Urbane Overtime sichert Tölzer Löwen Sieg über Straubing

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Spiele zwischen Bad Tölz und Straubing sind in dieser

Spielzeit enge Kisten. Bereits zwei Mal zuvor wurde dieser Vergleich nur durch

ein Tor Unterschied entschieden, bislang immer zugunsten der Niederbayern.

Gestern drehten die Isarwinkler den Spieß um und verbuchten ihrerseits den

ersten Saisonerfolg über die Tigers. Nach sechzig Minuten stand die spannende

Begegnung 1:1 (0:1,1:0,0:0) unentschieden, ehe Christian Urban nach anderthalb

Minuten in der Verlängerung Mike Bales im Nachsetzen überwand.

Der Zuspruch der letzten Heimspiele nahm etwas ab. Vielleicht hätten die Löwen

trotz couragierter und brauchbarer Leistungen wenigstens eines der drei letzten

Heimspiele gewinnen sollen. So aber fanden sich nur knapp 1880 Zuschauer in der

Arena ein. Die Tigers, ohne Dunham und Schönmoser – dafür mit Neuzugang

Juhasz hatten den besseren Start. Stefan Mann nutzte nach sechs Minuten einen

Abpraller zur frühen Führung. Im Powerplay hatten Kruck und Harmer formidable

Einschusschancen, scheiterten aber beide an Mike Bales im Straubinger Tor. Auch

die Gäste durften sich bei diversen Überzahlen versuchen, wobei sie kein

geeignetes Mittel gegen das konzentrierte Penalty-Killing der Tölzer fanden.

Der ereignisreichste Part des Spiels trug sich zu, als viele Zuschauer nach der

Pause noch nicht wieder an ihren Plätzen waren. Mit einem Mann mehr auf dem Eis

schafften die ohne Toptorjäger Hoad angetretenen Löwen den verdienten

Ausgleich. John Kachur verbuchte Saisontreffer Nummer 13. Siebzehn Sekunden Später

durfte Straubings Neuzugang Hecimovic vorzeitig zum Duschen. Der Kanadier

checkte Löwen-Kapitän Schinköthe mit Vehemenz in die Bande. „In Deutschland

bekommt man für so etwas eine Spieldauerstrafe“; bedauerte Peter Draisaitl

nach der Begegnung diese Szene. „Der Check war sehr sehr hart, aber bei

Hecimovic war Alles unten.“ Nutzen konnten die Tölzer aus der langen Überzahl

keinen schlagen. Straubing hatte durch Ingo Angermann eine so genannte

Hundertprozentige, die Mark Cavallin allerdings mit einem unglaublichen Save

entschärfte.

Eine Rettungstat dieser Güte musste Cavallin ein weiteres Mal leisten. Kurz vor

Schluss verhinderte der Ausnahmetorhüter einen Shorthander von Gallant. Zuvor

scheiterte John Kachur denkbar knapp mit einer gelungenen Einzelaktion. In der

Overtime holten sich die Löwen dann ihre verdiente Belohnung für einen

respektablen Kraftakt über die gesamte Spielzeit. Christian Urban setzte zum

Solo an und verwandelte im zweiten Anlauf.

„Für uns ist das enttäuschend“, begann Peter Draisaitl seine Analyse.

„Wir hätten gedacht, dass nach dem Erfolg vom Freitag sich das Blatt wenden würde.

Bei einigen meiner Spieler hatte ich das Gefühl, sie sind die Sache mit 80 %

angegangen.

Axel Kammerer war verständlicherweise stolz auf seine Mannschaft. „Das war kämpferisch

eine überragende Leistung. Wir haben einen Kampf auf Biegen und Brechen geboten

und uns gut auf die Spielweise der Straubinger einstellen können.“ Weiter resümierte

Kammerer das Mammutprogramm der letzten Wochen unter Berücksichtigung der

personellen Ausfälle. „Das war heute das zehnte Spiel in 23 Tagen. Wir haben

vier Mal gewonnen und einigen großen Gegnern Paroli geboten.“ Als Folge

daraus wird das Trainingsprogramm in dieser Woche deutlich zurückgefahren. Die

erst am Donnerstag von Viking-Cup zurückgekehrten Youngsters Holzer, Fischhaber

und Endraß wird sogar eine verstärkte Schonung zuteil.

(Oliver Rabuser)

Tore:

0:1 (06:27) Mann (Palmer, Elfring), 1:1 (20:28) Kachur (Borzecki, Harmer, 5-4),

2:1 (61:30) Urban (Schinköthe, Baindl)

Strafminuten: Bad Tölz 

18 + 10 (Curth)  - 

Straubing  14 + 5 + Spieldauer

(Hecimovic)


Schiedsrichter: Christian Oswald (Bad Wörrishofen) 

-  Rische, Sauer


Zuschauer: 1880


Spieler des Spiels: Mark Cavallin


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