Veränderungen führen (noch) nicht zum ErfolgHeilbronner Falken

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Wie immer hallten zur Mannschaftsaufstellung der Falken die Namen der Spieler und Trainer durch die Kolbenschmidt Arena. Der letzte Name wurde durch die heimischen Fans am lautesten intoniert: Lui Calce! Der Ex-Kapitän fungiert unter (Interims-)Trainer Gerd Wittmann als Co-Trainer. Schon lange vor der Trennung von Igor Pavlov wurde er von vielen Fans gefordert. Jetzt ist er zusammen mit Wittmann in der Verantwortung, gemeinsam sollen sie die Falken zum Klassenerhalt coachen.

Die Mannschaft zeigte ein anderes Bild von sich. Besonders Grant Toulmin blühte auf. In den letzten Spielen sah man das Trikot mit der Nummer 40 zumeist nur hinter den Gegnern her traben und unkoordiniert Pässe spielen. Am Sonntagabend war der Mann in diesem Trikot einer der agilsten und konnte mit seinen Sturmpartner Stefan Legein und dem neuen Kapitän Dustin Cameron oftmals für Gefahr vor dem Tor vor Jonathan Boutin sorgen. In der vierten Minute wurden die Bemühungen bereits belohnt. Auf Vorlagen von Toulmin traf Legein zur viel umjubelten Führung. Auch im weiteren Verlauf des Spiels konnte diese Reihe für viel Gefahr sorgen. Attestierte Igor Pavlov vor einigen Wochen noch Toulmin, Cameron und O´Donnell fehlende Defensivarbeit, so zeigten besonders die beiden erstgenannten gegen die Lausitzer Füchse, dass sie auch vor dem eigenen Tor zuverlässig arbeiten können.

Durch den Ausfall von T.J. Fast rückte Sergej Janzen an die Seite von Robin Thomson und somit in die Abwehr. Dorian Saeftel und die jungen Stürmer Lennart Palausch und Tobias Kircher erhielten keine Eiszeit. Das Trainerduo Wittmann und Calce liess während des gesamten Spiels nur drei Blöcke spielen. Die Verteidigungspaare blieben bis auf die genannte Veränderung identisch. Im Sturm agierten Ackermann, Kurth und O´Donnell, sowie Blank, Alexander Janzen und Maginot. Gerd Wittmann deutete im Rahmen der Pressekonferenz an, dass auch diese beiden Sturmreihen durchaus mehr können, als das Ergebnis zu halten. Besonders bei der Reihe um Sachar Blank besteht Potenzial zu mehr.

„Toreschießen kann man nur schwer trainieren. Ansonsten hätten wir ja bald den Gerd Müller des Eishockeys. Aber wir haben sicherlich Möglichkeiten, das zu üben.“ So umschrieb wiederum Gerd Wittmann das größte Manko der Unterländer. Trotz zahlreicher guter Chancen blieb es bis zum Schluss bei dem einzigen Tor. Jonathan Boutin im Kasten der Lausitzer hatte daran gewiss einen großen Anteil und wurde zu Recht zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt. Zum Ende des ersten Drittels konnten die Falken zwei Minuten in doppelter Überzahl spielen, einen Treffer erzielten sie nicht. Anders aus Pavlov ließ Wittmann hier wirkliche Specialteams auflaufen, so stellte er in personeller Überzahl vier Stürmer und nur einen Verteidiger aufs Eis. Von Erfolg wurde diese Maßnahme, trotz guter Ansätze, jedoch nicht gekrönt. Gästecoach Dirk Rohrbach sah in diesen zwei Minuten sogar eine Schlüsselszene für den Sieg seiner Füchse.

Zum Spiel:

Wie bereits beschrieben gingen die Falken durch Stefan Legein in der vierten Minute in Führung. Die weiteren Treffer gelangen aber nur den Gästen. Den Anfang des Quartetts machte Scott King im Powerplay. Mit viel Speed kam er ins Drittel, ließ durch zwei oder drei Körpertäuschungen die Falkenabwehr ziemlich alt aussehen und schloss per Handgelenkschuss ab. Das zweite Drittel wurde durch den Treffer von Mike Mieszkowski (39.) auf den Kopf gestellt. Die Falken hatten in diesem Mittelabschnitt mehr Spielanteile und mehr Chancen, doch der Krefelder Förderlizenzspieler traf zur Führung der Lausitzer. Dies war für Dirk Rohrbach die zweite Schlüsselszene zum Sieg. Durch diesen Treffer mussten die Falken offensiver werden und mehr riskieren. Die Tore zum 1:3 und 1:4 fielen folgerichtig durch Konter. Unmittelbar vor dem dritten Tor der Gäste konnten sich die Falken im gegnerischen Drittel festsetzen. Sie spielten aufwendig und kräftezehrend, so dass in der Rückwärtsbewegung einfach die Kraft fehlte. Dennis Palka (54.) nutze dies aus. Den Schlusspunkt setze in der 56. Minute Kevin Lavallee.

Zusammengefasst kann man sagen: Durchaus verbesserte Falken verlieren zu hoch und hätten sich aufgrund der Spielanteile mindestens einen Punkt verdient. Dirk Rohrbach brachte es wie folgt zum Ausdruck: „Das 1:4 schmeichelt uns, der Spielverlauf war anders. Mit den drei Punkten sind wir zufrieden, mit dem Spiel nicht.“

Am kommenden Freitag kommt es zum dritten Derby der Saison, die Bietigheim Steelers gastieren in Heilbronn. Wenn man die Tabellenplätze als Basis nimmt, so wird der Tabellenführer beim Letzten ein leichtes Spiel haben. Doch die gesehenen Ansätze machen im Unterland Mut, dass sich die herbe 3:8 Klatsche nicht wiederholen wird. Auf der Torhüterposition werden die Falken definitiv eine Veränderung vornehmen müssen. Florian Proske reist zur U20-WM nach Kanada und wird den Heilbronner für einige Spiele fehlen. Philip Lehr steht am Dienstag erstmals nach seiner Bänderverletzung wieder auf dem Eis. Wittmann zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass Lehr zu 100 % einsatzbereit sein wird. Auch Philip Lehr selber gab sich am Sonntagabend optimistisch. Als weiterer Torhüter stünde Dustin Haloschan bereit.

Statistik:

1:0       Stefan Legein (Dustin Cameron, Grant Toulmin) 3:11

1:1       Scott King (Überzahl-Tor) (André Mücke, Kevin Lavallee) 9:33

1:2       Mike Mieszkowski (Dennis Swinnen, Danny Albrecht) 38:28

1:3       Dennis Palka (Jonas Johannsson, Roberto Geiseler) 53:27

1:4       Kevin Lavallee (Dominik Meisinger, Scott King) 55:44

Zuschauer:    1.137

Strafen:          Heilbronner Falken: 8 Minuten

                        Lausitzer Füchse: 12 Minuten + 10 Minuten André Mücke


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