder ...

5:4-Erfolg nach Verlängerung am Doppelwochenende
Löwen Frankfurt siegen erneut gegen Freiburg

​Auch Teil zwei des Home-to-Home-Wochenendes geht an die Löwen Frankfurt. Die Hessen feiern einen 5:4-Sieg in der Verlängerung gegen die Wölfe Freiburg. ...

Erneute Niederlage gegen die Bayreuth Tigers
Dresdner Eislöwen taumeln sportlich am Abgrund

​Nach 20 Tagen konnten die Dresdner Eislöwen am Sonntag endlich wieder auf heimischen Eis auflaufen. Den erhofften wie wichtigen Sieg im Kampf um Platz zehn in der D...

1:5 gegen Crimmitschau
Bietigheim Steelers erleiden schweren Rückschlag

​Wie dicht die DEL2 von der Leistung beisammen ist, sah man gestern Abend in der Bieitigheimer EgeTrans-Arena: Schlugen die Steelers den Tabellenletzten Eispiraten C...

3:2-Erfolg gegen Bad Tölz
Patrick Berger hält Landshut die Hoffnung auf die Play-offs fest

​Drei Spiele, drei Niederlagen. Eine Tatsache, die den Tölzer „Buam“ im direkten Vergleich mit dem EV Landshut in der aktuellen Saison nicht schmecken konnte. Nach e...

DEL2 Hauptrunde

Freitag 21.02.2020
EC Bad Nauheim Bad Nauheim
- : -
Ravensburg Towerstars Ravensburg
Dresdner Eislöwen Dresden
- : -
Heilbronner Falken Heilbronn
Lausitzer Füchse Weißwasser
- : -
ESV Kaufbeuren Kaufbeuren
Tölzer Löwen Bad Tölz
- : -
EHC Freiburg Freiburg
SC Bietigheim Steelers Bietigheim
- : -
Löwen Frankfurt Frankfurt
EHC Bayreuth Bayreuth
- : -
Kassel Huskies Kassel
Eispiraten Crimmitschau Crimmitschau
- : -
EV Landshut Landshut
Sonntag 23.02.2020
ESV Kaufbeuren Kaufbeuren
- : -
SC Bietigheim Steelers Bietigheim
Kassel Huskies Kassel
- : -
Tölzer Löwen Bad Tölz
EHC Freiburg Freiburg
- : -
EC Bad Nauheim Bad Nauheim
Löwen Frankfurt Frankfurt
- : -
Eispiraten Crimmitschau Crimmitschau
Heilbronner Falken Heilbronn
- : -
Lausitzer Füchse Weißwasser
Ravensburg Towerstars Ravensburg
- : -
Dresdner Eislöwen Dresden
EV Landshut Landshut
- : -
EHC Bayreuth Bayreuth
Jetzt die Hockeyweb-App laden!
Aktuelle Online Eishockey DEL2 Sportwetten News mit Quoten & Tipps. Den besten Eishockey DEL2 Wettbonus suchen & finden
Aktuelle Wettangebote für die DEL2