Unglückliche 4:5-Niederlage in Landshut

Schafft es Manuel Klinge?Schafft es Manuel Klinge?
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Nach den beiden deutlichen 6:0- und 5:0-Siegen über die Landshut Cannibals mussten die Kassel Huskies gestern Abend in der Finalserie um die Meisterschaft einen Rückschlag hinnehmen. Unglücklich verloren die Nordhessen in Landshut mit 4:5 nach Verlängerung.

Einen wahren - an Spannung wohl kaum zu überbietenden - Eishockey-Krimi bekamen die 3800 Fans am Landshuter Gutenbergweg und mindestens ebenso viele beim Public-Viewing in der Kasseler Eissporthalle zu sehen. Eigentlich begann alles nach Plan für die Kassel Huskies in dieser vierten Finalpartie. Nach einem eher verhaltenen Start beider Teams war es in der fünften Minute Kassels Plan-Off-Spezialist Shawn McNeil, der bei einem Konter zur 1:0-Führung einnetzen konnte. Die Cannibals, die von Beginn an druckvoll zu Werke gingen, brauchten dieses Mal aber nur knapp eine Minute für den Ausgleichstreffer. Ex-Husky Peter Abstreiter kommt völlig frei zum Schuss und kann den Ausgleich markieren. Das Landshuter Tor schien die Schlittenhunde allerdings nicht im Geringsten zu beeindrucken. Knapp zwei Minuten vor der Pause konnte Jacek Plachta gar in Unterzahl die erneute Führung für die Gäste erzielen.

Doch die Cannibals hatten sich noch nicht aufgegeben. Nach nur 38 Sekunden im zweiten Abschnitt konnte wieder Abstreiter Boris Rousson zum erneuten Ausgleich überwinden. Und wieder legten die Huskies vor: In der 30. Minute hatte McNeil bei doppelter Überzahl keinerlei Probleme die Scheibe an Cinibulk vorbei ins Tor zu schieben und sein Team mit 3:2 in Front zu bringen. Nur etwa vier Minuten später kamen die Gastgeber aber wieder zurück – und das mit einem Doppelschlag. Innerhalb von knapp einer Minute gelang es Hundhammer und Dietrich mit je einem Mann mehr auf dem Eis den Spielstand zu drehen und es stand 4:3 für die Cannibals.

Dass aber auch eine Klasse-Mannschaft wie die Huskies, die ihre Konkurrenz in jeder technischen Disziplin aussticht, Moral beweisen kann, zeigten die Schlittenhunde im Schlussabschnitt. Statt nach einer dreimaligen Führung nun nach dem Rückschlag zu resignieren, nahm der Kapitän persönlich das Heft in die Hand: Hugo Boisvert konnte nach starker Vorarbeit von Bannister zum 4:4 verwandeln. Fortan waren die Huskies dem fünften Tor näher als die Cannibals. Nur ein Mal wurde es noch wirklich brenzlig für die Kasseler: Als die Landshuter nach einem Foul an Dominik Hammer einen Penalty zugesprochen bekamen. Doch Boris Rousson im Kasten der Huskies spielte seine ganze Erfahrung aus und behielt einen kühlen Kopf. So blieb es auch nach sechzig Minuten beim 4:4.

Kassel ging aggressiv in die Verlängerung, wollte den Sieg auf Biegen und Brechen. Doch auch Schüsse aus allen Lagen halfen den Huskies nicht. Nicht einmal drei Minuten waren in der Verlängerung gespielt, da war es aber wieder ausgerechnet Peter Abstreiter, dem bei einer Zwei-auf-eins-Situation das entscheidende Tor zum 5:4 gelang.

Trotz der bitteren Niederlage heißt es für die Huskies nun aber „Kopf hoch“ und mit voller Konzentration in den entscheidenden Kampf. Möglicherweise war man sich des Sieges schon zu sicher, möglicherweise hatte man Landshut nach den beiden hohen Siegen bereits geschlagen geglaubt. Am Freitag haben die Schlittenhunde nun aber noch eine zweite Chance die Serie für sich zu entscheiden – und das vor eigenem Publikum. Da können die Huskies bekanntlich eine Traumbilanz aufweisen: 33 Siege aus 35 Heimspielen sprechen eine deutliche Sprache. Nun fehlt nur noch ein weiterer, um die Saison perfekt zu machen.

Leona Malorny


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