"Unterzahlspiel hat heute gar nicht funktioniert" Rote Teiúfel unterliegen in Kaufbeuren

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Gebrauchter Abend für den EC Bad Nauheim: mit 2:6 (1:3, 0:1, 1:2) verlieren die Roten Teufel das Auswärtsspiel beim ESV Kaufbeuren, der somit in der engen Tabelle an den Hessen vorbei zieht, die nun den zehnten Rang inne haben - wobei für die Hessen weiterhin Tuchfühlung zu den vorderen Plätzen besteht. "Das Spiel war eigentlich schon gelaufen, als wir begannen, ins Match zu finden - nämlich nach dem Stand von 0:3 gegen uns. Vor allem unser sonst so gutes Unterzahlspiel hat heute gar nicht funktioniert und ist mit ein Grund für die Niederlage", sagte EC-Coach Petri Kujala nach dem Schlusspfiff.

Im ersten Abschnitt ging für die Gäste so gut wie gar nichts: man bekam keinen Zugriff auf die wirbelnden Kaufbeurer, die sich die notwendige Sicherheit beim 8:3-Sieg in Rosenheim geholt hatten und dementsprechend selbstbewusst auftraten. Folge war die frühe 1:0-Führung der Bayern, die Michael Fröhlich mit einem Break durch die Schoner von Mikko Rämö erzielte, als die Hessen die Scheibe zuvor im Angriff verloren. Die erste Strafzeit gegen die Kurstädter nutzte Ex-Teufel Daniel Oppolzer nicht ganz drei Minuten frei aus dem Slot heraus zum unhaltbaren 2:0. Die Gäste versuchten zwar, dagegen zu halten und sich zu fangen, doch vieles blieb Stückwerk. Besser machten es die Bayern, die auch die zweite Strafzeit gegen die Roten Teufel, die bis dato das beste Unterzahlspiel der Liga haben, in einen Treffer ummünzten. Nach einem Querpass von St. Jacques traf Daniel Menge mit einem Onetimer genau in den Winkel zum 3:0 nach 11:20 Minuten. In der Folgezeit bewahrte Mikko Rämö sein Team gar vor einem noch höheren Rückstand, nachdem die Joker einige weitere gute Chancen hatten, wie z.B. der Alleingang von Burnell in der 16. Minute. Dann aber ein wichtiges Tor der Hessen noch vor der ersten Sirene: St. Jacques saß bei den Allgäuern auf der Strafbank, da zog Henri Laurila ansatzlos von der blauen Linie ab und das Hartgummi landete zum 3:1-Pausenstand im Netz.

Mit einem ganz anderen Auftreten kamen die Roten Teufel zurück aus der Kabine: plötzlich war man präsenter und näher am Mann - die großen Torchancen blieben allerdings nach wie vor aus. Dennoch waren die Spielanteile nun ausgeglichen, auch wenn die Gäste natürlich gezwungen waren, mehr Risiko zu gehen, was die Joker mit Konter zu nutzen versuchten. Mikko Rämö war aber wie gewohnt stets auf dem Posten, so dass hinten nichts anbrannte. Allerdings setzte es Strafzeiten gegen die Wetterauer, die nach einer Spieldauer gegen Joel Keussen (nach einem Check von hinten gegen Florian Thomas) sowie einer weiteren Strafe gegen Jonas Gerstung sogar mit zwei Mann weniger agieren mussten. Diese Situation nutzte erneut Daniel Oppolzer mit einem Rebound nach einem Heider-Schuss zum 4:1 nach dem zweiten Drittel, womit die Vorentscheidung gefallen war.

Spätestens mit dem 5:1 - ebenfalls im Powerplay - war das Match direkt nach Wiederanpfiff gelaufen, Burnell traf noch innerhalb der fünf Minutenstrafe gegen Keussen. Die Gäste wollten zwar noch einmal dagegen halten und hatten hier und da gute Einschusschancen, doch mehr als ein Pfostentreffer von Vitalij Aab war einfach nicht drin. Als die Bayern gegen Ende des Spiels zwei Mann in der Kühlbox hatten, nahm Petri Kujala seinen Goalie früh vom Eis, was zumindest für Ergebniskosmetik mit dem zweiten Treffer durch Dusan Frosch sorgte. Abermals Burnell besiegelte in der letzten Spielminute mit einem empty net goal den Endstand.

Aufgrund der höchsten Saisonniederlage müssen die Roten Teufel die Kaufbeurer in der Tabelle an sich vorbei ziehen lassen, der EC liegt nun auf Platz zehn - hat aber komfortable neun Punkte Vorsprung auf den elften Rang und weiterhin Tuchfühlung weiter nach vorne (Platz fünf ist nur vier Punkte entfernt). Am Sonntag wollen Petri Kujala und seine Mannen diese verlorenen Zähler im Heimspiel gegen Meister Bietigheim (siegte heute 4:0 gegen Garmisch) zurückholen.

ESV Kaufbeuren - EC Bad Nauheim 6:2 (3:1, 1:0, 2:1)
Tore:
1:0 (02:56) Fröhlich (Pfaffengut, Heider)
2:0 (05:43) Oppolzer (St. Jacques, Baldwin) PP1
3:0 (11:20) Menge (St. Jacques, Heider) PP1
3:1 (18:28) Laurila (Aab, Dineen) PP1
4:1 (38:41) Oppolzer (Heider, Baldwin) PP2
5:1 (41:18) Burnell (Schütz, Bergmann) PP1
5:2 (55:13) Frosch (Lange, Baum) PP1
6:2 (59:29) Burnell (Schmidtpeter, Thomas) ENG
Strafminuten: ESVK 12 / ECN 14 + 5+20 (Keussen)
Zuschauer: 1.662

Pressemitteilung EC bad Nauheim

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