Vizemeister Bietigheim besiegt kampfstarke EislöwenBietigheim Steelers

Vizemeister Bietigheim besiegt kampfstarke EislöwenVizemeister Bietigheim besiegt kampfstarke Eislöwen
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Die Gastgeber agierten gewohnt druckvoll und ließen den Eislöwen kaum Raum zur Entfaltung. Eine Doppelchance durch die Bietigheimer #27 hätte schon für die Führung sorgen können, doch Eislöwen Keeper Nastiuk konnte abwehren. Nur wenig später hatten die Bietgheimer Fans den Torschrei schon auf den Lippen, doch René Schoofs, der nach schönem Doppelpass zum Schuss ansetzte, wurde im letzten Moment daran gehindert und Kevin Nastiuk griff zu. Offensiv traten die Sachsen zunächst nur selten in Erscheinung. Zu viele kleine Fehler hinderten die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch am Aufbau einer druckvolleren Offensivarbeit. Bietigheim kam dadurch immer wieder in Puckbesitz, konnte aus der deutlich sichtbaren Dominanz zunächst kein Kapital schlagen. Für die erste richtig gefährliche Szene vor dem Bietigheimer Tor sorgte Hugo Boisvert - dieser tänzelte derart lange vor dem Kasten der Schwaben umher, dass Silo Martinovic bereits geschlagen war und Boisvert die Scheibe am Tor vorbei schob. Dresden kämpfte sich nach und nach und nach in die Partie und das Zusammenwirken von Kai Wissmann und Carsten Gosdeck sorgte wieder für Gefahr vor Sinisa Martinovic. Der blieb jedoch cool und entschärfte auch diese sehenswerte Chance. Bietigheim blieb jedoch die aktivere und damit gefährlichere Mannschaft - Robin Just kam am langen Pfosten lauernd frei zum Schuss, platzierte den Puck jedoch genau auf Torhüter Nastiuk. Die Partie wurde nun zunehmend ruppiger und sorgte für die erste Boxeinlage der Partie. Jonas Müller machte sich an einem Bietigheimer zu schaffen - Marcus Sommerfeld sah das gar nicht gerne und erteilte dem jungen Flegel eine kleine Lektion. Das sollte es dann auch gewesen sein in Drittel eins.  

Hitzig war auch der Beginn des zweiten Drittels, Dresden zeigte sich ob der fehlenden spielerischen Mittel nun kompromisslos physisch. Bietigheim ließ sich jedoch nicht die Butter vom Brot nehmen und hielt entsprechend dagegen. Das Schiedsrichterquartett hatte das jedoch gut im Griff und schickte Spieler beider Teams zum abkühlen auf die Strafbank. In Überzahl konnte das Team um Kapitän Adam Borzecki zwar richtig Druck aufbauen, ein Treffer blieb den Steelers ob der guten Paraden von Keeper Kevin Nastiuk aber verwehrt. Bei eigener Unterzahl gab es dann erneut die große Chance zur Führung für die Hausherren. Dresden vertändelte beim Spielaufbau vollkommen unnötig die Scheibe und das Duo McKnight - Wrigley startete zum Gegenangriff. David Wrigley zog ab und verfehlte das Tor nur knapp. Der Vizemeister zog das Tempo nun mächtig an und setzte den Gästen damit arg zu. Diese wehrten sich mit allen Mitteln und durften sich nach Strafe gegen Bietigheims Dominic Auger in Überzahl versuchen, bissen sich aber an der Bietigheimer Verteidigung die Zähne aus. Am Ende dieses durchaus intensiven zweiten Drittels stand auch weiterhin auf beiden Seiten die Null.

Steelers Coach Kevin Gaudet schien seinem Team in der Kabine die richtigen Worte mit auf den Weg gegeben zu haben. Die Steelers spielten auch weiterhin mit viel Tempo und dementsprechend viel Druck. So gut die spielerische Anlage der Hausherren auch war, die Chancenverwertung war es nicht. Zu fahrlässig ging man mit den sich bietenden Gelegenheiten um. Statt wie gewohnt den direkten Schuss zu versuchen, passte man lieber einmal mehr zum Mitspieler als notwendig. Mit etwas mehr als zehn verbleibenden Minuten Spielzeit setzte es die nächste Strafe gegen die Mannschaft aus dem Ellental. Verteidiger Dominic Auger musste auf die Strafbank und die Eislöwen versäumten es sträflich, dem Vizemeister hier ein Bein zu stellen. Bietigheim zeigte sich in Unterzahl einmal mehr brandgefährlich und hatte mit auslaufender Strafe die große Chance zur Führung. Carsten Gosdeck behinderte hier den Abschluss und kassierte dafür folgerichtig eine Strafe, die die Steelers aber nicht zum Torerfolg nutzen konnten. Dresden verteidigte nach hinten aufopferungsvoll und konnte in Überzahl in Führung gehen. Justin Kelly hatte sich eine Zeitstrafe wegen Spielverzögerung eingehandelt und Petr Macholda bedankte sich artig mit dem 1:0 knapp vier Minuten vor Schluss. Postwendend aber der Ausgleich! Aus dem Gewühl vor Kevin Nastiuk kam die Scheibe irgendwie zu Markus Gleich, dieser zog ab und jagte den Puck in die rechte obere Ecke. Spielstand damit 1:1 und die Verlängerung musste über Sieg oder Niederlage entscheiden. Dresdens Trainer Thomas Popiesch dazu: "Bietigheim kam ganz stark aufs Eis hat viel Druck ausgeübt. Je länger die Drittel gingen, desto besser kamen wir ins Spiel und konnten selbst Druck ausüben. In den letzten Minuten haben wir versucht Druck vom Tor zu nehmen - dies hat zunächst ganz gut funktioniert aber dann kam der Treffer zum ungünstigen Zeitpunkt."

Hier hatte Marcus Sommerfeld bereits nach wenigen Sekunden den Siegtreffer auf dem Schläger. Nach schönem Konter streifte sein Schuss aber nur den Pfosten. Dresden setzte nach, scheiterte aber gleich mehrfach am souverän agierenden Sinisa Martinovic.  Der sprichwörtliche Sudden Death ereilte die Eislöwen nach 2:59 Minuten in der Overtime. Einen schnellen Konter über die linke Seite nutzte Markus Gleich entscheidenden Treffer.

Steelers Coach Kevin Gaudet zeigte sich auf der Pressekonferenz entsprechend zufrieden mit der Leistung seines Teams richtete den Fokus aber schon auf den Sonntag: "Man sieht warum Dresden jetzt im Viertelfinale stehen. Sie sind ein klasse Team, haben jetzt Verstärkung aus Berlin bekommen und die vier Verletzten sind jetzt auch wieder an Bord - ich habe von Anfang an gesagt, es wird nicht leicht. Beide Teams haben heute eine Klasse Leistung gezeigt. Der Schuss in der Verlängerung war zwar etwas glücklich, aber ich bin froh dass wir heute gewonnen haben. Wir freuen uns über den Sieg und bereiten uns aber schon auf Sonntag vor, denn in Dresden wird es nochmal schwerer zu gewinnen."

Statistik: 

1:0 - Petr Macholda (Überzahl-Tor) (Sami KaartinenJakub Langhammer) - 57.
1:1 - Markus Gleich (Chris St JacquesMark Heatley) - 57. 

2:1 - Markus Gleich (Marcus SommerfeldDavid Wrigley) - 63.


Schiedsrichter: Steffen Klau / Maximilian Plitz


Strafzeiten:

Bietigheim Steelers: 22

Eislöwen Dresden: 10