Unglückliche Niederlage nach gutem Spiel Heilbronner Falken

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Fünf Minuten vor dem Ende spielten die Falken für eine Minute und 21 Sekunden in doppelter Überzahl und mit einer 1:0 Führung durch Grant Toulmin im Rücken. In genauso dieser Zeitspanne verloren die Mannen von Coach Gerd Wittmann das Spiel. Viel zu langsam war das Powerplay, immer wieder wurde der Puck gestoppt, zurechtgelegt und dann zum Mitspieler gepasst. Genügend Zeit für die Gäste, sich zu positionieren und den Weg zur Vorentscheidung zuzustellen. Fabian Krull versuchte immer wieder das Spiel schnell zumachen, den Puck direkt zu passen oder zum Tor zu bringen. Doch all seine Mühen waren umsonst, seine Mitspieler nahmen das Tempo wieder raus. Nicht einmal musste Tyler Wyman im Tor der Landshuter einen gefährlichen Schuss parieren. Nachdem die Niederbayern wieder vollzählig waren drehten sie auf und binnen 136 Sekunden die Partie. Durch Tore von Ty Morris und Andreas Gawlik gewannen sie das enge Spiel.

Drei Falken zurück – ein neuer im Kader – ein neuerlicher Ausfall

Dorian Saeftel und Florian Proske kehrten unter der Woche von der U20-WM aus Kanada zurück und standen ebenso wieder im Kader wie Marvin Krüger. Neu bei den Falken ist Alexander Karachun. Nachdem er die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten hat, spielte er wieder mit der Nummer 24 auf dem Trikot für die Falken. In der Vorbereitung hatte er bereits einige Spiele absolviert. Marvin Krüger war der Pechvogel des Tages. Nach einem unglücklich verlaufenden Zweikampf hinter dem eigenen Tor zog er sich eine Schnittwunde durch einen gegnerischen Schlittschuh zu und wird nun erneut mindestens eine Woche ausfallen.

Kaputt

Das Spiel begann mit einer Verspätung von 15 Minuten und Ersatzgoalie Max Englbrecht stand 56 Sekunden auf dem Eis. Beide Male war ein Defekt der Grund. Zunächst streikte die Eismaschine der Kolbenschmidt Arena. Die mit Diesel betriebene Ersatzmaschine sprang ein, nachdem sie mit vereinten Kräften „überzeugt“ wurde. Zu Spielbeginn stand Tyler Weiman im Tor der Landshuter, bei der Schlusssirene ebenso. Zwischendurch durfte Englbrecht für 56 Sekunden ran: Die Maske von Tyler Weiman bedurfte einer Reparatur. Da dadurch das Spiel verzögert wurde, musste der Ersatzgoalie einspringen. Mit gerichteter Maske konnte Weiman dann weiterspielen.

Schiedsrichterentscheidungen im Fokus

Dreimal stand Schiedsrichter Maximilian Plitz, vielmehr seine jeweilige Entscheidung, im Fokus:

16. Spielminute, 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen Dorian Saeftel (Heilbronner Falken)

Die Spieler stehen zum Bully bereit, Schiedsrichter Plitz pfeift und schickt den Heilbronner Saeftel mit einer Disziplinarstrafe wegen illegaler Ausrüstung für 10 Minuten in die Kühlbox. Auf den ersten Blick hört sich die Begründung der Strafe ziemlich verwirrend, gar kleinlich an: Saeftel hatte sein Trikot fast komplett in der Hose. Allerdings ist diese Entscheidung absolut richtig. Maximilian Plitz hatte bereits zuvor den Heilbronner Kevin Maginot ermahnt, da auch dieser sein Trikot in der Hose hatte. Ebenso wurde Trainer Gerd Wittmann informiert, dass bei einem weiteren Male der betroffene Spieler eine Disziplinarstrafe erhalten wird. Es traf dann Dorian Saeftel. Nach dem Spiel sagte Schiedsrichter Plitz zu Hockeyweb, dass es diese Strafe seit Beginn der Saison gibt und er im Vorfeld die Spieler entsprechend informiert habe. Ob diese Regel sinnvoll oder nicht ist ist gewiss diskussionswürdig, allerdings sind die Schiedsrichter auf dem Eis, um die Einhaltung geltender Regeln zu überwachen. Dies hat Plitz korrekt gemacht. 

27. Spielminute, ein Heilbronner Treffer fand keine Anerkennung

Marcel Kurth erzielte die 1:0 Führung für die Falken, doch der Treffer fand keine Anerkennung, Schiedsrichter Plitz hatte das Spiel unterbrochen. Hier kann man so entscheiden, der Puck wurde durch Torhüter Max Englbrecht gesichert. Vielleicht hätte man zwei bis drei Sekunden länger mit dem Pfiff warten können, doch der Schiedsrichter hat das Spiel zu unterbrechen wenn er den Puck nicht mehr sehen kann, unabhängig davon ob der Puck vollkommen im Fanghandschuh verschwunden ist oder nicht.

55. Spielminute Michael Endras (EV Landshut) 2-Minuten-Strafe wegen unsportlichem Verhalten

Wie schon beim Spiel am Dienstag zwischen Heilbronn und dem SC Riessersee erhielt ein Spieler eine zweiminütige Strafe, nachdem er den Schläger gegen die Plexiglasscheibe geschlagen hatte. Am Dienstag „klopfte“ der Heilbronner Riley Armstrong von der Strafbank aus gegen die Scheibe, am gestrigen Abend Endras auf den Weg zum Wechsel, nachdem er mit dem Schiedsrichter Plitz kollidiert war. „Seit dieser Saison müssen wir eine Zwei-Minuten-Strafe verhängen, wenn ein Spieler mit seinem Schläger aus Protest gegen die Plexiglasscheibe oder die Bande schlägt. Hätte er mich mit einem eindeutigen Wort oder lautstark beschimpft, hätte er eine zehnminütige Disziplinarstrafe bekommen. In diesem Fall wäre das Spiel dann mit einfacher Unterzahl weitergegangen. Aufgrund des Schlagens an die Scheibe hat Michael Endras die zweiminütige Strafe erhalten und das Spiel wurde mit doppelter Unterzahl der Landshuter fortgesetzt,da bereits schon ein Spieler des EVL auf der Strafbank saß.“, so Schiedsrichter Maximilian Plitz nach dem Spiel.

Der Trend bei den Faöken geht nach oben

Immer mehr zeigt das Spiel der Falken die Handschritt von Gerd Wittmann und Luigi Calce. Das gesamte Spiel wirkt geordneter und durchdachter als noch zu Beginn der Saison. Zwar fehlen noch immer die Punkte, jedoch sind aus den acht Zehen, mit denen Falken bereits in der Oberliga standen, mittlerweile fünf oder sechs geworden. Auf Basis der Tabelle deutet vieles auf ein Abstiegsendspiel zwischen den Falken und dem ESV Kaufbeuren im kommenden April hin. Am kommenden Freitag steht das nächste Aufeinandertreffen der beiden Teams an. Zuvor gastieren die Falken bei Ex-Trainer Rico Rossi und seinen Huskies in Kassel.

Statistik:

1:0       36.       Grant Toulmin (Lennart Palausch, Dominik Tiffels)

1:1       58.       Ty Morris (Tobias Draxinger, Kyle Doyle)

1:2       60.       Andreas Gawlik (Kyle Doyle, Ty Morris)

Strafen:           Heilbronner Falken: 4 Minuten + 10 Minuten Saeftel

                        EV Landshut: 10 Minuten

Zuschauer:     1.386

Schiedsrichter: Maximilian Plitz