Vier Dorr-Treffer reichen nichtEC Bad Nauheim

Vier Dorr-Treffer reichen nichtVier Dorr-Treffer reichen nicht
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Somit bleiben die Hessen in der DEL2-Tabelle vier Zähler hinter einem Playoffplatz auf Rang neun. "Wenn man 20 Minuten lang nicht am Spiel teilnimmt, dann kann man sich am Ende nicht beklagen", spielte EC-Coach Daniel Heinrizi auf das schwache erste Drittel seiner Mannschaft an. "Die zweite Hälfte haben wir die Partie kontrolliert, doch am Ende haben leider nicht die Mannschaften das Match entschieden", so Heinrizi.

Die Gäste mussten auf ihren Topscorer Taylor Carnevale verzichten, der aufgrund einer Rückenverletzung nicht den Weg ins Allgäu mit antreten konnte. Dafür war aber Jan-Niklas Pietsch in der Verteidigung wieder mit dabei in einem Spiel, in das die Hessen nur schwer herein fanden. Darüber hinaus kassierte man gleich zu Beginn eine Strafzeit, was Kaufbeurens Näätänen aus dem Gewühl heraus zur 1:0-Führung nutzen konnte. Nicht ganz zweieinhalb Minuten später war erneut eine Strafe gegen die Teufel angezeigt, so dass der sechste Feldspieler für den Goalie auf das Eis kam. Schmidle hielt einfach mal drauf und das Hartgummi wurde von einem EC-Spieler unhaltbar für Jan Guryca zum 2:0 abgelenkt. Die Gäste kamen allmählich nach den ersten zehn Minuten - auch begünstigt durch zwei Strafen gegen die Gastgeber - besser in die Partie und zur ersten guten Chance durch Jason Pinizzotto, der an ESVK-Goalie Sigl scheiterte. Die kurze Drangphase währte jedoch nicht lange, während die Bayern durch Thiel eine weitere Großchance noch vor der ersten Pause hatten, die Jan Guryca jedoch vereiteln konnte.

Mit wesentlich mehr Elan kamen die Roten Teufel zurück aus der Kabine zum zweiten Drittel. Nun brannte es plötzlich lichterloh vor dem 19-jährigen Goalie der Allgäuer, der jedoch Schüsse von Beca, McMonagle und zwei Mal Reimer halten konnte. Auch wenn diese Großchancen ausgelassen wurden, so trafen die Kurstädter dennoch zum Anschlusstreffer: als Alexander Baum in der Kühlbox saß, hielt Michael Dorr einfach mal drauf und zur Überraschung aller rutschte das Hartgummi dem Kaufbeurer Torhüter unbedrängt durch die Schoner über die Linie. Nachdem Maximilian Sigl zuvor so stark gehalten hatte, unterlief dem jungen Mann dieser kapitale Fehler, der dem US-Amerikaner das 20. Saisontor einbrachte. Die Joker zeigten sich dadurch aber nicht geschockt, sondern spielten weiter nach vorne und hatten vor allem im finnischen Stürmer Matti Näätänen ihren nimmermüden Antreiber. Dieser umkurvte in der 35.Minute fast die komplette EC-Hintermannschaft und fand dann mit Detsch die Anspielstation, die sogar das 3:1 für die Gastgeber markieren konnte. Aufregung dann nochmal in der letzten Minute des Mittelabschnitts: Matt Beca versenkte in Überzahl die Scheibe im Netz, jedoch wurde der Treffer aufgrund einer Torhüter-Behinderung nicht gegeben, obwohl der Kanadier von einem Kaufbeurer in das Tor geschoben wurde. Aller Protest half nichts: es blieb beim Zwei-Tore-Rückstand nach 40 Minuten.

Auch mit Beginn des letzten Abschnitts gaben die Hessen nochmal richtig Gas: zunächst traf Michael Dorr im zweiten Rebound in Überzahl zum 3:2 und es war auch der torgefährlichste Bad Nauheimer, der in der 45.MInute nach einem Konter und einer mustergültigen Vorlage von Jason Pinizzotto das 3:3 und somit einen Hattrick markierte. Die Gäste hatten das Geschehen nun im Griff und drängten auf die Führung, aber auch beste Chancen wie von Matt Beca in der 55.Minute wurden ausgelassen. Dies rächte sich, denn nur Sekunden später traf erneut Näätänen in einer dramatischen Schlussphase aus einer undurchsichtigen Situation heraus zur erneuten Kaufbeurer Führung, was so ziemlich die erste Möglichkeit der Bayern in diesem dritten Abschnitt war - allerdings wurde bei diesem Treffer Jan Guryca klar behindert, nachdem auf der Gegenseite zuvpr mehrfach in ähnlichen Situationen Torraumabseits gepfiffen wurde. Die Kurstädter gaben sich aber noch lange nicht auf und kamen erneut durch Dorr mit dessen viertem Treffer in der vorletzten Minute zum 4:4-Ausgleich. Nun rechnete eigentlich jeder der ca. 15 mitgereisten Fans mit einer Verlängerung, doch eine fälschlicherweise gegebene Strafzeit wegen Spielverzögerung gegen Kyle Helms, dessen Schuss nicht direkt über die Bande ging, sondern zuvor das Plexiglas berührte, nutzte Kreitl 41 Sekunden vor dem Schlusspfiff im Powerplay zum Siegtor für die Joker. "Es ist im Video klar zu sehen, dass Helms' Schuss noch gegen die Umrandung ging, so dass dies keine Strafzeit hätte geben dürfen. Allerdings haben auch wir heute zu viele Fehler gemacht, wie im ersten Drittel oder beim 3:1 von Kaufbeuren. Vielleicht haben einige das Spiel schon vorher gewonnen gehabt. Positiv nehme ich aus dem Spiel mit, dass wir zwei Mal zurückgekommen sind und die Rückschläge mental verarbeitet haben. Dennoch war mehr drin für uns", anaylsierte Daniel Heinrizi die Partie nach dem Schlusspfiff.


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